Nur das nächste Puzzlestück im Multimillionen-Spiel um El Mala

Said El Mala hat bei seinem Marktwert eingebüßt. (Foto: Bucco)
Said El Mala hat bei seinem Marktwert eingebüßt. (Foto: Bucco)

Dass Said El Mala für die deutsche Nationalmannschaft nominiert worden ist, kommt trotz seiner Leistungsexplosion überraschend. Für 1. FC Köln ist es das nächste Puzzlestück in der Entwicklung.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Es ist erst einmal nur eine Nominierung. Said El Mala hat weder schon für Deutschland gespielt noch wird er mit der Berufung durch Julian Nagelsmann fix bei der WM 2026 dabei sein. Doch der Stürmer des 1. FC Köln weiß jetzt, dass er tatsächlich Chancen hat.

Der Grund: Bis Juni 2026 gibt es nach dieser Länderspielpause nur noch eine weitere Abstellungsperiode Ende März. Das war’s. Bis Ende März muss sich Nagelsmann alle Spieler, die für die WM in Frage kommen, angeschaut haben. Dass er nun einen dieser Plätze an El Mala vergibt, ist ein Zeichen.

Ein Spieler, wie man ihn nur lieben kann

Darauf kann der 19-Jährige stolz sein, denn es ist der Lohn für seinen kometenhafte Aufstieg vom Drittliga-Talent zur Bundesliga-Attraktion. El Mala verkörpert vieles, was man sich als Fußballfan wünscht – für seinen Club, aber auch für die Nationalmannschaft. Ein Dribbler, ein Hochgeschwindigkeitsfußballer, ein selbstbewusster, kreativer Straßenkicker, der bislang jedes FC-Spiel verändert hat, in das er geworfen wurde.

Beim FC sieht man diese Entwicklung hocherfreut, auch wenn die Verantwortlichen jetzt endgültig mit dem Versuch aufhören können, den Hype um den Spieler klein zu halten. Spätestens jetzt ist er nicht mehr medial gemacht. Jetzt ist er Nagelsmann-gemacht, DFB-gemacht, Nationalelf-gemacht. Und genau das könnte wiederum dem FC zugute kommen.

El Mala ist beim FC nur auf Zeit

Die Wahrheit ist: El Mala ist beim FC ein Talent auf Zeit. Ja, sein Vertrag läuft noch bis 2030. Doch mit jeder Woche, die vergeht, wird klarer: In den kommenden Monaten werden Top-Clubs aus ganz Europa dem Spieler und dem FC die Bude einrennen, um diesen Spieler zu verpflichten. So funktioniert der Fußball. Und endlich, endlich einmal kann der FC davon profitieren.

Thomas Kessler gibt sich da keinen Illusionen hin. Der Sportdirektor hat längst erklärt, wenn ein Spieler schneller wachse als der FC, müsse man ihn ziehen lassen. Wenn El Mala einem dieser Rufe folgen sollte, wäre es ihm nicht zu verübeln. Im Gegenteil: Denn die DFB-Berufung hat ihn noch einmal teurer gemacht, noch einmal wertvoller, noch einmal attraktiver.

Profitiert der FC erstmals von der Maschinerie?

Das Einzige, was nun alle Beteiligten brauchen, ist Geduld. Und Gesundheit. El Mala muss fit bleiben, er muss sich weiter auf das Hier und Jetzt konzentrieren, muss weiter hart an sich arbeiten und weiter Leistung bringen. Gelingt ihm das, werden am Ende alle profitieren. Der FC in der Bundesliga, weil El Mala den Geißböcken helfen wird die Saisonziele zu erreichen. Der Spieler, weil er sich dann vor Angeboten nicht wird retten können und die Chance auf die WM erhöhen wird.

Und wieder der FC, weil am Ende ein Transfer in einer Millionenhöhe perfekt gemacht werden könnte, die man vor einigen Monaten bei den Geißböcken noch für völlig unmöglich gehalten hatte. Andere Clubs haben bereits von dieser Maschinerie profitiert und daraus ein Erfolgsmodell gemacht. Nun könnte auch der FC an der Reihe sein. Das mag nicht viel mit Fußballromantik zu tun haben, sehr wohl aber mit Erfolg. Und dieser wäre dem FC genauso zu gönnen wie Said El Mala.

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