Seltenes Trainer-Lob: Diese Worte sollten dem FC Mut machen

Julian Schuster und Lukas Kwasniok nach dem Spiel in Freiburg. (Foto: IMAGO / STEINSIEK.CH)
Julian Schuster und Lukas Kwasniok nach dem Spiel in Freiburg. (Foto: IMAGO / STEINSIEK.CH)

Der 1. FC Köln verliert beim SC Freiburg, zeigt aber über weite Strecken erneut, dass der FC in dieser Form kein Abstiegskandidat ist. 

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Wer hinterher einen Blick auf die Spielstatistiken zwischen dem SC Freiburg und dem 1. FC Köln warf, konnte sofort sehen, warum der Sport-Club gewonnen hatte, aber auch, warum sich der FC wenig vorzuwerfen hatte. Die Freiburger hatten zwar deutlich weniger, aber dafür die besseren Tormöglichkeiten. Der SC lief mehr als der FC (was selten genug vorkommt in einem Spiel mit FC-Beteiligung).

Der FC wiederum hatte zwar die Spielkontrolle, leistete sich aber mehr Fehlpässe, schoss ungenauer oder wurde viel häufiger geblockt, gewann zwar mehr Zweikämpfe, bekam es in Freiburg aber mit einer höchst effizienten, eingespielten und mental bärenstarken Mannschaft zu tun. So war es nicht verwunderlich, dass Lukas Kwasniok hinterher „alle Hüte“ vor Julian Schuster und dessen Mannschaft zog.

Schusters Lob auch für Kwasniok

Der FC darf diese Niederlage nicht zu hart nehmen, die Leistung aber auch nicht schlechter machen als sie war. Wer Schuster kennt, der weiß, dass er nur selten auf einer Pressekonferenz mehr über den Gegner als über die eigenen Spieler spricht. Schuster bleibt bei sich, bei seinem Team. Nicht so am Sonntag. Am Sonntag zollte der SC-Coach dem Gegner großen Respekt.

Respekt, der ernst gemeint war. Kwasniok hatte Schuster mit der Aufstellung im 4-4-2 überrascht. Die Spieler setzten es bis auf wenige Phasen im Spiel gut um. Schuster sprach am Ende nicht ohne Grund von einem „sehr unangenehmen Spiel gegen einen sehr intensiven Gegner“ und betonte, dass es „sehr anspruchsvoll war gegen den FC zu spielen, weil Lukas und seine Mannschaft die Qualität haben, immer wieder anzupassen und das Spiel zu verändern“.

Freiburg liefert dem FC Anschauungsmaterial

Worte, die mehr waren als nur ein pflichtbewusstes Lob. Was für den Zuschauer nicht immer erkennbar war, vollzog sich über weite Strecken der 90 Minuten. Der FC war in Freiburg ebenbürtig und musste sich am Ende der Abgezocktheit eines Teams geschlagen geben, das über viele Jahre zu einer Bundesliga-Größe entwickelt wurde. An diesem Punkt ist der FC noch lange nicht. Aber immerhin war es Anschauungsmaterial, wohin sich die Geißböcke gerne entwickeln wollen.

Für die kurzfristige Betrachtung reichte es am Sonntag aber immerhin, um zu erkennen: Vieles in der Kölner Mannschaft stimmt, auch wenn am Ende null Punkte standen. Im Moment des Sieges gegen Mainz war längst nicht alles gut. Im Moment der Niederlage in Freiburg war längst nicht alles schlecht. Der FC tut gut daran, seinem Weg treu zu bleiben. Dann wird der Klassenerhalt gelingen.

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