Ein Flitzer hat das Youth-League-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Inter Mailand in der Nachspielzeit unterbrochen. Die letzten Gegentore fielen dann in den Schlusssekunden.
„Dich haben wir jetzt noch gebraucht!“ Mit diesen Worten kommentierte Stadionsprecher Michael Trippel am Mittwochabend den Moment, als ein Flitzer in der ersten Minute der Nachspielzeit zwischen dem 1. FC Köln und Inter Mailand auf den Rasen stürmte. Ein junger Mann mit Smartphone in der Hand, der seinen Ausflug von den Rängen offenbar filmte.
Der Flitzer drehte, verfolgt von mehreren Ordnern, seine Runden auf dem Platz, ehe er schließlich Stefan Ruthenbeck in die Arm lief und den U19-Trainer der Geißböcke herzte. Ruthenbeck nahm es mit Humor, umarmte den Fan und übergab ihn schließlich in die Obhut der Ordner, die weniger Verständnis für die Aktion des Mannes hatten.
So erklärt Ruthenbeck den Flitzer-Auftritt
Der Flitzer wurde abgeführt und bekam nicht mehr mit, was anschließend auf dem Rasen passierte. Die ursprüngliche Nachspielzeit von fünf Minuten wurde wegen des Auftritts des Mannes überzogen, und so kassierte der FC nach sechs Minuten in der Nachspielzeit tatsächlich noch das 1:2 und schied damit am Ende aus. Trippel rief daraufhin noch einmal erzürnt ins Mikrofon, dass das Gegentor auch die Schuld des Flitzers gewesen sei, weil ohne ihn die Nachspielzeit schon abgelaufen gewesen sei.
Doch am Ende spielte es keine Rolle. Der FC verlor und musste das Aus in der Youth League akzeptieren. „Ich habe ihn aufgefangen, in den Arm genommen habe ich ihn nicht“, berichtete Ruthenbeck später, der damit das Spektakel des Flitzers einfach hatte beenden wollen. „Solche Unabwägbarkeiten müssen die Jungs auch lernen.“ Ob dadurch noch einmal die Konzentration der Spieler abhanden gekommen war, wollte der FC-Trainer nicht kommentieren.
Nicht auszumalen, was dann hier losgewesen wäre
Markus Halfmann
NLZ-Chef Markus Halfmann schaute stattdessen auf eine andere Situation zurück, die eine Minute vor dem Gegentor zum 1:2 passiert war: eine Großchance von Fynn Schenten, der im Strafraum auch noch die Möglichkeit gehabt hätte vor dem gegnerischen Torhüter quer zu legen. „Vielleicht erzielen wir auch das Tor in der Situation kurz davor, als Fynn in den Strafraum dribbelt. Nicht auszumalen, was dann hier losgewesen wäre“, sagte Halfmann.
„Andersherum ist es natürlich furchtbar“, fuhr der Akademie-Chef fort. „Ob es an dem Flitzer lag, weiß ich nicht. Natürlich stört es den Rhythmus. Mit einer Minute auf der Uhr dachten wir vielleicht, dass wir es ins Elfmeterschießen schaffen.“ So kam es anders – statt Elfmeterschießen (in der Youth League gibt es keine Verlängerung) gab es Tränen und Frust für das Ausscheiden gegen Inter. Und der Flitzer dürfte sich nun fragen, ob es das Video und die Geldstrafe, die ihm nun droht, wert gewesen waren.








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