Der 1. FC Köln hat mit der Entlassung von Lukas Kwasniok einen Schlussstrich gezogen, den man eigentlich vermeiden wollte. Die FC-Bosse wollten alles anders machen als in der Vergangenheit. Deswegen ist die Trennung auch eine Niederlage für den „neuen FC“.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Der 1. FC Köln wollte mit neuem Mut, neuem Geld und neuen Gesichtern in eine bessere Zukunft aufbrechen. Thomas Kessler als Sportchef, Lukas Kwasniok als Cheftrainer, der neu gewählte Vorstand, die neue Geschäftsführung, die im Sommer runderneuerte Mannschaft mit dem großen Kader-Umbruch: Nach dem Aufstieg im Mai 2025 schien alles auf Null gestellt bei den Geißböcken.
Doch in den letzten Monaten gab es vor allem eines: null Erfolg. Die einzig relevante Wahrheit im knallharten Ergebnissport Profifußball lautete: Der 1. FC Köln konnte einfach keine Fußballspiele mehr gewinnen. Und wenn sich dieses Problem über so viele Monate hinzieht wie unter Kwasniok, ist die Trainer-Entlassung irgendwann keine schöne, aber eine logische Konsequenz.
Kwasniok und der FC – es hätte passen können
Bitter ist sie dennoch. Denn Kwasniok schien eigentlich nach Köln zu passen – mit seinem sportlich aktiven, intensiven, attraktiven Ansatz. Auch mit seinen lockeren Sprüchen, seinem herzlichen Umgang mit Menschen und seinem – bei aller Kritik an so manchen Auftritten abseits des Platzes – offenen Ohr und Auge für die kölsche Kultur. Es hätte passen können. Doch am Ende passte es nur wenige Monate.
Dabei wollten die FC-Bosse es anders machen als in der Vergangenheit, wollten wirklich mal lange durchhalten, Krisen überwinden, am Trainer festhalten, nicht den Gesetzen des Geschäfts nachgeben. So ist die Trennung vom 44-jährigen Fußballlehrer auch eine Niederlage für die neue FC-Führung. Die lange Durststrecke war am Ende ein Spiel zu lang. Nur ein Sieg im Derby hätte Kwasniok den Job gerettet, zumindest bis zum Sommer.
Der 1. FC Köln muss in der Bundesliga bleiben
Zumindest diese Saison wollte man gemeinsam erfolgreich beenden. Dann wäre eine Trennung immer noch wahrscheinlich gewesen. Aber eigentlich wollten die FC-Bosse, insbesondere Kessler, diesen Weg durch Dick und Dünn gemeinsam bestreiten. Auch um zeigen zu können: Der FC gibt dem Druck nicht mehr so schnell nach – beim FC hat eine andere Mentalität Einzug gehalten.
Dies ist noch immer möglich. Doch dafür müssen nun die Entscheidungen sitzen. Der Trainerwechsel muss seine Wirkung entfalten. Die Mannschaft muss die nötigen Punkte für die Rettung holen. Der 1. FC Köln muss in der Bundesliga bleiben, um sich dann im Sommer wieder neu zu formieren. Dann mit einem Trainer, der nicht nur einige Monate zum FC passt, sondern der tatsächlich die Zukunft gestalten kann. Die FC-Bosse mögen eine Niederlage erlitten haben – das heißt aber nicht, dass die Saison oder gar die Zukunft verloren ist.







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