„Sollten ehrlich miteinander sein“: Kessler appelliert an Realismus

Thomas Kessler will den 1. FC Köln Schritt für Schritt wieder in ruhigere Fahrwasser führen. (Foto: Bucco)
Thomas Kessler will den 1. FC Köln Schritt für Schritt wieder in ruhigere Fahrwasser führen. (Foto: Bucco)

Thomas Kessler will den 1. FC Köln als sportlich Verantwortlicher wieder in ruhigere Fahrwasser der Bundesliga führen. Der ehemalige Torhüter ist sich dabei bewusst, dass dies nur gelingen kann, wenn der FC bessere Arbeit macht als die Konkurrenz.

Thomas Kessler nutzte die rund eine Stunde Flugzeit von Köln nach München. Bevor der Sportdirektor am Sonntagvormittag im Sport1 Doppelpass auftrat, schaute der 39-Jährige noch einmal in die Statistiken der vergangenen Jahre. Und was dem ehemaligen Torhüter dabei auffiel, dürfte ihm nicht gefallen haben. „Ich habe das Privileg, seit 25 Jahren Teil des 1. FC Köln zu sein. In diesen 25 Jahren haben wir es dreimal geschafft, besser als Platz zehn abzuschließen“, berichtete Kessler anschließend von seiner Recherche.

Seit dieser Saison ist Kessler dabei erstmals in alleiniger sportlicher Verantwortung beim 1. FC Köln. Dabei ist das Ziel nach dem Wiederaufstieg klar: Obwohl der Sportchef im Sommer fast 25 Millionen Euro in den Kader investiert hat, zählt für den FC nichts anderes als der Klassenerhalt. „Wir wollen dieses Jahr die Klasse halten. Jedes Jahr, das wir in der Bundesliga bleiben, hilft uns natürlich auch wirtschaftlich. Da gibt es Themen wie die TV-Tabelle“, merkte Kessler an.

FC finanziell saniert – große Sprünge aber nicht möglich

Der Sportdirektor mahnte dabei, als Fahrstuhlmannschaft der vergangenen Jahre nun auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. „Wir sollten sehr rational und ehrlich miteinander sein. Wir haben nicht die wirtschaftlichen Möglichkeiten, jedes Jahr 50, 60, 70 Millionen Euro in die Mannschaft zu investieren“, sagte Kessler. Andere Mannschaften, die seit vielen Jahren ununterbrochen in der Bundesliga spielen und zudem auch bereits große Spielerverkäufe tätigen konnten, seien dabei Jahr für Jahr mit anderen finanziellen Möglichkeiten unterwegs.

Zwar gehört der FC zu den mitgliederstärksten Vereinen in ganz Deutschland. Finanziell waren die Kölner in den vergangenen Jahren jedoch alles andere als auf Rosen gebettet – sogar von einer drohenden Insolvenz war lange Zeit die Rede. Inzwischen ist der Club wirtschaftlich zwar gesundet, die großen Sprünge sind jedoch noch nicht zu erwarten. „Da müssen wir realistisch sein und das Beste aus unseren Möglichkeiten machen. Wir müssen im Rahmen unserer Möglichkeiten besser sein als die Konkurrenz“, forderte Kessler.

Mit guten Mitarbeitern und guter Arbeit: Kessler zuversichtlich

Dafür benötige der Club jedoch „gute Mitarbeiter und wir müssen einen guten Job machen.“ Heißt: Die Fehler auf dem Transfermarkt müssen minimiert werden. Zudem wird der Verein über kurz oder lang Spieler wie Said El Mala für viel Geld verkaufen müssen, um die Summe anschließend wieder in den Kader re-investieren zu können. Viele ablösefreie Wechsel von Top-Spielern, wie in den vergangenen Jahren von Ellyes Skhiri oder Tim Lemperle, kann sich der FC nicht leisten. Gelingt jedoch die Balance, dann ist auch Thomas Kessler „sehr zuversichtlich, dass wir den Club in den nächsten Jahren Step für Step nach oben bringen können.“

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