Der 1. FC Köln hat die Klasse nach dem Aufstieg gehalten. Doch nun folgt das schwierige zweite Jahr in der Bundesliga. Geht der Blick trotzdem weiter nach oben?
Trotz des Klassenerhalts gab es beim 1. FC Köln nach dem 34. Spieltag nicht die große Euphorie. Dafür verlief die Saison insgesamt zu wechselhaft, dafür waren die letzten Wochen sportlich zu ernüchternd. Und dennoch stellt sich am Geißbockheim bereits die Frage: Was darf das Ziel für die kommende Spielzeit sein?
Offiziell bleibt der Verein weiter vorsichtig, immerhin steht das schwierige zweite Bundesliga-Jahr an. Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler machte dabei deutlich, dass es auch in der kommenden Saison in erster Linie um den Klassenerhalt gehen werde. Nach dem direkten Wiederaufstieg und einem wechselhaften ersten Jahr zurück im Fußball-Oberhaus wolle man den nächsten Schritt behutsam gehen.
Saisonfinale trübt die Stimmung über den Klassenerhalt
Innerhalb der Mannschaft klingt jedoch bereits an, dass die Ambitionen langsam wachsen. Joel Schmied sprach nach dem Saisonfinale offen darüber, dass sich der FC mittelfristig mehr zutrauen könne. „Wir haben unsere Saisonziele erreicht und die Klasse gehalten“, sagte der Innenverteidiger. „Mit jeder Saison, die du mit dem FC in der Bundesliga spielst, kannst du ehrgeiziger werden.“
Gleichzeitig machte der Schweizer aber auch deutlich, warum die Stimmung nach dem Saisonende nicht ausschließlich positiv war. „Das Gefühl wäre ein bisschen besser, wenn wir die letzten beiden Spiele besser gestaltet hätten. Speziell Heidenheim, denn die Bayern sind eine andere Liga – das muss man ganz klar so sagen.“ Gerade der Unterschied zum deutschen Rekordmeister war dabei am Samstag enorm spürbar gewesen. „Gegen die Bayern heißt es auch mal zuschauen und genießen, das ist teilweise eine andere Sportart.“ Trotzdem sieht Schmied beim FC eine Entwicklung. „Wir haben uns extrem entwickelt und nächstes Jahr die Ambitionen, uns weiter zu verbessern und zu stabilisieren“, erklärte der Abwehrspieler.
Schwäbe mit Ambitionen
Ähnlich argumentierte auch Marvin Schwäbe. Der Torhüter sprach zwar ebenfalls vom „Minimalziel“, das erreicht worden sei, verband den Klassenerhalt aber gleichzeitig mit klaren Erwartungen an die Zukunft. „Das war keine einfache Saison, aber am Ende haben wir es geschafft. Das zählt zunächst einmal“, sagte Schwäbe. Gleichzeitig warnte der Keeper vor den Schwächen der vergangenen Monate: „Kleine Fehler werden in der Bundesliga knallhart bestraft. Man hat oft genug gesehen, dass es ansonsten auf diesem Niveau nicht reicht. Die müssen wir künftig abstellen.“
Nächste Saison vielleicht mit zehn Punkten mehr.
Marvin SChwäbe
Dass Schwäbe persönlich dennoch größere Ziele verfolgt, daraus machte der Kapitän keinen Hehl. „Jeder ist ambitioniert. Auch ich“, sagte der 31-Jährige. „Jeder will so weit oben wie möglich spielen, am liebsten mit dem FC und nächste Saison vielleicht mit zehn Punkten mehr.“ Dann könne man sich vielleicht sogar erlauben, „am Ende der Saison in Schlagdistanz zu Europa zu liegen. Darauf wollen wir hinarbeiten.“
Noch ist der FC davon ein gutes Stück entfernt. Die abgelaufene Saison hat deutlich gezeigt, wie schmal der Grat zwischen einer ruhigen Saison und Abstiegsangst in der Bundesliga sein kann. Gleichzeitig aber scheint intern das Gefühl zu wachsen, dass der Verein nach dem geschafften Ligaverbleib den Blick in den nächsten Jahren nach oben richten darf – zumindest ein kleines Stück.







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