„Hat wenig mit Julian zu tun“: Platz drei! El Malas Gruß an Nagelsmann

Said El Mala bei seiner Auswechslung mit FC-Trainer Lukas Kwasniok. (Foto: IMAGO / Oliver Ruhnke)
Said El Mala bei seiner Auswechslung mit FC-Trainer Lukas Kwasniok. (Foto: IMAGO / Oliver Ruhnke)

Said El Mala ist im Abstiegskampf die Lebensversicherung des 1. FC Köln und sammelt Argumente für seinen Traum von der WM-Nominierung. Nach den kritischen Worten von Julian Nagelsmann hat der Top-Scorer der Geißböcke den nächsten Gruß in Richtung Bundestrainer gesendet.

Seit dem Hinrunden-Sieg gegen den Hamburger SV hat der 1. FC Köln nun in sieben von 17 Bundesliga-Spielen nicht verloren. Fünfmal sorgten dafür die Tore von Said El Mala. Das ist es wohl, was man im sportlichen Kontext eine Lebensversicherung nennt – nicht auszudenken, wo die Geißböcke ohne ihren Shootingstar stehen würden.

Beim 1:1 in Hamburg war es jedoch keines seiner Dribblings, das den FC vor einer Niederlage bewahrte. Zum ersten Mal überhaupt in seiner Profi-Karriere schlug El Mala nicht mit dem Fuß zu. Rav van den Berg verlängerte einen Eckball von Jakub Kaminski an den zweiten Pfosten, wo der Youngster nur noch einnicken brauchte.

Matthäus: „Wichtiges Erfolgserlebnis“ für El Mala

„Es war mein erstes Kopfballtor, ich war auch ein bisschen überrascht, aber ich musste ja auch nicht viel machen“, gab El Mala später schmunzelnd zu Protokoll und bilanzierte: „Kompliziert war der nicht.“ Der 19-Jährige verriet zudem: „Wir wussten, dass die Hamburger am zweiten Pfosten vielleicht nicht so stark sind.“

Dieses Wissen verhalf dem FC zu einem womöglich überlebenswichtigen Punkt im Abstiegskampf – und El Mala selbst, um Argumente für eine WM-Nominierung zu sammeln. Sky-Experte Lothar Matthäus sprach von einem „wichtigen persönlichen Erfolgserlebnis“, das sei natürlich „gut für sein Selbstbewusstsein“.

Während El Mala vor seinem eigenen Interview schon mithörte, offenbarte der Weltmeister von 1990 noch seine grundsätzliche Meinung zur Entwicklung des Kölner Top-Scorers. „Er hat versucht, nach hinten mehr mitzumachen als noch vor drei, vier Monaten. Seine Dribblings, da geht er durch und sucht den Abschluss. Da hat er eine Stärke, das kann eine Waffe sein – auch im Abstiegskampf mit dem 1. FC Köln.“

El Mala: „Von ihm kann man nur lernen“

El Mala bedankte sich artig und versprach, weiter fleißig zu sein: „Die Worte, die Lothar mir gibt, die nehme ich gut auf und versuche, daraus zu lernen. Von ihm kann man nur lernen.“ Ebenfalls gut aufgenommen hat er offenbar die Worte von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Sie scheinen El Mala eher anzustacheln als zu deprimieren.

In einem Interview mit dem Kicker hatte Nagelsmann zuletzt gemahnt: „Er muss einfach mehr Spielzeit bekommen in Köln.“ Diese Ansage richte sich explizit nicht an Trainer Lukas Kwasniok. „Said muss den Anspruch haben, dass er in Köln Stammspieler ist und immer spielt. Aber er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig“, so Nagelsmann. El Mala habe es selbst in der Hand, meinte der Bundestrainer – nämlich damit, „wie stabil er in der Defensive arbeitet“.

Wenn Said sich in der Bundesliga auf Dauer etablieren will, darf er sich nicht nur auf seine Fähigkeiten offensiv verlassen, sondern muss auch in der Arbeit gegen den Ball zulegen – das hat er getan.

Lukas Kwasniok

Einen Fortschritt in der Defensivarbeit sieht nicht nur Matthäus, sondern auch Kwasniok. Das hatte der FC-Trainer schon nach dem 1:2 gegen den BVB betont. In Hamburg erklärte Kwasniok nun: „Wenn Said sich in der Bundesliga auf Dauer etablieren und den nächsten Step machen will, darf er sich nicht nur auf seine Fähigkeiten offensiv verlassen, sondern muss auch in der Arbeit gegen den Ball zulegen – das hat er getan. Und das hat mit Julian recht wenig zu tun, das ist ein Prozess. Da hat er schon Schritte gemacht.“ Die notwendige Bereitschaft habe der Linksaußen ohnehin „schon immer“ gehabt.

Doch apropos offensive Qualitäten: Mit nun neun Saisontreffern ist El Mala in der Bundesliga gemeinsam mit Frankfurts Jonathan Burkardt der drittbeste deutsche Torschütze. Lediglich Deniz Undav (15) und Nadiem Amiri waren noch erfolgreicher, wobei letzterer sieben seiner zehn Tore vom Elfmeterpunkt erzielt hat.

El Mala: „Dann wird man sehen“

Der Fleiß stimmt, die Ausbeute ebenfalls. Ob er dafür belohnt wird, in Form einer Nominierung für die Länderspiele gegen die Schweiz (27. März) und Ghana (30. März), vermochte El Mala aber nicht zu prophezeien: „Ich kann nichts dazu sagen. Ich versuche, Woche für Woche Gas zu geben und an meinen Themen zu arbeiten. Dann wird man sehen, wohin es geht.“

Wirklich mit einer Einladung zu rechnen, ist nach Nagelsmanns kritischen Worten wohl nicht. Das klang am Samstagabend nicht nur bei Lothar Matthäus, sondern auch bei Thomas Kessler durch. Der FC-Sportboss sagte über eine mögliche Nominierung: „Ich glaube, das wird jetzt nicht unser Thema sein. Sollte der Bundestrainer auf die Idee kommen, ihn einzuladen, wird er sich freuen. Und wenn nicht, wird er weiter Gas geben, weiter für uns arbeiten und in Zukunft wichtige Tore schießen. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis er mal wieder dabei ist.“

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