„Unglaubliches Potenzial“: Das erwartet Kessler von El-Mala-Backup Heskey

Reigan Heskey bei der Saisoneröffnung des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Reigan Heskey bei der Saisoneröffnung des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Reigan Heskey ist ein Versprechen in die Zukunft. Der Neuzugang des 1. FC Köln erinnert mit seiner Spielweise an Said El Mala. Ein Ersatz soll er aber nicht sein – noch nicht.

Es lief die 72. Minute im Testspiel des 1. FC Köln gegen Hertha BSC, als so mancher Fan der Geißböcke im Koasastadion von St. Johann in Tirol kurz den Atem anhielt. Reigan Heskey hatte gerade den Ball in der eigenen Hälfte erobert, kurz nach oben geschaut und dann einfach abgezogen. Aus 55 Metern. Der Ball flog in einer perfekten Bahn über Hertha-Keeper Gersbeck hinweg – doch er war minimal zu hoch. Statt einzuschlagen, streifte er nur das obere Tornetz und krachte hinter dem Tor in die Bande.

Der Treffer hätte wohl sofortiges Potenzial für das Tor des Jahres gehabt. So aber blieb es bei einem Raunen am Fuße des Wilden Kaisers. Wer weiß, wofür es gut war, dass der Ball sein Ziel verfehlte? Womöglich, dass die Erwartungen in den 18-Jährigen nicht sofort ins Unermessliche wachsen. Denn das Talent, welches von Manchester City zum FC wechselte, verspricht schon jetzt eine ganze Menge.

Das sagt Kessler über Heskey

Tempo, Tiefgang, Dribbling, Abschluss – all diese Qualitäten waren bereits im Trainingslager in Österreich zu sehen. Gerade mal eine Woche ist der Linksaußen im Training. Doch so mancher Fan fühlte sich in St. Johann an einen gewissen Said El Mala erinnert, der ein Jahr zuvor ebenfalls erst im Trainingslager in Österreich zum FC gestoßen war und sofort auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Entsprechend behutsam will man beim FC gerade mit Heskey umgehen, um nicht gleich unerreichbare Erwartungen zu schüren. „Reigan muss erst einmal final unter Beweis stellen, dass er das, was er bislang in der Youth League oder der Premier League 2 gezeigt hat, auch in der Bundesliga leisten kann“, sagte Sportchef Thomas Kessler am Donnerstag. „Er hat unglaublich großes Potenzial, hat es aber auf höchstem Niveau noch nicht nachgewiesen.“

Wir haben uns sehr gefreut, dass seine Mama bei der Vertragsunterschrift mit dabei war

Thomas Kessler

Kurzum: Heskey braucht Zeit und soll sie beim FC bekommen. „Wir sollten ihn nicht mit Erwartungen überschütten“, bat Kessler. „Es geht jetzt darum, ihn sehr eng zu begleiten.“ So wie es der FC mit El Mala machte, soll es nun auch mit Heskey gelingen. Zunächst im Training und in den Testspielen, dann im DFB-Pokal und in der Bundesliga als Joker. Und irgendwann, wenn Cheftrainer René Wagner das Gefühl bekommt, er könnte soweit sein, als Startelf-Spieler.

Eine weitere Parallele zu El Mala: die familiäre Verbindung. Wie bei El Mala ist auch bei Heskey die Familie von großer Wichtigkeit. „Wir haben uns sehr gefreut, dass seine Mama bei der Vertragsunterschrift mit dabei war. Ihm es ist wichtig, dass er in ein Umfeld kommt, das ihm die Chance auf die Entwicklung gibt. Er braucht nicht morgen ins Trikot schlüpfen und alles durcheinander wirbeln.“

Heskey soll Ergänzung zu El Mala sein – nicht Ersatz

So soll Heskey als Backup von El Mala aufgebaut werden. Aktuell planen die Geißböcke bekanntlich mit Said, und so könnte Heskey die perfekte Ergänzung zu El Mala sein, vor allem, wenn mal beide zusammen auf dem Rasen stehen. Das war im Trainingslager noch nicht der Fall, könnte nun aber mit fortschreitender Vorbereitung geschehen. „Man sieht schon jetzt, dass er genau das Profil hat, was wir als Ergänzung zu Said El Mala gesucht haben.“ Als Ergänzung. Nicht als Ersatz.

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