Kosten für den Kaderumbau: Wie lange reichen die Kaminski-Millionen?

Thomas Kessler und Tim Steidten vom 1. FC Köln.
Thomas Kessler und Tim Steidten vom 1. FC Köln. Foto: imago/Beautiful Sports

Der 1. FC Köln nimmt in diesem Sommer erneut große Umbauarbeiten an seinem Kader vor. Dass ist nötig ist, steht mit Blick auf die letzten Jahre außer Frage. Unklar ist jedoch, ob Sportchef Thomas Kessler genügend Geld zur Verfügung steht, um große Sprünge wagen zu können.

Spätestens die überschaubare Anzahl Profis auf dem Trainingsplatz am Montag dürfte den Geschäftsführer Thomas Kessler und Kaderplaner Tim Steidten noch einmal vor Augen geführt haben, dass die Umbauarbeiten im Team des 1. FC Köln erst am Anfang stehen. Am Samstag beim Testspiel gegen Rheinsüd Köln stand kein einziger Neuzugang auf dem Rasen.

„Das Problem haben irgendwie alle, es ist eine lange Vorbereitung, durch die Weltmeisterschaft schiebt sich alles nach hinten“, sagt Chefcoach René Wagner. Doch für den FC ist die Lage diffizil. Eigentlich sollte der Umbruch mit den Transfereinnahmen von Said El Mala und Jakub Kaminski finanziert werden. Der Pole zog seine Ausstiegsklausel und wechselte für 17 Millionen Euro zu Benfica Lissabon. Doch El Mala ließ den Wechsel nach Brentford platzen, und so plant der FC vorerst mit dem 19-Jährigen.

Türoff: „Das wäre keine gute Ausgangslage“

Einerseits eine gute Nachricht, denn seine Qualität steht jeder Mannschaft gut zu Gesicht. Andererseits ist man sich intern bewusst, dass die finanziellen Ressourcen nicht unendlich sind. „Wenn die gesamte Kaderplanung an einem einzigen Transfer hängen würde, stünden wir unter enormem Druck“, hatte Philipp Türoff im GEISSBLOG-Interview vor wenigen Wochen gesagt. „Das wäre keine gute Ausgangslage. Wenn zusätzliche Erlöse entstehen, ergeben sich zwar zusätzliche Möglichkeiten. Aber die grundlegende Planung hängt nicht davon ab.“

Durch die Zusatzeinnahmen bei TV-Geld und Ausrüster von rund vier Millionen Euro ergeben sich weitere Möglichkeiten. Dennoch ist der FC nicht in der Lage, aus eigener Kraft und ohne Gegeneinnahmen mal eben 20 bis 25 Millionen Euro in den Kader zu investieren. Neben Kaminski brachte Rasmus Carstensen zwar noch mal knapp eine Million Euro. Doch den 18 Millionen Euro Transfereinnahmen stehen bereits Ausgaben von über 21 Millionen Euro gegenüber.

Bislang halten sich Ein- und Ausgaben die Waage

5,5 Millionen bekam der VfL Wolfsburg für Kaminiski, sechs Millionen kassierte Manchester City für Jahmai Simpson-Pusey. Knapp unter fünf Millionen wurden für Luka Lochoshvili fällig, die Kaufpflicht bei Tom Krauß schlug mit 3,5 Millionen Euro zu Buche und Reigan Heskey eiste man für zwei Millionen Euro aus England los. Nimmt man auf der Einnahmeseite die erwähnten Mehreinnahmen aus TV und Merchandising in die Rechnung, steht der FC bislang bei einer schwarzen Null.

Das große Aber: Der FC sucht noch immer ein halbes Dutzend neuer Spieler. Frankfurts Ellyes Skhiri würde knapp zwei Millionen Euro kosten, Paul Okon-Engstler eine Million. Immerhin: Nimmt man die Zahlen aus dem Vorjahr als Maßstab, als man trotz eines Transferminus von über zwölf Millionen Euro am Saisonende einen Gewinn ausweisen konnte, bliebe noch ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag für Neuzugänge. Möglich aber auch, dass der FC noch weitere Spieler abgibt, um zusätzlichen Platz zu schaffen, auch im Gehaltsetat. Als Kandidaten gelten weiterhin Jan Thielmann, Linton Maina, Luca Waldschmidt – und am Ende eben doch FC-Superstar Said El Mala.

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