Gelingt Ragnar Ache nach seinem Premieren-Tor nun der Durchbruch beim 1. FC Köln? Der Stürmer ist fitter und immer selbstbewusster. Das kann dem FC nur gut tun.
Als die Flanke von Isak Johannesson von der Eckfahne in den Strafraum des FC Bayern München flog, stieg Ragnar Ache im Zentrum gegen Jonathan Tah in die Höhe und köpfte den Ball aus fünf Metern zum 1:0 für den 1. FC Köln ins Netz. Das erste Tor des Neuzugangs für den FC, das erste FC-Tor der Saison nach einer Ecke und – so hofft man beim FC – der erste von vielen Treffern, die noch folgen sollen.
Ache hatte bislang vier Vorlagen verbuchen können. Seine Kopfball-Ablagen verhalfen dem FC unter anderem zum Sieg in Regensburg und zum Last-Minute-Punkt in Wolfsburg. Nun das erste Tor, auch wenn dieses nicht zum Sieg gegen München reichte. Doch der 27-Jährige scheint immer besser beim FC reinzukommen.
„Türoffner“ und Liga-Hoffnung
„Ragnar entwickelt sich. Deswegen ist er schon, bevor er das Tor gemacht hat, positiv geblieben. Das strahlt er jetzt auch aus“, lobte Lukas Kwasniok am Freitag. „Es kann für ihn persönlich ein Türöffner gewesen sein, das hoffen wir.“ Das Spiel gegen die Bayern war taktisch auf Ache als Zielspieler zugeschnitten. Gegen den Hamburger SV am Sonntag wird es wieder etwas anders sein. Dennoch hofft Kwasniok, „dass er unter Beweis stellen kann, dass das Netz nicht nur im Pokal, sondern auch in der Liga zappelt“.
Durch den Ausfall von Jan Thielmann hat Marius Bülter aktuell den Platz auf der rechten Seite inne, weshalb Ache im Zentrum gute Chancen hat weiter in der Startelf zu stehen. Auch, weil sich der Angreifer über die vergangenen Wochen in einen besseren körperlichen Zustand versetzt hat. Die harte Arbeit aus der Vorbereitung, aber auch das behutsame Aufbauen seiner Konstitution durch die FC-Verantwortlichen scheint Früchte zu tragen.
Wie viel Kraft hat Ache schon?
„Wir müssen nach wie vor auf die körperliche Gesamtkonstitution achten, aber er macht einen guten Eindruck“, sagte Kwasniok. „Dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass er beginnt. Um dann zu schauen, wie lange er durchhalten kann.“ Gegen den FC Bayern hielt Ache 90 Minuten durch, was alle Beteiligten freute. Es war ein Stresstest und Härtetest für den Körper des Stürmers, der in den Vorjahren immer wieder Reaktionen auf zu hohe Belastungen gezeigt hatte.
Die medizinische Abteilung jedoch hatte sich in den vergangenen Wochen zur Aufgabe gemacht, Ache wieder zu stabilisieren, damit dieser irgendwann regelmäßig 90 Minuten Bundesliga-Fußball gehen kann. „Ich wage zu bezweifeln, dass er noch mal 90 spielen kann, aber 45 hat er sicherlich im Tank“, sagte Kwasniok zum Ende der Englischen Woche. „Dann ist die Frage: Lässt du diese 45 Minuten von Beginn an rennen oder in der zweiten Halbzeit?“
Ache wohl in der Startelf
Am Freitag klang der FC-Trainer so, als werde er Ache gegen den HSV von Beginn an bringen, um dann früh in der zweiten Halbzeit erstmals zu wechseln und den ersten Joker zu bringen. „Normalerweise hast du nach der Halbzeitpause noch mal eine Viertelstunde im Tank. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass er anfängt, auch weil er einfach einen Bomben-Job gemacht hat und eine andere Komponente mit ins Spiel bringt“, lobte Kwasniok und meinte damit auch die neue Standard-Stärke gegen die Bayern. Und so dürfte Ache wohl erneut zwischen Jakub Kaminski und Marius Bülter beginnen, während Said El Mala als erster Joker bereitstehen wird.
So könnte der FC auflaufen: Schwäbe – Schmied, Martel, Özkacar – Sebulonsen, Johannesson, Krauß, Lund – Bülter, Ache, Kaminski








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