„In die Jahre gekommen“: FC prüft Stadionausbau und Modernisierung

FC-Präsident Jörn Stobbe spricht.
Traum vom größeren Stadion: FC-Präsident Jörn Stobbe. Foto: Bucco

Der ewige Traum vom größeren Stadion: Das neue Präsidium um Jörn Stobbe hat beim 1. FC Köln eine Kommission eingesetzt. Sie soll Möglichkeiten und Stolpersteine für einen Ausbau auf 75.000 Zuschauer prüfen.

Während die Diskussion um Trainingsplätze und das Geißbockheim den Alltag bestimmt, denkt der 1. FC Köln über das nächste große Infrastrukturprojekt nach. Präsident Jörn Stobbe bestätigte, dass der FC vereinsintern eine Kommission eingesetzt habe, um die Möglichkeiten eines Stadionausbaus zu prüfen. „Wir haben eine kleine Kommission, die schon eingesetzt ist“, sagte Stobbe am Freitag. Ziel sei es, „im nächsten Jahr eine Empfehlung zu machen nach dem Motto: Macht das Sinn, das zu prüfen oder nicht – und was sind die Voraussetzungen dafür?“

Bis 2027 sollen die Grundlagen geschaffen werden. Denn für Stobbe ist die Ausgangslage eindeutig: Die Nachfrage nach Tickets übersteigt das Angebot seit Jahren deutlich. Rund 45.000 Dauerkarten-Interessenten stehen einem Stadion gegenüber, das mit 50.000 Fans regelmäßig ausverkauft ist. Gleichzeitig sehen die Verantwortlichen erheblichen Modernisierungsbedarf.

Stobbe über Stadion: „In die Jahre gekommen“

„Der Zustand des RheinEnergieStadions ist tatsächlich schon ein bisschen in die Jahre gekommen“, sagte Stobbe offen über die Arena in Müngersdorf, die für die WM 2006 im laufenden Betrieb Tribüne für Tribüne neu gebaut worden war. Genau deshalb will der FC nun systematisch prüfen, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt. Dabei geht es längst nicht nur um zusätzliche Zuschauerplätze.

Themen wie Statik, Lärmschutz, Inklusion, Sichtachsen, Verkehrsführung, Betriebsgenehmigungen und Wirtschaftlichkeit sollen umfassend untersucht werden. „Das sind zehn dicke Bretter“, sagte Stobbe. Deshalb wolle man zunächst „die verschiedenen Themen, die prinzipiell dagegen sprechen könnten, von Statik über Betriebsgenehmigung bis Lärmschutz, prüfen und einzeln abarbeiten“.

Intern wird über Kapazitäten von bis zu 75.000 Zuschauern diskutiert. Konkrete Zahlen wollte die Clubführung zwar nicht bestätigen. Klar wurde am Freitag aber, dass ein Ausbau um lediglich wenige Tausend Plätze kaum wirtschaftlich wäre. Stattdessen geht es um die langfristige Perspektive eines Vereins, dessen Stadion selbst in Zweitliga-Zeiten nahezu immer ausverkauft ist.

Neuer Rückenwind durch WM-Bewerbung?

Hoffnung machen dabei mögliche Großereignisse. Sowohl Olympia als auch eine mögliche deutsche Bewerbung für eine weitere Fußball-Weltmeisterschaft könnten den politischen Willen stärken, größere Investitionen in die Sportinfrastruktur voranzutreiben. „Jetzt wird neben Olympia plötzlich auch wieder das Thema Weltmeisterschaft genannt“, sagte Stobbe. Ein solches Turnier könne helfen, Projekte anzuschieben, die für einen Club allein nur schwer zu stemmen wären.

Der Standort sei dagegen nicht verhandelbar. Einen Neubau auf der grünen Wiese schließt der FC aus. Für Stobbe gehört das Stadion genauso zur Identität des FC wie das Geißbockheim. Deshalb gehe es nicht darum, einen neuen Standort zu suchen. Vielmehr wolle der FC prüfen, wie die Zukunft des RheinEnergieStadions am bestehenden Standort aussehen kann. Ob daraus tatsächlich einmal eine Arena mit deutlich mehr als 70.000 Plätzen wird, soll die Kommission bis 2027 beantworten. Fest steht schon jetzt: Der Traum vom größeren FC-Stadion lebt weiter.

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