Ruthenbeck sauer auf Mailänder: „Geht mir auf den Sack!“

Stefan Ruthenbeck am Mittwochabend an der Seitenlinie gegen Inter. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Stefan Ruthenbeck am Mittwochabend an der Seitenlinie gegen Inter. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Der Zuschauer-Weltrekord in der UEFA Youth League macht den 1. FC Köln stolz. Gegner Inter Mailand hingegen sorgt hinterher für Ärger bei den FC-Verantwortlichen.

Es war eine komplett neue Kulisse für fast alle Spieler des 1. FC Köln und Inter Mailand am Mittwoch im RheinEnergieStadion. Kaum einer der Teenager auf dem Rasen in Müngersdorf hatte zuvor schon einmal vor 50.000 Zuschauern gespielt, schon gar nicht in einem K.o.-Spiel eines internationalen Wettbewerbs. So mag nach 90 Minuten mit dem einen oder anderen wohl das Adrenalin durchgegangen sein.

Als Inter in der Nachspielzeit mit zwei Toren für die Entscheidung im Sechzehntelfinale sorgte und den FC aus dem Wettbewerb kegelte, konnten es die Geißböcke kaum fassen. Doch während die FC-Spieler enttäuscht zu Boden sanken, sprinteten die Italiener geschlossen zu ihren Torschützen – und jubelten provokant in Richtung Kölner Fans vor der Südkurve.

Ruthenbeck schimpft: „Die sind nicht gut erzogen“

Es war der unschöne Abschluss eines außergewöhnlichen Abends. Weil von Inter kaum ein Fan ins Stadion gekommen war, hatte es keine Gäste-Fankurve im eigentlichen Sinn gegeben. Hier und da saßen oder standen zwar Fans in Inter-Trikots oder -Schals auf den Rängen. Doch die Spieler hatten keinen Anlaufpunkt für ihren Jubel. Und so entschieden sie sich, an der Eckfahne zum Südwesten in Müngersdorf ihre Freude in Richtung FC-Fans rauszuschreien.

Ein Umstand, der bei den FC-Verantwortlichen nicht gut ankam. Trainer Stefan Ruthenbeck schimpfte nach der Partie: „Das würde ich meinen Jungs verbieten, wenn wir in Mailand gespielt hätten“, sagte Ruthenbeck zum Jubel bei den gegnerischen Fans. „Das gehört sich nicht und ist einfach nicht in Ordnung. Das geht mir auf den Sack. Die sind nicht gut erzogen. In der Fankurve hast du nichts verloren, das ist pure Provokation.“

Das Game Management, das Mailand am Ende hatte, kann man auch als nicht fair bezeichnen

Stefan Ruthenbeck

Schon nach der 0:1-Führung in der 47. Minute hatte Inter das bei den Profis berüchtigte Zeitspiel und die Provokationen in direkten Duellen begonnen. Nach vielen härteren Zweikämpfen blieben die Inter-Spieler liegen, führten Einwürfe erst nicht aus, schlichen bei Auswechslungen erst in die falsche Richtung, ehe der Schiedsrichter sie auffordern musste, den Platz zu verlassen. Für Ruthenbeck ein Unding auf Nachwuchs-Ebene.

„Das Game Management, das Mailand am Ende hatte, kann man auch als nicht fair bezeichnen. Sie lagen immer wieder auf dem Boden, haben für lange Pause gesorgt“, sagte der 53-Jährige, gab aber auch zu: „Da waren sie schlauer als wir. Vielleicht hat die cleverere Mannschaft heute gewonnen. Ich kann dann aber nicht dahingehen und einen Handshake machen“, gab Ruthenbeck enttäuscht und verärgert zu.

Halfmann zeigt Verständnis

Nachwuchs-Chef Markus Halfmann wollte es dagegen nicht so eng sehen. „Das sind Jugendliche. Das ist natürlich nicht richtig, aber sie waren voller Adrenalin in so einem Moment. Für sie war es auch das erste Mal vor so vielen Menschen. Das muss man bei allem, was passiert, in Rechnung stellen.“ Am Ende kühlten die Emotionen wieder ab, die Inter-Spieler verschwanden jubelnd in der Kabine, während sich die FC-Talente von den Fans noch einmal feiern ließen für ihre starke Youth-League-Saison.

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