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Pizarro da, Rudnevs weg: Kölns neue Sturm-Hierarchie

Der 1. FC Köln hat mit Claudio Pizarro eine neue Variante im Sturm dazu gewonnen. In Artjoms Rudnevs verlor der Effzeh derweil einen Angreifer, der nie so richtig am Geißbockheim angekommen war. Verändert sich durch die Rochade in der Offensive nun die Sturm-Hierarchie?

Köln – Neben der Verpflichtung des vertragslosen Claudio Pizarro war es die große Überraschung am Freitag: Artjoms Rudnevs ließ durch Jörg Schmadtke sein sofortiges Karriereende verkünden. „Er hat darum gebeten, seinen Vertrag aufzulösen, weil er persönliche Probleme hat. Wir haben diesem Wunsch schweren Herzens entsprochen, weil wir die Dringlichkeit bei ihm gespürt haben“, erklärte der FC-Manager. Im Alter von gerade einmal 29 Jahren, nach 22 Spielen für den 1. FC Köln (vier Tore) und vielen kleineren Verletzungen ist für den Letten Schluss. Über die genauen Gründe schwieg sich der Verein aus und bat um Respekt vor der Privatsphäre des Stürmers, der angeblich zunächst in seine Heimat zurückkehren wird.

Pizarro soll mit seiner Erfahrung helfen

Dass Rudnevs sich zu diesem Entschluss durchgerungen hatte, war allerdings nicht der Grund für die Kölner, Claudio Pizarro zu verpflichten. Die Geissböcke hatten sich bis dahin in dieser Saison extrem abschlussschwach gezeigt. Ein sportliches Problem, das in den letzten acht Pflichtspielen lediglich zu zwei Treffern führte, aber auch mental soll Pizarro insbesondere den jungen Spielern weiterhelfen. „Wir hatten den Eindruck, dass wir den Druck von unseren Spielern nehmen müssen“, erklärte Schmadtke. Zudem erhoffe man sich den „Effekt, dass Claudio über große Erfahrung verfügt, die er vor allem an seine Stürmerkollegen weitergeben kann. Auch für die Spanisch-sprechende Gruppe kann er eine große Hilfe sein, damit die Integration und die Verständigung auf dem Platz noch besser wird.“ Soll heißen: Insbesondere der bislang sehr engagierte, aber glücklose Rekord-Neuzugang Jhon Cordoba soll von seinem erfahrenen Sturm-Partner profitieren.

Dass der Peruaner auf dem Feld nicht die allermeisten Rasenmeilen sammeln wird, ist derweil Trainer Peter Stöger bewusst. „Uns ist klar, dass er nicht 90 Minuten Vollgas geben kann. Aber es wird Sequenzen in unserem Spiel geben, in denen er uns sofort helfen kann. Manchmal ist Erfahrung mehr wert als über 90 Minuten laufen zu können.“ Seine Qualitäten hat der noch 38-jährige in der Tat an anderen Stellen. Insbesondere sein Torinstinkt soll dem Effzeh zu mehr Gefahr im gegnerischen Strafraum verhelfen. Mit 191 Toren ist Pizarro der erfolgreichste ausländische Stürmer der Bundesliga-Geschichte. „Wir haben auch in dieser Saison schon Spiele gehabt, in denen ich das Gefühl hatte, dass er seine Quote bei uns hätte ausbauen können. Deswegen glaube ich, dass er uns als Spieler in der Box, in dem Bereich, wo es gefährlich wird, helfen kann“, glaubt Stöger an seine neue Alternative.

So einen Spieler wie Claudio gab es bei uns nicht im Kader

Ist Pizarro nun also hinter Jhon Cordoba die erste Option als Joker? Und was wird aus Sehrou Guirassy? Verschiebt sich durch Pizarro die Hierarchie im Sturm? Klar ist: Cordoba wird weiterhin die Nummer eins in der Spitze bleiben – mit Pizarro als erster Alternative. Gleichzeitig muss dies aber nicht bedeuten, dass beide Stürmer nicht zusammen auflaufen können, verriet Stöger. „Sie sind unterschiedliche Spielertypen. So einen Spieler wie Claudio gab es bei uns nicht im Kader, er ist also kompatibel mit allen Jungs, die um ihn herum spielen könnten. Das bedeutet auch, dass er mit allen zum Einsatz kommen kann.“

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