Saison-Einzelkritik – Abwehr: Stark im Tor, solides Zentrum, schwache Außen

Jahmai Simpson-Pusey nach dem Spiel gegen Mainz. (Foto: Bucco)
Jahmai Simpson-Pusey nach dem Spiel gegen Mainz. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln h at in der Bundesliga-Saison 2025/26 die Klasse gehalten. Wie haben sich Spieler in den einzelnen Mannschaftsteile geschlagen? Die Noten und Zeugnisse für die gesamte Spielzeit in der Einzelkritik. Heute: die Abwehr.

Tor

Marvin Schwäbe

Schwäbe stieg vor der Saison zum Kapitän auf und wurde seiner Rolle gerecht. Mit 63 Gegentoren kassierte der FC zwar fraglos zu viele Treffer, an Schwäbe lag es aber nicht. Der Keeper war konstant, verlässlich und darüber hinaus immer sich seiner Führungsrolle bewusst. Man darf gespannt sein, wie es der Vertragspoker um seine Person laufen wird.
GEISSBLOG-Note: 2,0

Ron-Robert Zieler

Zieler kam von Hannover und bildet mit Schwäbe fraglos ein starkes Duo. Neben den DFB-Pokal-Auftritten machte Zieler vor allem im Training und in der Kabine seine Arbeit. Der Weltmeister sorgte für Ruhe im Team. Wenn er spricht, hören die Mitspieler zu. Eine solche Rolle hat es in der Mannschaft gebraucht.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Matthias Köbbing

Köbbing erfüllte einmal mehr in dieser Saison die Rolle des Trainingstorhüters. Zwar wird immer wieder auch intern diskutiert, ob es diese Rolle braucht, er gilt jedoch als wichtig für das Team und ist einer der engsten Vertrauten Schwäbes.
GEISSBLOG-Note: keine Note

Innenverteidiger

Dominique Heintz

Positiver Abschied für einen verdienten FC-Veteranen: Heintz war vor der Saison praktisch aussortiert und wurde dann noch mal wichtig, als sich praktisch alle Innenverteidiger verletzten. Profi, wie er ist, nahm er die Rolle an, spielte zuverlässig und bekam am Ende der Saison noch seinen großen Abschied aus Müngersdorf! Mach’s gut, Heintzi!
GEISSBLOG-Note: 3,0

Timo Hübers

Einer der beiden großen Pechvögel der Saison! Wie wäre wohl die Saison verlaufen, hätte sich Hübers in Dortmund nicht so schwer verletzt? Bis dahin war er gesetzt, war formstark, war zuverlässig und eine tragende Figur im FC-Spiel. Mit ihm hätte der FC wohl eine deutlich stabilere und konstantere Saison gespielt. Weiterhin gute Besserung, Hübi!
GEISSBLOG-Note: 2,5

Luca Kilian

Er ist wohl der größte Pechvogel des FC! Drei Kreuzbandrisse in anderthalb Jahren – es ist Kilian zu wünschen, dass er wieder fit wird und einen Verein findet, der ihm noch eine Chance gibt. Alles Gute!
GEISSBLOG-Note: keine Note

Cenk Özkacar

Ein halbes Jahr fragte man sich, warum Sportchef Kessler Özkacar verpflichtet hatte. Der Türke kam überhaupt nicht zurecht, war fußballerisch nicht auf der Höhe, hatte körperliche Probleme mitzuhalten und konnte Kwasniok überhaupt nicht überzeugen. Erst in 2026 kam der Linksfuß ins Laufen und zeigte sich meist zweikampfstark, robust und solide. Am Ball allerdings mit Schwächen, sodass es konsequent war die Kaufoption nicht zu ziehen.
GEISSBLOG-Note: 4,0

