Ein Händchen für den Hype – und das Ende eines Traumas?

Said El Mala ist mit Abstand der wertvollste Profi des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Said El Mala ist mit Abstand der wertvollste Profi des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Lukas Kwasniok findet im Umgang mit Said El Mala in mehrfacher Hinsicht die richtige Mischung. Die unfassbare Entwicklung des Shootingstars könnte sich als Ausgleich für das Wirtz-Trauma entpuppen – und dieses womöglich beenden.

Ein Kommentar von Martin Zenge

Lukas Kwasniok ist beim 1. FC Köln aktuell nicht nur als Trainer gefragt, sondern auch als Moderator des wohl größten Hypes der Bundesliga. Da Said El Mala alles und jeden begeistert, muss Kwasniok bei allen Pressekonferenzen und jedem Interview seit seinem Amtsantritt Auskunft geben über den neuen Hoffnungsträger.

Dabei findet der Kölner Chefcoach den richtigen Mix, kombiniert Euphorie mit warnenden Worten. Noch wesentlich wichtiger: Auch in der Kernarbeit – auf dem Rasen, abseits der Mikrofone – stimmt die Mischung.

Kwasniok dosiert mit Erfolg

Ob Kwasniok den Linksaußen von der Bank bringt oder wie in Hoffenheim doch mal starten lässt, der Plan geht stets auf. Der Trainer weiß, was er El Mala zutrauen kann und was lieber noch nicht, wann er ihn laufen lassen und wann lieber noch zurückhalten sollte – wann der Shootingstar, der bislang nur die zwölfmeisten Bundesliga-Minuten aller FC-Profis gesammelt hat, am wertvollsten für die Mannschaft ist.

Mit diesem Händchen für den Hype könnte Kwasniok gemeinsam mit El Mala das Ende eines FC-Traumas herbeiführen. Von der Transfersperre mal abgesehen, hat den Verein in den vergangenen Jahren kein Thema derart intensiv beschäftigt wie der Verlust von Florian Wirtz. 2020 wechselte das Ausnahmetalent für 300.000 Euro zu Bayer Leverkusen. Der FC Liverpool ließ sich den Nationalspieler im vergangenen Sommer bis zu 150 Millionen Euro kosten.

Wirtz geht für 300.000, El Mala kommt für 300.000

Ob El Mala jemals in solche Sphären vorstoßen kann, ist natürlich rein spekulativ – nach gerade mal 245 Minuten in der Bundesliga. Doch man könnte meinen, der Fußballgott habe den Dribbelkünstler nach Köln geschickt, damit der FC endlich mit dem Wirtz-Trauma abschließen kann.

El Malas Ablöse: ebenfalls schlappe 300.000 Euro. Und dass ausgerechnet Erzrivale Borussia Mönchengladbach sein Talent im Nachwuchsbereich verkannt hat, steigert den Genuss dieser Verpflichtung natürlich noch zusätzlich. Ja, El Mala hat noch einige Entwicklungsschritte vor sich, um ein kompletter Bundesliga-Profi zu werden, und mag dabei noch auf Hindernisse stoßen – aber es zweifelt wohl niemand im und ums Geißbockheim ernsthaft daran, dass er eines Tages zum Kölner Rekordtransfer avanciert.

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