Katerstimmung noch vor Aschermittwoch: Der 1. FC Köln hat sich beim VfB Stuttgart mit 1:3 (0:1) geschlagen geben müssen und die zweite Niederlage in Folge kassiert. Entsprechend frustriert fielen hinterher die Stimmen zum Spiel aus.
Aus Stuttgart berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
Marvin Schwäbe
„Am Ende ist es absolut ernüchternd. Die ersten 20 Minuten ging es gefühlt nur ums Überleben, wir waren ein bisschen zu überhastet. Danach haben wir ins Spiel gefunden und hatten unsere Chancen. Das war soweit in Ordnung. Nach der Pause erkämpfen wir uns das 1:1, das zu diesem Zeitpunkt ein Stück weit verdient war. Danach waren wir aber wieder zu passiv. Wenn wir uns hinten reinfallen lassen, hat der VfB die Qualitäten. Da hätten wir aktiver und höher verteidigen müssen. Das müssen wir analysieren. Manchmal gibt es diesen Schutzgedanken, um das 1:1 zu halten und zu verteidigen, anstatt das Spiel weiter zu gestalten. Die anderen Ergebnisse hätten wir heute nützen können. Da wäre alleine schon der Punkt heute Gold wert gewesen.“
Jan Thielmann
„Wir haben schwer in das Spiel gefunden, dann sind wir gegen Ende der ersten Halbzeit ins Spielen gekommen, haben uns Torchancen herausgespielt und hätten das eine oder andere machen können. Dann haben wir eine Druckphase, treffen und haben gefühlt alles im Griff. Diese Phase ist aber tückisch, und so kriegen wir zwei Gegentore. Das war definitiv vermeidbar. Da müssen wir künftig das Spannungslevel höher halten. Wieder stehen wir nach einem ordentlichen Spiel ohne Punkte da. Das nervt uns. Ich bin trotzdem guter Dinge. Wenn man schlecht spielt und nicht punktet, muss man sich sorgen machen. Wir spielen aber gut und punkten nicht. Also müssen wir noch an uns feilen und die Dinge optimieren. Die Basis stimmt aber.“
Ragnar Ache
„Im Training hat der Lupfer zuletzt nicht geklappt, heute schon. Daran habe ich aber gar nicht mehr gedacht. Das ging so schnell. Als wir das 1:1 gemacht haben, hatten wir eine sehr gute Phase. Dann haben wir das Spiel zu einfach weggegeben. Wir waren vielleicht zu unkonzentriert. In der ersten Halbzeit kriege ich einen Schubser, und wenn man gerade zum Kopfball hochgeht, ist man in 100 von 100 Fällen dann aus der Balance. Wenn er das nicht macht, komme ich zum Ball. Das ist eine komische Diskussion, weil er das Foul außerhalb des Strafraums geben würde. Im Sechzehner gibt er es nicht. Wenn wir da einen Elfer kriegen, hätte es das Spiel ändern können. Es ist immer eklig, gegen Jeff (Chabot) zu spielen. Der ist ja fast zwei Meter groß. Der muss beim Kopfball fast nicht hochspringen.“
Marius Bülter
„Es ist bitter. Wir waren nah dran, hier einen Punkt mitzunehmen. Aufgrund der zweiten Halbzeit wäre es verdient gewesen. Wir arbeiten weiter. Es ist nicht so, dass wir in einem Loch stecken. Wir machen gute Spiele, wir müssen uns nur mal belohnen. Es ist gefühlt das fünfte, sechste Mal in dieser Saison, dass man nach dem Spiel in der Kabine sitzt und sich nicht viel vorwerfen kann, aber trotzdem mit null Punkten dasteht. Das tut weh.“
Lukas Kwasniok
„Glückwünsche an den VfB Stuttgart, auch wenn es einem nach einer Niederlage immer schwerfällt. Wir hatten keinen guten Start in das Spiel und haben gleich einen Hundertprozenter gegen uns, den Undav glücklicherweise nicht macht. Das hat die Mannschaft ein wenig verunsichert. Beim 0:1 haben wir uns mannschaftstaktisch nicht ganz clever verhalten. Wir haben uns dann aber geschüttelt. Das ist das Naturell unserer Mannschaft und echt unglaublich. Wir sind viel auf den zweiten Ball gegangen, haben den Gegner gestresst. So haben wir ein bisschen Oberwasser bekommen. In der zweiten Halbzeit hatte ich das Gefühl, dass es an der Zeit ist, offensiv zu wechseln. Wir sind all-in gegangen. Beim zweiten Tor kannst du suchen und wirst nicht so viel finden – da hat es der VfB überragend gemacht. Das 1:2 war der Gnadenstoß. Da nochmal hinterherzustoßen war schwer. Mit dem 1:3 war der Deckel dann drauf. Täglich grüßt uns das Samstagabend-Murmeltier. Es war eine gute Leistung gegen einen Top-Gegner und am Ende stehen wir wieder mit leeren Händen dar.“
Sebastian Hoeneß
„Danke für die Glückwünsche. Da gibt es nicht mehr viel hinzuzufügen. 25 Minuten spielen wir sehr gut, auch wenn die Chance von Kaminski für uns negativ heraussticht. Wir machen dann das Tor – dann wurde es aber ein bisschen offener. Wir haben es versäumt, weiterhin einfach und klar zu spielen. Wir haben zu kompliziert gespielt und nicht mehr die einfachen Lösungen gesucht. Ich habe den FC noch nie so richtig unterlegen gesehen, deswegen war klar, dass das 1:0 ein gefährliches Ergebnis bleibt. Ich kann meiner Mannschaft gratulieren, dass sie bis zum Schluss an sich glaubt. Das 2:1 geht nicht viel besser. Das war für uns heute sehr wichtig. Ich glaube, dass das Ergebnis in Ordnung geht. Ich wünsche Lukas und seiner Mannschaft alles Gute, sie sind auf einem guten Weg.“






Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!