Vier Niederlagen in 2026, ein entscheidendes Problem

Der 1. FC Köln bringt sich nach eigenen Toren immer wieder um den Lohn. (Foto: Bucco)
Der 1. FC Köln bringt sich nach eigenen Toren immer wieder um den Lohn. (Foto: Bucco)

Vier Niederlagen hat der 1. FC Köln in diesem Kalenderjahr bereits kassiert. Auffällig war dabei insbesondere ein fatales Muster, das den Aufsteiger immer wieder um den Lohn gebracht hat.

Der 1. FC Köln hätte gegen den VfB Stuttgart einen Punkt mitnehmen können. Nach einer ordentlichen zweiten Halbzeit hatten sich die Kölner in der MHP-Arena in der 79. Minute durch Ragnar Ache den Ausgleich erkämpft. Doch nur fünf Minuten später war die Freude über das 1:1 schon wieder dahin. Der FC kassierte zwei weitere Gegentore und fuhr am Ende mit leeren Händen nach Hause.

„Da müssen wir künftig das Spannungslevel höher halten“, urteilte Jan Thielmann nach dem Spiel. Marvin Schwäbe sprach derweil von einem „Schutzgedanken“, um das 1:1 über die Zeit zu bringen, statt weiter aktiv das Spiel zu gestalten. Fakt ist: Der 1. FC Köln hat in dieser Saison immer wieder Probleme, nach einem erzielten Treffer konzentriert weiter zu spielen.

Die fatalen fünf Minuten gegen Stuttgart und Leipzig

Denn bei allen vier Niederlagen, die es im Kalenderjahr 2026 setzte, kassierte der FC fast unmittelbar nach einem eigenen Tor den Rückschlag in Form eines Gegentreffers. Vor dem Stuttgart-Spiel zeigte sich zuhause gegen RB Leipzig das exakt gleiche Bild: Der FC erarbeitete sich kurz nach der Pause durch Jan Thielmann den 1:1-Ausgleich. Doch auch im Heimspiel dauerte es nur fünf Minuten, ehe Christoph Baumgartner seinen Doppelpack schnüren und RB damit wieder auf die Siegerstraße bringen konnte.

Gegen den SC Freiburg waren die Kölner nach zehn Minuten durch Linton Maina in Führung gegangen. Im Breisgau dauerte es dann allerdings nur 91 Sekunden (!), ehe Derry Scherhant für die Freiburger ausgleichen konnte. Am Ende ging der FC mit 1:2 als Verlierer vom Platz. In Heidenheim dauerte es derweil acht Minuten, ehe es nach dem Ausgleich durch Eric Martel schon wieder 1:2 stand.

FC bringt sich auch gegen den Rekordmeister um den Lohn

Und dann wäre da noch das Spiel gegen den FC Bayern München – und da gab es gleich das doppelte Déjà-vu. Wie schon im DFB-Pokalspiel Ende Oktober gingen die Kölner im ersten Durchgang in Führung. Während in der zweiten Pokalrunde Luis Diaz nur fünf Minuten nach dem 1:0 durch Ache ausgleichen konnte, dauerte es am 17. Spieltag immerhin neun Minuten, ehe Gnabry die Führung von Maina egalisiert hatte. In beiden Fällen hätte es dem FC jedoch freilich gut getan, die Führung gegen den Rekordmeister zumindest in die Halbzeitpause zur retten.

Im Endergebnis zwar nicht ganz so dramatisch, aber dennoch Teil des Musters, waren auch die Hinrunden-Spiele gegen den VfL Wolfsburg und den Hamburger SV. Gegen die Wölfe erkämpfte sich der FC in der Nachspielzeit zunächst das 2:2 durch Isak Johannesson, nur um wenige Augenblicke später das 2:3 durch Maximilian Arnold zu schlucken. Allerdings kam der FC durch Jakub Kaminski kurz darauf selbst noch einmal zum Ausgleich.

Roter Faden zieht sich durch die Saison

Gegen den HSV hatte der FC Glück, dass das vermeintliche 1:2 von Fabio Vieira nur zwei Minuten nach dem 2:0 durch Florian Kainz nicht anerkannt wurde. Dennoch kam mit der Mit-Aufsteiger nach dem zweiten Gegentor noch einmal verstärkt auf und letztlich 13 Minuten später dann zum Anschlusstreffer. Erst die beiden Platzverweise für den HSV brachten den Kölnern dann Sicherheit und am Ende den deutlichen 4:1-Sieg.

Im Kern zieht sich damit ein roter Faden durch die Saison des 1. FC Köln: Der Umgang mit den eigenen Erfolgsmomenten wird zunehmend zum Problem. Zu oft gelingt es dem Aufsteiger nicht, nach einem Tor die emotionale Balance zu halten. Entweder verfällt der FC in einen zu passiven Verwaltungsmodus oder verliert kurzfristig die defensive Ordnung. Speziell auf Bundesliga-Niveau werden solche Konzentrationslücken sofort bestraft. Aktuell entscheidet beim FC weniger das erzielte Tor über den Spielverlauf – sondern die Minuten danach.

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