Ein früher Elfmeter und mehr als eine Stunde in Überzahl: Beim 3:1-Sieg gegen den SV Werder Bremen hatte der 1. FC Köln den Spielverlauf vollends auf seiner Seite. Der Gegner haderte mit dem Schiedsrichter – auch weil das Spiel nicht mit zehn gegen zehn Akteuren endete.
Nach seinem letzten Spiel als Trainer des 1. FC Köln saß Lukas Kwasniok auf dem Pressekonferenz-Podium und haderte aufgrund einiger strittiger Schiedsrichter-Entscheidungen, die mal wieder zugunsten des Gegners ausgefallen waren, mit dem Fußballgott. Gleichzeitig sagte Kwasniok nach dem 3:3 gegen Gladbach voraus: „Das sind Elemente, die früher oder später auf unserer Seite sein werden. Davon bin ich überzeugt und dann werden wir Spiele gewinnen.“
Der 44-Jährige behielt recht – nur hatte er davon nun nichts mehr. Beim 3:1-Sieg gegen Werder Bremen hatte der FC tatsächlich das nötige Spielglück und mit einer Ausnahme auch die engen Schiri-Entscheidungen auf seiner Seite. Davon profitierte aber sein Nachfolger René Wagner.
Ache weiß um sein Karten-Glück
Ein Elfmeter in der siebten Minute, Überzahl ab der 24. Minute – so war der FC bei Wagners Heim-Debüt schnell auf der Siegerstraße. Das blieben die Kölner auch nach 71 Minuten, als Ragnar Ache nach hartem Einsteigen gegen Romano Schmid mit Gelb davonkam. „So wie ich es einschätze, habe ich schon Glück gehabt, ja“, gab Ache im Anschluss zu. Wagner meinte: „Über den Verlauf der Saison gleicht sich das alles aus. Heute hatten wir mal Glück.“
Die Bremer wiederum fühlten sich – wie der FC schon so häufig – vom Unparteiischen benachteiligt. Reichel wäre, „gut beraten gewesen, auf Zehn-gegen-zehn zu stellen“, sagte Trainer Daniel Thioune über die Ache-Szene und Leonardo Bittencourt schimpfte: „Er grätscht von hinten in Romanos Beine. Das ist für mich eine Rote Karte. Ache verursacht dann auch noch einen Elfmeter und bekommt keine zweite Gelbe Karte.“
Dass die Bremer diesen Strafstoß erhielten, nachdem Ache im eigenen Sechzehner gegen Olivier Deman zu spät gekommen war und sich anschließend der VAR bei Reichel gemeldet hatte, war für Werder kein Trost, sondern nur eine Selbstverständlichkeit. Den Kölner Strafstoß wiederum bezeichnete Bittencourt als „zu wenig für einen Elfmeter“.
Wagner nimmt Ache vom Platz
Auch nach Schmids Empfinden war Aches Einsteigen „ganz klar Rot“, der Österreicher kritisierte den Unparteiischen grundsätzlich: „Die Leitung hat mir heute teilweise gar nicht gefallen. Mehr kann ich dazu nicht sagen, sonst wird man ja irgendwie bestraft.“
Noch größer als der Ärger über den ausgebliebenen Platzverweis für Ache war wohl jener über die Rote Karte für Marco Friedl in Halbzeit eins. Da wiederum hatte Ache die Rolle des Gefoulten, wurde vom Bremer Kapitän, der letzter Mann war, von den Beinen geholt.
Wir waren etwas unglücklich mit den Entscheidungen, aber das trage ich mal sportlich.
Daniel Thioune
„Wenn der Schiedsrichter auf Notbremse entscheidet, dann ist es eine Notbremse. Ob es ein Foul war, darf jeder für sich bewerten“, so Thioune, der ausführte: „Marco rutscht aus, möchte aufstehen – und wenn dann ein Gegenspieler in ihn reinläuft, dann kann man das bewerten, wie man möchte. Der Schiedsrichter hat es als Rote Karte bewertet.“ Werders Trainer empfand dies als „sehr hart“ und offenbarte: „Wir waren etwas unglücklich mit den Entscheidungen, aber das trage ich mal sportlich.“
Beim FC ging René Wagner auf Nummer sicher und wechselte den verwarnten Ache nach dem Bremer Elfmeter umgehend aus. „Es war eine 50:50-Entscheidung zwischen zwei Spielern, zwischen Kuba und Raggy. Aufgrund der Aktion haben wir uns für Raggy entschieden, das war für uns auf der Bank logisch.“ So lief der FC-Trainer nicht Gefahr, Ache doch noch für das wichtige Auswärtsspiel auf St. Pauli zu verlieren.








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