FC macht sich das Leben selbst schwer: Aus der Not wird ein Problem

Lukas Kwasniok im FC-Training. (Foto: Bucco)
Lukas Kwasniok im FC-Training. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln wartet seit vier Spieltagen auf einen Sieg. Aus der Personal-Not ist dabei inzwischen ein echtes Problem entstanden. Auch, weil sich der Aufsteiger das Leben selbst erschwert.

Vom Glück verfolgt ist der 1. FC Köln seit Anbruch der kalten und dunklen Jahreszeit nun wirklich nicht. Trainer Lukas Kwasniok ist seit einigen Wochen Spieltag für Spieltag zum Improvisieren gezwungen. Im Angriff brachen erst Marius Bülter und dann Jan Thielmann weg. Gegen Werder Bremen fehlte auch noch Ragnar Ache aufgrund einer Gehirnerschütterung. 

Von der Defensive ganz zu schweigen: Der erneute Kreuzbandriss von Luca Kilian im September war nur der Anfang. Es folgte die Schulterverletzung samt wochenlanger Ausfallzeit von Rav van den Berg, die schwere Knieverletzung von Timo Hübers, und nun die beiden Muskelverletzungen von Joel Schmied und Dominique Heintz. So sind von anfänglich sechs Innenverteidigern inzwischen nur noch zwei übrig geblieben. 

Statik des Kölner Spiels gerät ins Wanken

Öffentlich lamentieren will Lukas Kwasniok jedoch nicht. Der Trainer nimmt die wöchentliche Startelf-Bastelei eben, wie sie kommt. Doch ist in den vergangenen Wochen auch sichtbar geworden, dass der Aufsteiger derart viele Ausfälle eben doch nicht so einfach kompensieren kann. Die Statik des Kölner Spiels ist inzwischen stark ins Wanken geraten. 

Das hängt jedoch mitunter nicht nur an der Verletzungsmisere. Reihen sich zudem noch Formtiefs – wie beispielsweise zuletzt bei Sommer-Neuzugang Kristoffer Lund – ein, scheint das Kollektiv schlichtweg nicht mehr stabil genug, um die starken Leistungen vom Saisonbeginn weiter zu bestätigen. 

Sechs Spieler nicht auf ihrer stärksten Position

Dass viele Spieler aktuell zudem nicht auf ihren stärksten Positionen eingesetzt werden (können), tut dabei sein Übriges. Gegen St. Pauli wurden gleich sechs Spieler von Kwasniok nicht auf ihrer stärksten Position eingesetzt. Sebastian Sebulonsen und Eric Martel in der Innenverteidigung, Jakub Kaminski und Jan Thielmann auf den Schienen, Said El Mala im Sturmzentrum und Marius Bülter auf dem linken Flügel. Rechnet man zudem noch Rechtsfuß Rav van den Berg als linken Part in der Dreierkette hinzu, sind es sogar sieben Spieler.

Zwar haben alle FC-Profis bereits unter Beweis gestellt, dass sie auf der jeweiligen Position eine Alternative sein können. Wenn aber mehr als die halbe Mannschaft nicht auf ihrer stärksten Position zum Einsatz kommt, ist es nur wenig verwunderlich, dass die Rädchen nicht mehr in Gänze ineinandergreifen. 

Entertainment-Fußball vorerst eingestellt

So wird sich das Trainerteam in den nächsten Tagen wohl genau überlegen müssen, ob sie auf wenigen Positionen aktuell formschwachen Spielern wir Cenk Özkacar oder Lund nicht doch das Vertrauen schenken, wenn dafür der Großteil der anderen Spieler wieder die Sicherheit der Abläufe ihrer gewohnten Aufgabe bekommen. 

Denn so, wie der FC in den vergangenen Wochen aufgetreten ist, hat auch ein von Kwasniok immer wieder geäußertes Versprechen gelitten. Der Trainer hatte seit seinem Amtsantritt immer wieder betont, den Fans, die ins Stadion kommen und die an den Bildschirmen sitzen, etwas zu bieten und sie unterhalten zu wollen. Speziell an den letzten beiden Spieltagen gegen Werder Bremen und den FC St. Pauli war davon jedoch nur wenig zu sehen gewesen. Ob notgedrungen oder nicht, die stetige Aufstellungs-Bastelei macht dem 1. FC Köln das Leben dabei selbst schwer. 

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