Der 1. FC Köln und seine Fans haderten mit der Abseits-Entscheidung von Referee Frank Willenborg und dem VAR. Kurios: In England hätte es den Skandal nicht gegeben.
Nach minutenlanger Kommunikation mit dem Kölner Keller entschied sich Bundesliga-Schiedsrichter Frank Willenborg beim Spiel des 1. FC Köln gegen RB Leipzig gegen Rot und Elfmeter – und rettete sich wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung von Sebastian Sebulonsen und der vermeintlichen Klärung des Balles unter Bedrängnis von Nationalspieler David Raum.
„Es ist sehr frustrierend“, sagt FC-Profi Jan Thielmann, dessen Schuss von Leipzig-Mittelfeldspieler Christoph Baumgartner per Hand abgewehrt wurde. „Du kannst die Linie ziehen, wie du willst – ob du die dann zwei Zentimeter weiter links oder rechts ziehst. Ich glaube, es ist, um den Schiedsrichtern das Leben ein bisschen zu erleichtern und zu sagen: Es war eine faktische Abseitsentscheidung. Aber es ist eine Frechheit.“
Florian Wirtz profitierte von Toleranz-Regel
Kurios: In der Premier League hätte es diese unselige Diskussion gar nicht erst gegeben. Die Engländer haben nach endlosen Debatten um die angeblich so unbestechliche, aber eben doch in Teilen willkürliche Ziehung der halbautomatischen Abseitslinie nämlich eine Toleranzgrenze eingeführt. Seitdem wird bei besonders knappen Abseitsstellungen von bis zu fünf Zentimetern im Zweifel für den Angreifer entschieden.
So zählte im Januar ein Tor von Nationalspieler Florian Wirtz für den FC Liverpool beim FC Fulham, obwohl er einige Zentimeter im Abseits stand. Der DFB lehnte das damals ab. „Technisch mag das möglich sein, die Regel gibt das aber nicht her, bei Abseits gibt es keine Toleranz”, sagte DFB-Schiedsrichterchef Knut Kircher gegenüber dem Kicker.
Kessler: „Abseits ist Abseits“
Allerdings schien bei der vermeintlichen Abseitsstellung Sebulonsens nicht einmal ein Körperteil, sondern allenfalls ein Stück vom Schuh näher am Tor zu sein als die Schulter des Leipziger Verteidigers. Eine Regeldiskussion will FC-Sportchef Thomas Kessler trotzdem nicht anzetteln. „Ich bin da schon der Meinung: Abseits ist Abseits. Das ist in diesem Fall auch nicht mein Thema. Mir geht es darum, dass man sieben Minuten braucht, um das zu entscheiden. Und ob Nationalspieler David Raum den Ball unbedrängt klären konnte“, sagt Kessler auf GEISSBLOG-Nachfrage.
In Italien oder Spanien gibt es ebenfalls keinerlei Toleranz. Die Engländer hingegen führen Restzweifel an der Fehlerfreiheit der Technologie an und entscheiden im Zweifel für den Angreifer. Die Toleranzgrenze der Premier League hätte dem 1. FC Köln die hitzigen Diskussionen und das Gefühl, um einen Punkt gebracht worden zu sein, wohl erspart.








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