Guter Saisonstart hin oder her: Der 1. FC Köln steht zu Beginn des Novembers vor wichtigen Wochen. Können die Geißböcke einen großen Schritt machen? Lukas Kwasniok mahnt, die Bedeutung der kommenden Spiele zu hoch zu hängen.
Es gibt Beispiele in der Bundesliga, die immer wieder dafür herhalten, um die Schnelllebigkeit des Fußballgeschäfts zu demonstrieren. Der Hamburger SV startete in der Saison 2017/18 mit zwei Siegen – am 2. Spieltag beim 1. FC Köln – in die Saison, stieg am Ende aber gemeinsam mit den Geißböcken ab. Dem FC war es unter Uwe Rapolder 2005/06 ebenso ergangen.
Derweil legte Kasper Hjulmand, heutiger Leverkusen-Coach, 2014 einen Blitzstart mit dem 1. FSV Mainz 05 hin und holte 14 Punkte aus den ersten acht Spielen, in denen Mainz sogar ungeschlagen blieb. Nach 21 Spielen jedoch war für den Dänen doch schon wieder Schluss bei den Rheinhessen. Aus den folgenden 13 Spielen hatte er nur noch acht Punkte geholt.
Bremen als mahnendes Beispiel
Lukas Kwasniok hat mit dem FC einen starken Bundesliga-Start hingelegt. Doch auch er hatte am Freitag noch ein weiteres Beispiel, wie schnell es im Fußball gehen kann. „Wir haben am Beispiel Werder Bremen mal gesehen, dass es auch ganz am Ende der Saison noch eng werden kann, obwohl du vermeintlich schon gerettet bist.“
Der FC-Trainer meinte die Saison 2022/23, in der sich der SV Werder vom ersten bis zum 22. Spieltag sicher zwischen Platz fünf und elf bewegte. Ab dem 23. Spieltag gewann Werder aber nur noch ein einziges Spiel bis Saisonende und musste am Ende sogar noch um den Klassenerhalt zittern.
„Du musst schauen, dass du punktest“
Kwasniok wollte mit diesem Beispiel warnen. Der FC darf sich bei allen guten Leistungen in den vergangenen Wochen sowie den positiven Ergebnissen mit elf Punkten aus acht Spielen nicht ausruhen. Im Gegenteil: Der 44-Jährige will sensibilisieren, was noch nötig sein wird, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen.
„Meine Aussage, dass die Spiele gegen Augsburg, Hamburg und Gladbach Highlight-Spiele sind, liegt einfach darin begründet, dass du gegen die besten vier, fünf Mannschaften irgendwie mal was klauen kannst. Gegen die anderen Teams musst du aber schauen, dass du punktest. Das sind die Highlights“, sagte Kwasniok am Freitag am Geißbockheim.
Kwasniok glaubt nicht an „Weichenstellung“
Der FC-Trainer erwartet, dass sich die fünf oder sechs Top-Teams der Liga in den kommenden Wochen „absetzen werden“ – mit den Bayern „in einer eigenen Welt“ und dahinter vier, fünf weitere Mannschaften, die sicher um Europa spielen werden. „Der Rest muss punkten, punkten, punkten“ – und damit auch der FC. In dem vollen Bewusstsein, dass dieses Punkten nicht immer gelingen wird.
„Es wird Phasen geben, wo du mal zwei, drei Spiele am Stück gut punkten kannst, dann wiederum nicht“, sagte Kwasniok. „Deswegen glaube ich nicht, dass es eine Weichenstellung sein wird, wenn wir gegen den HSV gewinnen sollten und sechs Punkte vor Hamburg wären. Es geht einfach darum, am Ende genug Punkte zu haben, um über dem Strich zu stehen.“
FC will vermeintlichen Vorteil nutzen
Dennoch weiß Kwasniok sehr wohl um den kleinen Vorteil, den sich die Geißböcke zum Saisonstart erarbeitet haben. Mit elf Punkten lag der FC vor dem 9. Spieltag bereits sieben Punkte vor Platz 16 und 17 (Mainz und Heidenheim, sogar acht vor Gladbach). „De facto ist es so, dass es immer von Vorteil ist, wenn zwei, drei Mannschaften nicht ganz so gut punkten, um den Abstand recht schnell recht groß zu machen, ohne sich darauf auszuruhen“, sagte Kwasniok. In der Hoffnung, dass dieser Abstand in den nächsten beiden Partie gegen Hamburg und eben jene Gladbacher noch anwachsen wird.






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