Der Klassenerhalt ist geschafft, die Bundesliga-Saison beendet. Während die Profis des 1. FC Köln in den Urlaub gehen, beginnt für Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler nun die entscheidendste Phase des Sommers.
Zahlreiche Personalfragen sind offen, mehrere Richtungsentscheidungen stehen bevor – und viele davon hängen unmittelbar zusammen. Bevor der 1. FC Köln auf dem Transfermarkt wirklich aktiv werden und den nächsten größeren Umbruch vorantreiben kann, müssen zunächst interne Baustellen abgearbeitet werden.
1. Saisonanalyse
Am Anfang steht die große Aufarbeitung der Saison. Die Verantwortlichen wollen die vergangenen Monate umfassend analysieren – vom starken Saisonstart über den sportlichen Absturz unter Lukas Kwasniok bis hin zum letztlich erfolgreichen Klassenerhalt unter René Wagner. Dabei soll nicht nur die sportliche Entwicklung bewertet werden, sondern auch die Zusammensetzung des Kaders, die Verletzungsproblematik und die internen Abläufe. Kessler und die übrigen Verantwortlichen wollen sich dafür bewusst Zeit nehmen. Schließlich bildet diese Analyse die Grundlage für praktisch alle weiteren Entscheidungen des Sommers.
2. Trainerfrage
Ein zentraler Bestandteil dieser Analyse wird die Trainerfrage sein – auch wenn die Entscheidung hier vergleichsweise schnell fallen dürfte. Vieles deutet darauf hin, dass René Wagner dauerhaft Cheftrainer bleibt und mit dem FC in die kommende Bundesliga-Saison gehen wird. Intern genießt der 37-Jährige großes Vertrauen, insbesondere Kessler gilt als klarer Befürworter. Wagner drehte an den entscheidenden Stellschrauben und führte den FC letztlich zum Klassenerhalt. Die finale Zustimmung der Gremien steht zwar noch aus, aktuell spricht jedoch vieles dafür, dass Wagner den nächsten Umbruch am Geißbockheim moderieren soll.
3. El-Mala-Zukunft
Die wichtigste Personalie des gesamten Sommers bleibt die Zukunft von Said El Mala. Ein möglicher Transfer des Offensivspielers würde die komplette Kaderplanung verändern. Bleibt El Mala überraschend doch in Köln, hätte der FC seinen Unterschiedsspieler weiterhin im Kader und müsste offensiv deutlich weniger investieren. Bei einem Verkauf dagegen würden nicht nur erhebliche Einnahmen generiert, sondern gleichzeitig mehrere Planstellen im Angriff neu bewertet werden müssen. Vor allem das verfügbare Transferbudget hängt maßgeblich an dieser Personalie.
Trotzdem wird Kessler keinen Schnellschuss bei einem Verkauf riskieren, auch wenn erst im Anschluss daran die ganz großen Schritte auf dem Transfermarkt erfolgen könnten. Viel Geld wird jedoch erst nach der Weltmeisterschaft und gegen Ende des Transferfensters investiert – vor allem auf der Insel. Hier ist für den 1. FC Köln also Geduld gefragt.
4. Kaufoptionen
Parallel stehen mehrere Entscheidungen rund um Kaufoptionen und feste Verpflichtungen an. Bei Jakub Kaminski ist die Lage vergleichsweise klar: Die Kaufoption wird gezogen, das hat Kessler bereits bestätigt. Allerdings könnte der Pole dank einer Ausstiegsklausel direkt wieder wechseln. In diesem Fall würde der FC immerhin mit rund 20 Millionen Euro entlohnt werden, auch wenn der sportliche Verlust immens wäre – vor allem bei einem Abgang von El Mala.
Tom Krauß bleibt nach dem Klassenerhalt und 26 Bundesliga-Einsätzen per Kaufpflicht derweil sicher beim FC. Schwieriger gestaltet sich die Situation bei Jahmai Simpson-Pusey. Der FC würde den Innenverteidiger gerne halten, allerdings besitzt Manchester City ein Rückkaufrecht – zudem stellt das Gehalt des Engländers eine Herausforderung dar. Noch offen ist die Zukunft von Felipe Chávez und Cenk Özkacar. Bei Kristoffer Lund deutet dagegen vieles auf einen Abschied hin.
5. Leihspieler
Zusätzlich kehren zahlreiche verliehene Spieler offiziell nach Köln zurück. Dazu gehören Elias Bakatukanda, Jaka Cuber Potocnik, Rasmus Carstensen, Emin Kujovic, Jusuf Gazibegovic und Imad Rondic. Doch auch hier müssen Entscheidungen getroffen werden. Potocnik könnte erneut auf Leihbasis bei Rot-Weiss Essen bleiben, während Aarhus die Kaufoption für Carstensen wohl ziehen wird. Rondic besitzt nach dem Abstieg mit Münster weiterhin keine Perspektive beim FC und soll den Club endgültig verlassen. Auch bei Mansour Ouro-Tagba steht eine Entscheidung an: Der Angreifer, der noch nie eine Rolle bei den FC-Profis spielte, könnte per Kaufoption dauerhaft beim VfB Stuttgart bleiben.
Andere Rückkehrer wie Pauli oder Bakatukanda dürften dagegen im Sommer die Chance erhalten, sich in der Vorbereitung noch einmal zu zeigen. Die Zukunft von Gazibegovic und Kujovic ist derweil offen. Gleichzeitig denkt der Verein bei einigen Talenten über erstmalige Leihen nach. Kandidaten dafür sind unter anderem die Talente Youssoupha Niang und Fynn Schenten.
Fazit
Die eigentliche Transferphase hat beim 1. FC Köln also noch gar nicht begonnen. Zunächst müssen Kessler und die Verantwortlichen zahlreiche interne Entscheidungen treffen, die unmittelbar miteinander zusammenhängen. Erst wenn die entscheidenden Fragen weitgehend geklärt sind, kann der FC den Kader gezielt umbauen. Für Kessler dürften die kommenden Wochen daher zu den wichtigsten seiner bisherigen Amtszeit werden.








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