Joel Schmied

Neben Hübers tat die Verletzung von Joel Schmied im Herbst besonders weh. Der Schweizer hatte sich mit einer starken Vorbereitung in die Startelf gespielt und war ein verlässlicher Pol im Zentrum. Spielte deutlich ruhiger als in der 2. Liga, gewann viele Zweikämpfe und machte auch am Ball einen guten Eindruck. Brauchte lange, um im Frühjahr wieder zurückzukehren. Jetzt soll er über den Sommer wieder gänzlich fit werden – dann kann er wieder wichtig werden.
GEISSBLOG-Note: 3,0

Jahmai Simpson-Pusey

Simpson-Pusey kam als Überraschungsei im Winter aus Manchester und überzeugte sofort. Ist wohl der beste Fußballer in der Kölner Abwehr. Manchmal zwar auch Bruder Leichtfuß, ist er definitiv ein Kandidat für einen festen Transfer. Mit seinem Auge für Situationen mit und gegen den Ball hat er das Potenzial, eine echte Säule im FC-Spiel zu werden. Konnte – seine Rote Karte ausgenommen – einige Duftmarken setzen und ist definitiv ein Gewinner der Saison.
GEISSBLOG-Note: 2,5

Rav van den Berg

Van den Berg ist einer der größten Verlierer der Saison. Und das weitgehend unverschuldet. Der Niederländer kam als Königstransfer für die Abwehr für acht Millionen Euro und verletzte sich direkt gegen Wolfsburg schwer an der Schulter. Diesen langen Ausfall konnte der Verteidiger nie kompensieren. Ohne Sommer-Vorbereitung und praktisch ohne Selbstvertrauen im Winter strauchelte er durch die Saison. Er braucht jetzt Ruhe, individuelle Arbeit und dann eine gute Vorbereitung. Denn die Anlagen, das ist ohne Zweifel, sind gut.
GEISSBLOG-Note: 4,5

Außenverteidiger

Alessio Castro-Montes

Castro-Montes kam spät im Sommer für die beiden defensiven Außenbahnen. Am Anfang von Kwasniok mit Messi verglichen, fand er in der Hinrunde praktisch gar nicht statt. Dann der Durchbruch im Januar durch das Trainingslager und das Spiel in Heidenheim. Ein feiner Techniker mit den wohl besten Flanken im Kader, konnte er dies wegen seiner Verletzung zu selten zeigen. Muss die Sommer-Vorbereitung nutzen, um endlich eine tragende Rolle spielen zu können.
GEISSBLOG-Note: 4,0

Jusuf Gazibegovic

Der Rechtsverteidiger spielte in der Hinrunde noch beim FC, obwohl er praktisch aussortiert war. Ein Einsatz gegen Freiburg, darüber hinaus ganz große Ansprüche – die er aber nie erfüllen konnte. Wurde im Winter nach Graz verliehen. Hat keine Zukunft mehr in Köln.
GEISSBLOG-Note: 5,0

Kristoffer Lund

Lund kam für die linke Seite und machte 33 Bundesliga-Spiele. Doch nur wenige gute sind in Erinnerung geblieben. Zu unkonstant, zu fehlerhaft, nicht nur als Pechvogel im Auswärts-Derby in Gladbach. Verschuldete in seiner Position zu viele Gegentore. Daher war absehbar, dass der FC die Kaufoption nicht ziehen würde. Lund ist fleißig und loyal, für die Bundesliga reicht es aber (noch) nicht.
GEISSBLOG-Note: 5,0

Sebastian Sebulonsen

Sebulonsen zeigte früh in der Saison, dass er eine echte Maschine ist. Der Norweger kann pausenlos auf der rechten Seite marschieren. Doch die offensivstarke Frühform aus der Vorbereitung konnte er nicht in die Saison überführen. Keine einzige Vorlage ist für einen Flankenläufer viel zu wenig. Defensiv zeigte er sich eindrucksvoll flexibel, als er zwischendurch in der Innenverteidigung aushalf und es gut machte. Seine Abwehrrolle erfüllte er gut, seine offensive Rolle hingegen ließ vieles zu wünschen übrig.
GEISSBLOG-Note: 3,0

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