Die Stärke des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg entsprang vor allem in den ersten 45 Minuten aus einem funktionierenden Kern: Tom Krauß und Eric Martel schufteten, damit andere glänzen konnten. Für Trainer Lukas Kwasniok ein Sinnbild für die Qualitäten seiner Mannschaft.
Wolfsburgs Trainer Daniel Bauer wirkte einigermaßen zerknirscht, als er die Partie auf der Pressekonferenz analysierte. Er hatte zufrieden verfolgt, wie seine Mannschaft aus der Pleite gegen das Schlusslicht Mainz 05 gelernt zu haben schien und in der Anfangsphase alle Angriffsbemühungen des 1. FC Köln neutralisierte.
Ab der zehnten Minute wurde jedoch augenfällig, dass der Schachzug von Lukas Kwasniok, Eric Martel neben Tom Krauß aufzubieten, den gewünschten Effekt hatte: einen starken „Kern” auf dem Spielfeld, der den Angriffsbemühungen Sicherheit gab.
Kwasnioks Ablenkungsmanöver mit Krauß „oder” Martel
„Die fußballerische Qualität von Wolfsburg ist ja bekannt. Wir haben Abgreifer gebraucht, die das Zentrum schützen”, erklärte der FC-Coach. Der 44-Jährige hatte noch auf der Pressekonferenz von einem „entweder Krauß oder Martel” gesprochen, was sich ähnlich wie in der Woche zuvor mit den Stürmern Blüten oder Ache als Ablenkungsmanöver herausstellte.
Mit den beiden Sechsen hatte das Mannschaftsgefüge ausreichend Stabilität, sodass immer mehr Angriffe entweder über die Schiene mit Kristoffer Lund und Jakub Kaminski oder über die nicht minder gefährliche Seite mit Alessio Castro-Montes und Linton Maina gefahren werden konnten. Maina war es schließlich, der mit seinem linken Fuß die lang ersehnte Führung erzielte. Nach einem Pass von Krauß, wohlgemerkt. Der 24-Jährige hatte aber vor allem in der zweiten Hälfte genug mit der Defensivarbeit zu tun und musste dabei einige harte Tritte von Ex-FC-Star Yannick Gerhardt einstecken.
Für Zauber-Fußball ist Müngersdorf nicht der richtige Ort
Kwasniok fordert von seinen Spielern genau jene Attribute, die das Duo vorlebte. „Jeder hat Stärken und Schwächen. Wenn die Menschen ins Stadion kommen und Zauberfußball sehen wollen, müssen sie in ein anderes Stadion gehen. Aber sie werden von den Jungs unfassbare Aufopferungsbereitschaft bekommen. Die Tribute sind in Vergessenheit geraten, weil sie unsexy wirken. Deutschland ist dann Weltmeister geworden, wenn es über Leidenschaft und Zweikampfstärke gespielt hat. Der Klassenerhalt ist unsere Weltmeisterschaft.“
Auch Eric Martel will sich mit Leidenschaft, Mentalität und Zweikampfstärke aus seiner Formdelle hervorkämpfen. Der 23-Jährige stand beim sechsten Saisonsieg erneut in der Startelf – ein Zeichen dafür, dass der FC die Qualitäten des U21-Nationalspielers benötigt.
Die Jungs sind bereit, für diesen Verein extrem viel zu investieren.
Lukas Kwasniok
Für Kwasniok stehen die beiden aber auch stellvertretend für einen Geist, der das ganze Team beflügelt. Immer wieder sah man, wie sich die Profis gegenseitig anfeuerten und sich für gewonnene Zweikämpfe, starke Paraden oder erkämpfte Einwürfe lobten. Der 44-Jährige war entsprechend stolz, räumte dabei aber auch ein, dass die Serie ohne Sieg an den Nerven gezehrt hatte. „Ich habe das auch in der Zeit gesehen, als wir Spiele verloren haben. So haben wir uns aus dieser misslichen Lage herausgearbeitet. Wir waren in jedem Spiel voll dabei und haben nie gegeneinander gearbeitet. Die Jungs sind bereit, für diesen Verein extrem viel zu investieren. Es war nur eine Frage der Zeit, bis dieser Bock umgestoßen wird. Plötzlich wird wieder auf diese Attribute hingewiesen. Nach einer Niederlage wird das eher selten erwähnt.“
Nun warten ein paar richtig harte Brocken auf den FC. „Gegen Leipzig wird es auch sicher nicht ganz so einfach”, nennt Kwasniok nur die nächste Partie. „Aber mit dieser Mentalität und diesen Zuschauern im Rücken kann man viel erreichen.“ Mit einem sicheren Kern im Zentrum wie gegen Wolfsburg, zum Beispiel mit dem Arbeiter-Duo Tom Krauß und Eric Martel.








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