Zwei Jahre lang hat sich der Kader des 1. FC Köln kaum verändert. Im vergangenen Sommer ist schließlich der erste Teil des großen Umbruchs vonstatten gegangen. Von der Aufstiegsmannschaft ist auf dem Platz inzwischen immer weniger zu sehen.
Marvin Schwäbe ist im Kader des 1. FC Köln die große Konstante. Seit über vier Jahren ist der Torhüter die unangefochtene Nummer eins bei den Geißböcken. Seit dieser Saison führt der 30-Jährige den FC zudem als Kapitän auf das Feld. Vor ihm hat sich die Mannschaft in den vergangenen Monaten jedoch merklich verändert.
Neben Schwäbe standen am vergangenen Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05 nur zwei weitere Spieler auf dem Platz, die in der vergangenen Saison noch zur Aufstiegsmannschaft gehört hatten. Im zentralen Mittelfeld war Eric Martel im ersten Durchgang zum Einsatz gekommen, die rechte Schiene beackerte Linton Maina. Beide Spieler hatten im vergangenen Jahr maßgeblichen Anteil an der direkten Rückkehr in die Bundesliga gehabt.
Nur noch zwölf Aufstiegshelden im Kader
Zur Pause nahm Trainer Lukas Kwasniok dann einen Dreifach-Wechsel vor: Martel musste für Sommer-Neuzugang Tom Krauß weichen. Zudem kamen mit Ragnar Ache und Kristoffer Lund ebenfalls zwei Spieler auf das Feld, die erst seit dieser Saison zum FC-Kader zählen. Maina und Schwäbe verblieben damit bis zur Einwechslung von Luca Waldschmidt und Jan Thielmann als einzige Aufstiegshelden auf dem Platz. Wobei Waldschmidt in der 74. Minute für Maina eingewechselt wurde, weshalb sich die Anzahl an FC-erfahrenen Spielern zunächst nicht erhöht hatte.
Auch gegen den FC Bayern München standen nur zwei Feldspieler auf dem Platz gestanden, die zur Kölner Aufstiegsmannschaft gezählt hatten (Thielmann und Maina). Gegen den 1. FC Heidenheim waren es derer immerhin drei gewesen (Thielmann, Martel und Huseinbasic). Überhaupt besteht der 27 Spieler umfassende Kader derzeit nur noch aus zwölf Profis, die in der vergangenen Spielzeit bereits Teil des FC waren.
Vier Stammspieler in der Hinrunde
Mit Timo Hübers und Luca Kilian fallen zwei davon die restliche Saison aus. Matthias Köbbing ist zwar seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des Trainingskaders, für die Bundesliga-Spiele jedoch keine Option. Einzig Joel Schmied hatte abgesehen von Martel und Thielmann vor seiner Verletzung zu den gesetzten Feldspielern von Lukas Kwasniok gezählt. Nach seiner langen Pause wird sich der Schweizer jedoch im Februar erst einmal wieder in die Mannschaft spielen müssen.
„Nach der Transfersperre war es einfach nötig, der Mannschaft frisches Blut zuzuführen“, hatte Sportdirektor Thomas Kessler noch im Trainingslager in Spanien den großen Umbruch erklärt. Dieser soll dabei noch längst nicht abgeschlossen sein. Spätestens im Sommer werden weitere Veränderungen an der Mannschaft vorgenommen. „Wir wollen Stück für Stück versuchen, den Kader an die Bundesliga anzupassen und versuchen, ihn im Rahmen unserer Möglichkeiten zu verbessern.“
Fünf Verträge laufen aus
Zumindest auf der Abgabe-Seite wird Kessler dabei gar nicht viel tun müssen. Immerhin laufen die Verträge von Hübers, Kilian, Heintz, Kainz und Martel am Ende dieser Saison aus. Heintz hatte seine Bereitschaft für eine Verlängerung inklusive schneller Vertragsgespräche dabei schon durchblicken lassen. Ob der Sportdirektor jedoch noch mit dem Routinier plant, ist aktuell unklar. Noch hat es keine Gespräche gegeben. Florian Kainz wird den FC im Sommer nach siebeneinhalb Jahren wohl verlassen. Bei Martel ist hinsichtlich seiner Zukunft noch keine Entscheidung gefallen, bei Kilian und insbesondere Hübers wird ohnehin zunächst das Heilungsprozess ihrer schweren Knieverletzungen abgewartet werden müssen.
Doch auch bei einigen anderen Aufstiegshelden, deren Verträge nicht im Sommer auslaufen, könnten die Zeichen auf Trennung stehen. Linton Maina war in der Hinrunde kaum zum Zug gekommen und konnte sich erst zum neuen Jahr wieder vermehrt in die Mannschaft spielen. Luca Waldschmidt wurde zum Jahresstart in Heidenheim sogar aus dem Kader gestrichen, nachdem es unterschiedliche Auffassungen mit dem Trainer über dessen Rolle gegeben hatte. Auch Denis Huseinbasic könnte je nach Einsätzen in der Rückrunde nach dieser Saison über eine Veränderung nachdenken.
Und so ist es durchaus kein unrealistisches Szenario, dass im kommenden Sommer nur ein Jahr nach dem Wiederaufstieg mit Marvin Schwäbe und Jan Thielmann nur noch zwei Spieler aus dem Aufstiegskader beim FC verbleiben. Dann wäre der große Umbruch, den Thomas Kessler vor der aktuellen Saison eingeleitet hat, final abgeschlossen.





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