Die ungeplanten Optionen: „Das hätte keiner für möglich gehalten!“

Jakub Kamiński muss immer wieder auf anderen Positionen aushelfen. (Foto: Bucco)
Jakub Kamiński muss immer wieder auf anderen Positionen aushelfen. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln läuft personell auf Reserve. Die Abwehrsorgen haben Auswirkungen auf die gesamte Balance der Mannschaft. Das hat Lukas Kwasniok nach dem 1:1 gegen den FC St. Pauli zugegeben.

Sebastian Sebulonsen in der Dreierkette, Jan Thielmann auf der rechten Schiene, Jakub Kaminski auf der linken Schiene, dazu Eric Martel auf der Vier und Rechtsfuß Rav van den Berg auf der linken Seite der Dreierkette, obwohl mit Cenk Özkacar ein Linksfuß-Innenverteidiger noch auf der Bank saß. Beim 1. FC Köln war gegen den FC St. Pauli Personal-Rochade angesagt.

Die Verletzungssorgen in der Defensive – vier der sechs nominellen Innenverteidiger fallen aus – wirken sich beim FC inzwischen auf das gesamte Mannschaftsgefüge aus. Und das nicht zum Positiven. Bestes Beispiel: Thielmann und Kaminski gehörten zu Saisonbeginn zusammen mit Marius Bülter zu der starken Kölner Dreier-Offensive. Inzwischen müssen sie ständig woanders aushelfen.

Worauf Kwasniok dennoch „stolz“ ist

Dafür kann Trainer Lukas Kwasniok nur wenig. Der FC-Coach muss aus dem personell Wenigen das Beste machen. „Es war nicht geplant, mit Thielmann und Kaminski auf der Schiene zu spielen“, sagte der 44-Jährige nach dem 1:1 am Samstag. „Auch Seb, der ein fantastisches Spiel gemacht und alles abgelaufen hat in dieser Dreierkette mit Martel und van den Berg. Das hätte keiner für möglich gehalten, dass wir mal so spielen.“

Es hätte wohl auch lieber niemand sehen wollen. Denn bei allem Lob der Verantwortlichen für den stabilen Auftritt des FC gegen Pauli: Eine überzeugende Vorstellung in der Offensive war die Leistung gegen die Kiez-Kicker nicht, was allerdings wiederum eine Folge der personellen Verschiebung war. Dennoch sagte Kwasniok: „Ich finde schon, dass wir als Aufsteiger alle stolz sein können, auch wenn heute alle echt gefrustet sind.“

Auch Formschwäche ein Problem

Mit 16 Punkten konnte Kwasniok dies auch mit Fug und Recht behaupten. Dennoch wäre auch er wohl froh, wenn zumindest so mancher Ersatzspieler endlich wieder zu seiner Form finden würde. Denn zur Wahrheit gehört auch: Nicht nur die Verletzungssorgen in der Abwehr sind eine Last, auch die Formschwäche von so manchem Spieler in den letzten Wochen, den Kwasniok gerne als Option hätte – insbesondere Özkacar, Kristoffer Lund und Alessio Castro-Montes.

So gilt die Hoffnung, dass bis Januar zumindest Joel Schmied und Dominique Heintz wieder mit dabei sein werden, womöglich sogar noch einmal vor Weihnachten. Bis dahin muss der FC weiter wurschteln und hoffen, dass nach zuletzt vier sieglosen Spielen in Folge gegen Leverkusen und Union Berlin noch ein Dreier herausspringt.

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