Sprechchöre für Matchwinner – Wird die WM ein Thema?

Marvin Schwäbe wurde gegen Wolfsburg zum Matchwinner. (Foto: Bucco)
Marvin Schwäbe wurde gegen Wolfsburg zum Matchwinner. (Foto: Bucco)

Marvin Schwäbe hat dem 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg am Freitagabend spät die drei Punkte festgehalten. In der Nachspielzeit wurde der Keeper zum gefeierten Helden. Hinterher sprach der Kapitän auch über die Nationalmannschaft.

Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer, Alexander Haubrichs und Marc L. Merten

Vor zwei Wochen wurde Ragnar Ache nach dem Schlusspfiff in Müngersdorf von den Fans gefeiert. Der Angreifer hatte mit seinem Doppelpack im zweiten Durchgang für den 2:1-Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 gesorgt. Im folgenden Heimspiel wurde nun nicht Torschütze Linton Maina, sondern Torhüter Marvin Schwäbe zum Matchwinner.

In der 92. Minute parierte der Schlussmann stark gegen Kento Shiogai, nachdem Sebastian Sebulonsen im eigenen Fünfmeterraum unfreiwillig auf den Japaner abgelegt hatte. Kurz darauf vereitelte der Schlussmann die nächste Großchance für den VfL, nachdem eine Hereingabe flach auf den zweiten Pfosten zu Adam Daghim kam. Per starker Fußabwehr verhinderte Schwäbe jedoch den späten Nackenschlag zum 1:1.

Erst beschäftigungslos, dann Matchwinner

Zuvor hatte Schwäbe einen beinahe beschäftigungslosen Abend in Müngersdorf erlebt. „Es ist schön, wenn man der Mannschaft helfen kann, anstelle dass ich gar keinen Ball gehalten hätte“, sagte ein erleichterter Torhüter nach dem Spiel, fügte aber auch nüchtern zu seinen Paraden hinzu: „Am Ende ist es mein Job.“

Während Maina am Freitagabend vorne das entscheidende Tor machte, war es schließlich Schwäbe, der die Punkte festhielt. Vom Torschützen gab es danach auch ein Sonder-Lob: „Er war nicht nur in dem Spiel wichtig. Was er hier in den letzten Jahren macht, ist unfassbar“, sagte der Angreifer. „Das ist sehr hohes Niveau in der Bundesliga. Er hält uns zusammen, nicht nur auf dem Platz, sondern auch mit dem, was er neben dem Platz beiträgt. Wir sind froh, dass er unsere Nummer eins ist.“

Das sagt Schwäbe zum WM-Traum

Zwar offenbarte der FC-Kapitän im bisherigen Saisonverlauf häufig Schwächen bei hohen Flanken, dafür überzeugt Schwäbe umso mehr mit seinen Reflexen auf der Linie. „Vielleicht hat man das ein Stück weit im Gen, es ist aber auch jahrelange, harte Arbeit“, erklärte der Keeper, der zuletzt sogar von einigen Experten wieder für die Deutsche Nationalmannschaft ins Spiel gebracht wurde.

Wirkliche Hoffnungen auf ein WM-Ticket rechnet sich Schwäbe aber nicht aus. Der 30-Jährige sagte ehrlich: „Es ist ein Stück weit weg, da sind einige Torhüter vor mir.“ So ganz abschlossen scheint Schwäbe aber nicht mit dem Thema zu haben. „Ich würde mich unfassbar freuen und es wäre eine Ehre, für Deutschland spielen und dabei sein dürfen.“ In den letzten Monaten gab es zum DFB jedoch keinen Kontakt. Was nicht ist, kann ja aber noch werden – eine Länderspielpause bis zur Weltmeisterschaft im Sommer bleibt schließlich noch.

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