Er schien beim 1. FC Köln schon aussortiert, doch am Freitag wurde Dominique Heintz zu einem der Schlüsselfaktoren zum Sieg bei der TSG Hoffenheim. Der 32-Jährige hat sich dem Club vollends verschrieben.
Nach etwas mehr als 70 Minuten in der PreZero-Arena war Schluss für Dominique Heintz. Der Routinier des 1. FC Köln verließ für Cenk Özkacar das Feld, klatschte mit Trainer Lukas Kwasniok ab und begab sich auf die Ersatzbank. Heintz hatte seinen Job erlebt, doch für mehr als diese 70 Minuten hatte die Luft nicht gereicht.
„Du musst auf deinen Körper hören. 75 gute Minuten sind besser als 90 schlechte“, sagte Heintz hinterher lachend. „Man braucht in der Bundesliga 100 Prozent, und diese Körperlichkeit holst du dir nur über Spiele.“ Und genau die hatte der Innenverteidiger zuletzt nicht bekommen. Bis er plötzlich und aus dem Nichts in Hoffenheim in der Startelf gestanden hatte.
Was Heintz von Pacarada unterscheidet
Heintz hat schwierige Monate hinter sich. In der 2. Liga hatte er noch zu den Leistungsträgern gehört, den FC zurück in die Bundesliga geführt. Dann aber war der erwartbare wie nötige Umbruch im Kader gekommen, dem auch er zum Opfer zu fallen schien. Zumindest wurde ihm von Sportdirektor Thomas Kessler mitgeteilt, dass er nur noch auf wenige Einsatzzeiten würde hoffen dürfen.
Während andere Spieler wie Leart Pacarada den Verein daraufhin verließen, akzeptierte Heintz seine Rolle. Nicht widerspruchslos, nicht anspruchslos, doch er wusste, dass er schon in der Vergangenheit abgeschrieben worden war und sich dann doch zurückgekämpft hatte. So blieb Heintz dran, trainierte gut, half den jungen Spielern, erfüllte seine Rolle auf und neben dem Trainingsplatz – und wurde am Freitag belohnt.
Heintz‘ Liebeserklärung an den FC
„Der Trainer hat es mir nach dem Mittagessen gesagt“, verriet Heintz mit einem Grinsen. „Und dann hat er mich auch gefragt, ob ich überrascht wäre.“ Kwasniok hatte offenbar gewusst, dass seine Entscheidung nicht auf der Hand gelegen hatte, selbst für Heintz nicht. Und so freuten sich beide hinterher, dass der personelle Coup des Trainers aufging. „Wenn man im Training Gas gibt und dran bleibt, auch wenn es mal schwer fällt, dann kann ich auch wieder durchstarten“, sagte Heintz hinterher.
Und dann erklärte er, warum es für ihn nie eine Option gewesen sei, im Sommer den FC zu verlassen. „Ich genieße es sehr in meinem Alter noch mal Bundesliga spielen zu dürfen. Jeder weiß, wie sehr ich den Verein liebe“, sagte Heintz. Und lobte dann auch Kwasniok: „Ich freue mich, dass der Trainer das gesehen hat und ich belohnt worden bin. Das zeichnet den Trainer auch aus, dass er das anerkennt. Das macht nicht jeder. Und ich wollte das Vertrauen zurückgeben. Mich darf man nie abschreiben, dafür liebe ich den Club viel zu sehr.“
Kwasniok erklärt seine Entscheidung
Heintz verteidigte stark, hatte mit 83 Prozent gewonnener Zweikämpfe die beste Quote aller Spieler auf dem Feld. Mit gutem Stellungsspiel brachte er sich immer wieder in die richtige Position und baute über links immer wieder dank seines starken linken Fußes auf. Routine, Sicherheit und das Wissen, was es in der Bundesliga braucht: Auch Heintz hatte am Freitag einen Anteil daran, dass der FC zum zweiten Mal in der Saison ohne Gegentor blieb.
„Es ist schön, dass ich Heintzi noch überraschen kann“, sagte Kwasniok hinterher mit einem Schmunzeln. „Wir hatten eine kurze Trainingswoche und im Abschlusstraining haben sich bei mir Dinge nochmal verändert. Jungs, die in meinen Überlegungen eine Rolle gespielt haben, haben sich raustrainiert, andere haben sich reintrainiert. Da war mir klar, dass ich einen Linksfuß in der Dreierkette haben wollte.“ Die Wahl fiel auf Heintz statt auf Özkacar. Am Ende belohnten beide ihren Trainer mit guten Leistungen.







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