Frühjahr 2027 startet der große FC-Bau! Stobbe setzt auf Satellitenplätze

1. FC Köln: Präsident Jörn Stobbe sieht Finanzchef Philipp Türoff bei der Argumentation zu.
1. FC Köln: Präsident Jörn Stobbe sieht Finanzchef Philipp Türoff bei der Argumentation zu. Foto: Bucco

Das aufgeschobene Urteil des OVG Münster soll den 1. FC Köln nicht stoppen. Unabhängig vom juristischen Verfahren gehe man die Probleme an, erklärten Präsident Jörn Stobbe und Geschäftsführer Philipp Türoff am Freitag.

Der 1. FC Köln will sich von der vertagten Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster nicht länger ausbremsen lassen. Das haben Präsident Jörn Stobbe und Geschäftsführer Philipp Türoff bei einem Medientermin am. Freitag am Geißbockheim deutlich gemacht. Die Botschaft: Der FC will das geplante Leistungszentrum unabhängig vom Ausgang des Verfahrens bauen – und parallel die Suche nach sogenannten Satellitenplätzen für den Nachwuchs forcieren.

Überrascht zeigte sich die Clubführung zwar darüber, dass das Gericht den Verkündungstermin kurzfristig abgesagt hatte. Von einer Schockstarre wolle man sich jedoch nicht erfassen lassen. „Fatalismus bringt nichts. Wir werden aktiv werden“, sagte Stobbe. „Wir führen schon länger Gespräche.“

Baubeginn des Leistungszentrums im Frühjahr 2027

Der FC verfügt gekanntlich über eine gültige Baugenehmigung für das Leistungszentrum und kann mit den Arbeiten grundsätzlich bereits in den kommenden Monaten beginnen. Das Gebäude soll unabhängig von der Platzfrage entstehen und wird moderne Trainings-, Reha- und Leistungsdiagnostikbereiche für Nachwuchs- und Profiabteilung beherbergen. Geplanter Baubeginn laut Stobbe und Türoff: Frühjahr 2027.

Die größere Herausforderung bleibt die Platzsituation, schließlich kommt durch die Mädchenmannschaften im Jugendbereich weiterer Bedarf auf die Verantwortlichen zu. Zudem fällt durch den Neubau der Kunstrasenplatz neben dem Franz-Kremer-Stadion künftig weg. Deshalb arbeitet der FC an Lösungen in unmittelbarer Nähe des Geißbockheims – und ist sich zumindest der Unterstützung der Stadtspitze, angefangen von Oberbürgermeister Torsten Burmester, sicher. 

Stadtrat soll Lösungen auf den Weg bringen

Die Verantwortlichen verfolgen weiter den Plan der Satellitenplätze, die zwar nicht optimal wären, aber den Trainingsbetrieb langfristig absichern sollen. Die Hoffnung richtet sich dabei auf die nächste Ratssitzung am 2. Juli. Dort könnte nach FC-Vorstellung ein erster konkreter Fahrplan beschlossen werden, welche Flächen ertüchtigt werden können und welche politischen Mehrheiten dafür notwendig sind. Doch die Angst ist einmal mehr da, dass die Parteien erneut auf Zeit spielen und wieder einmal in FC-Sachen schon vor der Sommerpause die Füße hochlegen.

Besonders ausführlich schilderte Türoff die logistischen Herausforderungen, die hinter der Suche nach Ersatzflächen stehen. Fast 30 Minibusse sammeln täglich Nachwuchsspieler und Nachwuchsspielerinnen im gesamten Rheinland ein, bringen sie nach der Schule zum Training und anschließend wieder nach Hause. Jeder zusätzliche Transferweg, jedes Umladen und jede weitere Fahrstrecke bedeutet einen erheblichen organisatorischen Aufwand – insbesondere mit Blick auf Kinderschutz, Sicherheit und die Betreuung der Mädchenmannschaften. „Das ist die tägliche Herausforderung, vor der wir hier stehen“, sagt Türoff.

Bezirkssportanlagen in der Umgebung könnten helfen

Der FC sieht dabei erstmals seit Jahren Bewegung in der politischen Diskussion. Stobbe berichtete von zahlreichen Gesprächen mit nahezu allen Ratsfraktionen und einem konstruktiven Austausch mit der Stadtverwaltung. Anders als in der Vergangenheit sei mittlerweile ein breiter Konsens erkennbar, dass der Club zusätzliche Trainingsflächen benötige.

Konkret genannt wurden erneut Ostkampfbahn sowie der Ascheplatz von Blau-Weiß Köln als mögliche Bausteine einer Übergangslösung. Teilweise sind sie als Bezirkssportanlagen aber anders verplant und auch da bräuchte man die Hilfe der Stadt. Ziel bleibt es, spätestens 2027 mindestens zwei zusätzliche Plätze verfügbar zu haben, um den Wegfall der bisherigen Fläche zu kompensieren. „Wir arbeiten daran und wir werden das schaffen“, sagt Stobbe.

An der langfristigen Vision eines zukunftsfähigen Geißbockheims hält der FC fest. Bis dahin setzt der Klub jedoch auf Pragmatismus. Die Zeiten, in denen der Ausbau vom Ausgang eines Gerichtsverfahrens abhängig gemacht wurde, scheinen vorbei. Stobbe: „Jetzt werden wir erst einmal bauen. Und alle anderen Dinge treiben wir parallel voran.“

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