Keine Mannschaft foult seltener als der 1. FC Köln. Sind die Geißböcke zu brav, um die Großen der Bundesliga zu bezwingen? Trainer Lukas Kwasniok hat eine klare Meinung.
Am Samstagabend in Stuttgart unternimmt der 1. FC Köln den nächsten Anlauf, ein Top-Team zu schlagen. Bislang wurden gute Leistungen gegen die Besten der Liga nie belohnt. Auch, weil der Aufsteiger zu lieb ist? Laut der offiziellen Bundesliga-Statistik hat der FC an den bisherigen 21 Spieltagen erst 165-mal gefoult – in dieser Hinsicht sind die Geißböcke die fairste Mannschaft im deutschen Oberhaus.
Lukas Kwasniok kann mit der Frage, ob sein Team zu brav auftritt, allerdings gar nichts anfangen. Der Trainer sagt: „Ich habe nicht das Gefühl, dass wir nur Pfadfinder auf dem Feld haben, sondern schon auch Jungs, die hinlangen können.“
Kwasnioks Ansage im Training
Und überhartes Einsteigen sei ohnehin nicht sein Fall. „Eine meiner ersten Ansagen den Jungs gegenüber bei einem Vier-gegen-vier im Training war: Wenn einer den anderen bewusst umtritt – direkt duschen!“
Nicht zuletzt aufgrund des Videobeweises mache eine solche Spielweise keinen Sinn. „Dann kommt der VAR, auch wenn du glaubst, du machst etwas, was niemand sieht. Ich glaube, es ist viel wichtiger, das Spiel mit elf Mann zu beenden.“
Zweimal in Unterzahl, zweimal spät verloren
Zweimal in dieser Saison gelang dem FC dies nicht. In Dortmund verletzte sich Timo Hübers, nachdem Kwasniok schon fünfmal gewechselt hatte, und gegen Union Berlin flog Rav van den Berg aufgrund seines unglücklichen Handspiels mit Rot vom Platz – beide Partien verloren die Kölner ganz spät mit 0:1.
„Im Elf-gegen-elf passiert dir das höchstwahrscheinlich nicht“, meint der FC-Trainer. „Deswegen animiere ich meine Jungs immer, sich nach Möglichkeit nicht mit einer Gelben Karte selbst früh zu belangen.“ Seine Spieler sollen sich auf das Fußballerische konzentrieren und „leidenschaftlich gemeinsam verteidigen, keine unnötigen Freistöße provozieren“.
Ich glaube nicht, dass es die Wahrscheinlichkeit erhöht, Spiele zu gewinnen, wenn du eine Treter-Mannschaft hast.
Lukas Kwasniok
Denn weitere Freistöße des Gegners wären ja eine logische Konsequenz einer härteren Spielweise. Und Kwasniok, dessen FC bei ruhenden Bällen des Gegners die schwächste Mannschaft der Liga ist, kommentiert süffisant: „Wir sind ja bei Standards extrem gut. Wenn da noch mehr Freistöße hinzukommen, haben wir natürlich erst recht gewonnen.“ Sein Ansatz ist ein anderer: „Ich glaube nicht, dass es die Wahrscheinlichkeit erhöht, Spiele zu gewinnen, wenn du eine Treter-Mannschaft hast.“







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