Vor zwei Jahren ist der 1. FC Köln durch eine Niederlage beim 1. FC Heidenheim endgültig abgestiegen. Nun könnte es am Sonntag zum umgekehrten Szenario kommen. Doch der Underdog weiß zu überraschen.
Der 18. Mai 2024 markiert einen der bittersten Tage der jüngeren Vereinsgeschichte des 1. FC Köln. Am letzten Spieltag vor zwei Jahren verlor der FC beim 1. FC Heidenheim mit 1:4 und stieg in die 2. Bundesliga ab. Dabei hatte eine Woche zuvor noch vieles auf ein Wunder hingedeutet: Beim 3:2 gegen Union Berlin drehte Köln ein 0:2 und hielt die Hoffnungen auf den Klassenerhalt bis zum Schluss am Leben. In Heidenheim jedoch war davon wenig zu sehen – nach gerade einmal 20 Minuten lag der FC bereits 0:2 zurück, der Abstieg zeichnete sich früh ab.
Zwei Jahre später kommt es nun zur umgekehrten Ausgangslage. Am Sonntag empfängt der 1. FC Köln den 1. FC Heidenheim – und könnte dabei entscheidenden Einfluss auf den Abstiegskampf nehmen. Während der FC den Klassenerhalt praktisch gesichert hat, kämpft Heidenheim weiterhin um den Verbleib in der Liga. Die Konstellation ist dabei klar: Sollten Wolfsburg (gegen Bayern) und St. Pauli (gegen Leipzig) ihre schwierigen Aufgaben verlieren und Heidenheim in Köln gewinnen, wären alle drei Teams punktgleich. Der Kampf um den Relegationsplatz bliebe damit offen.
Offensiv plötzlich ein Top-Team
Dass Heidenheim überhaupt noch in dieser Situation ist, liegt an einer bemerkenswerten Entwicklung der vergangenen Wochen. Fünf der letzten sechs Spiele blieb die Mannschaft von Frank Schmidt ungeschlagen, holte zwei Siege und drei Unentschieden. Vor allem offensiv hat sich das Team deutlich gesteigert: 14 Tore in diesem Zeitraum bedeuten ligaweit einen Spitzenwert hinter den Top-Teams.
Der Rückstand auf den Relegationsplatz ist so von zehn auf drei Punkte geschmolzen – ein Szenario, das noch vor wenigen Wochen kaum denkbar erschien. Gleichzeitig ist die Ausgangslage eindeutig: Bei einer Niederlage in Köln wäre Heidenheim abgestiegen, da am letzten Spieltag St. Pauli und Wolfsburg im direkten Duell aufeinandertreffen. Für Heidenheim zählt daher nur ein Ergebnis.
Kann jeden, der das glaubt, aus dem Land der Träume holen.
Thomas Kessler
„Es wird ein brutal schwieriges Spiel“, ist sich Trainer René Wagner dabei sicher. „Für sie geht es um alles und da müssen wir dagegenhalten. Das wird nicht einfach, sie kommen mit Selbstbewusstsein, auch wenn das 3:3 in München unfassbar wehtut. Die Heidenheimer werden volles Brett draufgehen.“ Sportchef Thomas Kessler erklärte dabei schon am Donnerstag: „Es wird alles andere als ein Selbstläufer, da kann ich jeden, der das glaubt, aus dem Land der Träume holen. Sie gehen immer an ihr Maximum und werden alles dafür tun, dieses Spiel zu gewinnen. Hier ist niemand, der ein Stück von Gaspedal runtergeht. Es wird ein Spiel auf Messerschneide und wir müssen eine richtig gute Performance hinlegen, um zu gewinnen.“
FC hat sauberen Saisonabschluss vor Augen
Beim 1. FC Köln ist die Lage vor dem Spiel dennoch deutlich entspannter. Sechs Punkte Vorsprung und das deutlich bessere Torverhältnis sprechen klar für den Klassenerhalt, der praktisch bereits gesichert ist. Dennoch dürfte das Ziel klar sein: Das letzte Heimspiel der Saison erfolgreich zu gestalten und sich mit einer guten Leistung von den eigenen Fans zu verabschieden.
Die große emotionale Fallhöhe wie beim Aufeinandertreffen vor zwei Jahren gibt es diesmal nicht. Während Heidenheim damals mit dem Sieg sogar den Einzug in den internationalen Wettbewerb perfekt machte, geht es für den FC vor allem um einen sauberen Saisonabschluss. Und dennoch hat die Partie eine besondere Note: Köln kann diesmal die Rolle einnehmen, die Heidenheim damals innehatte – und über das Schicksal eines direkten Konkurrenten mitentscheiden.







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