FC-Profi kämpft um seine Zukunft: Ein „Fauxpas“ zur Unzeit?

Cenk Özkacar will beim 1. FC Köln bleiben. (Foto: Bucco)
Cenk Özkacar will beim 1. FC Köln bleiben. (Foto: Bucco)

Cenk Özkacar zählt zu den Leihprofis des 1. FC Köln und strebt einen langfristigen Verbleib am Geißbockheim an. Im Derby gegen Borussia Mönchengladbach ist dem Innenverteidiger allerdings ein entscheidender „Fauxpas“ unterlaufen. Womöglich zur Unzeit.

Er ist gekommen, um endlich zu bleiben. Mit der Leihe zum 1. FC Köln hat Cenk Özkacar in seiner noch nicht allzu langen Karriere bereits zum sechsten Mal den Verein gewechselt. Aus der Türkei hatte es den 25-Jährigen einst zunächst nach Frankreich zu Olympique Lyon gezogen, über eine Leihstation beim belgischen Erstligisten OH Leuven dann weiter nach Valencia. In der vergangenen Saison wurde Özkacar innerhalb der spanischen Liga zu Real Valladolid verliehen – und nun zum FC.

„Ich rede oft mit meiner Frau darüber, dass ich gerne mal einige Jahre am Stück bei einem Club spielen möchte“, sagte der Innenverteidiger zuletzt gegenüber dem Express und gab zu: „Ich habe die ständigen Umzüge satt und will mich auch nicht mehr jedes Jahr an eine neue Umgebung, an einen neuen Verein gewöhnen.“

Özkacar dreimal in Folge in der Startelf

Der FC soll für ihn nicht nur eine Zwischenstation sein. „Ich denke, hier in Köln habe ich jetzt die Möglichkeit, mir etwas aufzubauen“, so Özkacar. Die Geißböcke könnten den neunfachen türkischen Nationalspieler per Kaufoption fest verpflichten. Und er wolle „in den nächsten Monaten alles dafür tun, dass die Verantwortlichen diese auch ziehen werden“.

Für dieses Vorhaben schlug Özkacar zuletzt den richtigen Weg ein. Lange Zeit hatte er auf seine Chance in der Bundesliga warten müssen, doch nach nur 41 Einsatzminuten an den ersten sieben Spieltagen schaffte es der Linksfuß vor der Länderspielpause dreimal in Folge in Lukas Kwasnioks Startelf.

Nach 55 Minuten in Dortmund, mit einem abschließenden „Ganzkörperkrampf“, spielte Özkacar beim 4:1 gegen den Hamburger SV erstmals für den FC durch. Sein dritter Startelf-Auftritt, beim Derby in Gladbach, fand allerdings einen bitteren Schlusspunkt.

Patzer als Derby-Killer

Nach 64 Minuten verstolperte Özkacar nach einem eigenen Einwurf den Ball, verlor die Kugel an Franck Honorat und sah nur noch die Rücklichter des Stürmers. Honorat legte Haris Tabakovic das vorentscheidende 3:0 auf – und Özkacar ärgerte sich mächtig über sich selbst.

„Das 3:0 mit einem technischen Fehler hat uns gekillt“, befand Kwasniok nach der 1:3-Niederlage im Borussia-Park und wusste genauso wie der Innenverteidiger selbst, auf wessen Kappe dieser Gegentreffer ging.

Doppelt bitter aus Özkacars Sicht: Der Patzer kam womöglich zur Unzeit, da mit Rav van den Berg ein weiterer Defensivakteur vor dem Comeback steht. Der für acht Millionen Euro verpflichtete Niederländer wird nach seiner überstandenen Schultereckgelenksprengung wieder zur Option für die Startelf und heizt den Konkurrenzkampf in der Dreierkette an.

Kwasniok: „Echt gutes Spiel“

Der konstante Joel Schmied dürfte seinen Platz aktuell sicher haben. Darüber hinaus gilt es abzuwarten, ob Kwasniok im Zentrum weiterhin mit Eric Martel plant oder den gelernten Sechser wieder zurück ins Mittelfeld schickt. Fakt ist: Ein fehlerfreies Derby wäre für Özkacar natürlich eine überzeugendere Bewerbung für weitere Startelf-Einsätze gewesen.

Wobei Kwasniok dem Leihprofi – von dem einen schwerwiegenden Patzer abgesehen – insgesamt ein positives Zeugnis ausstellte. „Ich fand, dass Cenk echt ein gutes Spiel gemacht hat. Er konnte viel Fläche verteidigen gegen Honorat, aber dann ist ihm ein Fauxpas unterlaufen.“ Ob dieser Fauxpas ihn wieder aus der Startelf befördert, wird die kommende Woche offenbaren.

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