Im September 2017 beendete Artjoms Rudnev plötzlich und unerwartet mit nur 29 Jahren seine Karriere beim 1. FC Köln. Mehr als acht Jahre später ist der ehemalige Stürmer nun wieder in einer offiziellen Funktion aufgetaucht.
Es war einer dieser Momente, die selbst beim 1. FC Köln für großes Erstaunen sorgten. Artjoms Rudnevs – Bundesliga-Profi, Teil der Kölner Europa-League-Mannschaft, gerade einmal 29 Jahre alt – zog im September 2017 plötzlich einen Schlussstrich unter seine Karriere. Ohne lange Vorankündigung, ohne den üblichen Abschied. Rudnevs war plötzlich einfach nicht mehr da.
Mehr als acht Jahre später ist der frühere FC-Stürmer nun wieder aufgetaucht. Allerdings nicht auf der großen Fußballbühne, sondern dort, wo alles begann: in seiner lettischen Heimat. Beim BFC Daugavpils arbeitet Rudnevs inzwischen in der Fußballschule, betreut Nachwuchsspieler und gibt seine Erfahrungen weiter. Ein leiser Wiedereinstieg in den Fußball – und einer, der zu seiner Geschichte passt.
Stiller Abschied von der Fußball-Bühne
Denn sein Abschied damals war alles andere als gewöhnlich. Rudnevs hatte den FC selbst um die Auflösung seines Vertrags gebeten. Die Verantwortlichen kamen diesem Wunsch nach, obwohl sein Kontrakt noch bis 2019 lief. Die Hintergründe blieben bewusst im Privaten. „Sein Entschluss stand fest. Er wollte seine Karriere beenden und zurück in die Heimat“, erklärte der damalige Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Sportchef Jörg Schmadtke ergänzte auf der Pressekonferenz am 29. September 2017: „Artjoms hat private, familiäre Probleme. Ich hoffe, er kriegt sie in den Griff.“
Rudnevs Entscheidung hatte also keine sportlichen Gründe. Der 38-fache lettische Nationalspieler zog sich in der Folge vollständig zurück. Kein Profifußball mehr, keine öffentliche Auftritte – praktisch überhaupt kein Kontakt zur Fußballöffentlichkeit. Für den FC hatte Rudnevs insgesamt 22 Pflichtspiele bestritten, dabei vier Tore und vier Vorlagen erzielt. Die meisten Bundesliga-Spiele machte der Angreifer jedoch für den Hamburger SV (17 Tore, acht Vorlagen).
Akademieleiter schwärmt von Rudnevs
Nun also Rudnevs Rückkehr in den Fußball, wenn auch in anderer gänzlich Rolle. In Daugavpils kümmert sich der inzwischen 38-Jährige um die Ausbildung junger Talente. Dabei geht es nicht nur um Trainingseinheiten, sondern auch um die Entwicklung der Spieler als Persönlichkeiten. Akademiedirektor Dennis Sarafanuks beschreibt die Zusammenarbeit als großen Gewinn für den Nachwuchsbereich und hebt vor allem Rudnevs’ Erfahrung auf höchstem Niveau hervor, die er nun an die nächste Generation weitergeben könne.
„Das ist eine wertvolle Bereicherung, nicht nur für Daugavpils, sondern für die gesamte Entwicklung des lettischen Fußballs“, wird Sarafanuks in der MoPo zitiert. Gleichzeitig betont der Akademieleiter, wie bodenständig und nahbar der ehemalige Bundesliga-Profi im Umgang mit den Jugendlichen auftrete. Rudnevs ist zurück im Fußball. Nicht als Profi, nicht als öffentliche Figur. Sondern als jemand, der seine eigene Geschichte offenbar verarbeitet hat und sie nun nutzt, um anderen den Weg zu erleichtern – fernab des großen Rampenlichtes.








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