Der 1. FC Köln ringt den Hamburger SV im Duell der Aufsteiger nieder. Das 4:1 klingt deutlicher, als die Partei eigentlich war. Am Ende waren Spieler und Verantwortliche glücklich über den so wichtigen Dreier gegen einen direkten Konkurrenten.
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer, Linda Dragovic und Marc L. Merten
Jakub Kaminski
„Wir haben die erste Halbzeit kontrolliert, Marvin musste nur einmal gegen Dompé abwehren. Wir hatten vielen Chancen, aber nur ein Tor gemacht. In der zweiten Halbzeit war Hamburg wirklich gut, es war schwer reinzukommen. Zum Glück schießen wir dieses tolle Tor durch Kainzi. Das war ein super Freistoß. Danach hatten wir aber viele Probleme. Nach den zweiten Roten Karten war es dann aber vorbei. Wir haben es klug gespielt und noch zwei Tore geschossen. Für uns waren die Roten Karten gut, wir konnten weiter Punkte sammeln. Es war nur ein Tor, im Fußball kann alles passieren. Hamburg hat viel Risiko genommen. Für uns war es gut, auf diesem Level müssen wir das Spiel mit zwei Spielern mehr kontrollieren.“
Thomas Kessler
„Es war ein Spiel auf des Messers Schneide. Der HSV ist ein direkter Konkurrent um unsere Saisonziele. Sie haben sich gut verstärkt, sind eine spielstarke Mannschaft. Wenn du Sonntag so ein Spiel hast, es zu regnen beginnt und das Flutlicht angeht, merkst du, was für zwei besondere Vereine der FC und der HSV sind. Das sind Bilder, die wir in der Bundesliga sehen wollen. Da war wirklich alles drin. Wir hatten eine unfassbare Stimmung auf beiden Seiten auf den Rängen. Wir hatten packende Zweikämpfe, knappe Entscheidungen. Wenn wir darüber reden, warum die Menschen die Bundesliga lieben, musst du dir ein Video dieses Spiels anschauen. Und aus FC-Sicht bin ich super happy, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Der HSV hat nie nachgelassen, kriegt ein Tor weggepfiffen, macht direkt das nächste. Dann noch zwei Platzverweise. Wir sind super stolz auf die Jungs, weil es das erste Mal war, dass man gespürt hat: Der FC war hier nicht der Underdog. Da ist es aller Ehren wert, dass die Jungs das bis zur letzten Minute angenommen haben. Die Aufopferungsbereitschaft hat mir sehr gut gefallen. Wir mussten richtig leiden. Das war ein enorm wichtiger Schritt, uns von ein paar Konkurrenten abzusetzen.“
Florian Kainz
„Es fühlt sich super an. Ich freue mich, dass wir das Spiel nach so einer intensiven Woche gewonnen haben. Es war wichtig, dass wir nach den zwei Spielen gegen Top-Gegner heute wieder ins Punkten gekommen sind. Es ist natürlich schön, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Der Freistoß sollte genau dahin. Isak wollte nochmal schießen, aber ich habe gesehen, dass der Torhüter relativ weit im Torwart-Eck stand. Da habe ich gesagt, dass er mich schießen lassen soll. Ich habe ihn gut getroffen und bin froh, dass ich jetzt das erste Freistoß-Tor in meiner Karriere geschossen habe. Vor dem 1:0 wäre der Weg für mich frei gewesen und im Nachhinein war die ganze Situation Wahnsinn. Ich hätte dreimal selbst schießen können, dann wollte ich nicht zu Linton passen, weil ich dachte, dass er im Abseits stehen könnte. Dann kriegt ihn Linton auch nicht unter. Ragy hat es dann gut gemacht und ich freue mich, dass er wieder getroffen hat.“
Ragnar Ache
„Es fühlt sich viel besser an als am Mittwoch. Ein Tor zu schießen und zu gewinnen, ist immer ein geiles Gefühl. Die erste Halbzeit war sehr gut, die zweite… wie kann ich das nett sagen? War wild. In der Phase, als der HSV zwei Rote Karten bekommen hat, waren wir zu passiv. Sie hatten mehrere Torchancen, was mit zwei Mann weniger nicht sein kann. Ich dachte beim 1:0, dass Kainzi selbst schießt. Ich habe mich so positioniert, falls der Ball genau dahin kommt. Am Ende ist er dann mit Glück auch zu mir gekommen. Ich fühle mich top und bereit für das Derby. Am Anfang der Saison hätte ich keine 90 Minuten spielen können. Jetzt haben sich die beiden Spiele gut angefühlt, so muss ich weitermachen und weiterarbeiten, sodass ich mehrere Spiele hintereinander 90 Minuten spielen kann. Der sechste Platz ist stark, aber die Saison ist noch nicht vorbei. Wir müssen weiter unsere Punkte holen und dann wäre es schön, am Ende der Saison auch auf so einem Platz zu stehen. Aber der Fußball ist unberechenbar und man weiß nie, was passiert.“
Merlin Polzin
„Wenn man es chronologisch betrachtet, war es so, dass wir nicht unsere beste erste Halbzeit gespielt haben. Es war relativ wenig von dem, was wir uns vorgestellt haben. Das war ein Thema in der Pause und wir haben es dann besser gemacht. Wir haben dann eine riesige Chance zum Ausgleich, kassieren aber im Gegenzug durch den schönen Treffer das 2:0. Dann wird es natürlich schwierig. Wir haben Lehrgeld bezahlt und müssen es schaffen, in diesem Momenten cleverer zu werden – wir schenken Tore zu leicht her. Trotzdem sieht man einen HSV, der nicht aufsteckt. Auch nach dem nicht gegebenen Tor haben wir uns nicht aufgegeben. Wenn nicht der ein oder andere externe Faktor dafür gesorgt hätte, dass die Partie entschieden wird, hätte es noch ein cooles Spiel werden können.“
Lukas Kwasniok
„In Summe gehen wir als verdienter Sieger vom Feld. Die Dramaturgie war komplett auf unserer Seite. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, verdient 1:0 geführt. Es war sogar ein bisschen mehr drin. Zu Beginn der zweiten Halbzeit haben wir eine Torchance mit einem guten Torhüter bereinigen können und das Spiel mit einem Freistoß auf unsere Seite ziehen können. Dann kommt aber die Psyche dazu und du hast etwas zu verlieren. Das aberkannte Tor hätte uns vermeintlich noch mehr Auftrieb geben können, dem war aber nicht so. Die externen Faktoren waren heute auf unserer Seite, die brauchst du, um in der Bundesliga ein Spiel zu sehen. Der liebe Gott hat uns heute zurückgegeben, was in den letzten zwei Spielen nicht der Fall war. Mit der zweiten Rote Karte wurde es dann etwas leichter. Aber was der HSV mit minus zwei abgeliefert hat, all-in gespielt hat, war schon beachtlich. Aber die Räume wurden für uns größer und mit der tollen Aktion zum 3:1 war das Spiel dann entschieden.“







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