Der 1. FC Köln behält diverse U21-Talente weiter bei den Profis. Am Samstag im Testspiel gegen Real Sociedad belohnten sich die Eigengewächse. Wer kann sich in der neuen Saison echte Hoffnungen auf Einsätze in der Bundesliga machen?
Es lief die 78. Spielminute im Testspiel des 1. FC Köln gegen Real Sociedad San Sebastian am Samstag im RheinEnergieStadion, als für zwei Talente ein Traum in Erfüllung ging. Maik Afri Akumu bekam den Ball auf der linken Seite. Der schnelle Außenbahnspieler zog bis auf die Grundlinie durch und lupfte gefühlvoll in den Fünfmeterraum. Dort stand Nilas Yacobi goldrichtig und hielt seinen Kopf hin. Das Tor zum 2:1 für den FC – der Siegtreffer, vorbereitet und erzielt durch zwei Nachwuchsspieler.
Es mochte nur ein Testspiel gewesen sein, doch Yacobi freute sich wie über einen wichtigen Treffer in einem Pflichtspiel der Geißböcke. Kein Wunder, war es doch sein erstes Tor für die FC-Profis, und dann auch noch in Müngersdorf vor 37.000 Fans. Eine schöne Geschichte für das Offensivduo, das eigentlich in der U21 eingesetzt werden soll. Und eine Belohnung für die harte Arbeit in der Vorbereitung.
Starker Fürsprecher für die FC-Talente
Afri Akumu (18) und Yacobi (19) kamen beide im Sommer 2025 zum FC und wurden über die U19 respektive U21 an die Profis herangeführt. Mit Evangelos Sbonias als ehemaligem U21-Trainer hatten sie vor dem Start der Vorbereitung einen starken Fürsprecher im neuen Profi-Trainerteam, und so dürfen sie zusammen mit Jonathan Friemel, David Fürst und Kristiyan Irmiev seit Anfang Juli mit den Profis trainieren. Patrik Kristal ist seit der zweiten Woche mit dabei.
„Es liegt an den Jungs, die auf dem Platz stehen, zu performen. Egal wer. Das ist das, was wir wollen: dass die Jungs immer Gas geben“, lobte René Wagner am Samstag. „Für die U21-Jungs war es eine tolle Erfahrung, hier im Stadion zu spielen.“ Und am Siegtor direkt beteiligt zu sein, obwohl dies gar nicht geplant gewesen war. Afri Akumu wurde für Said El Mala eingewechselt und für Reigan Heskey wieder ausgewechselt, nutzt dazwischen aber die Zeit für die Vorlage. Und auch Yacobi konnte nicht sicher sein, am Samstag noch einmal zum Einsatz zu kommen. Doch auch er nutzte die Möglichkeit.
Friemel mit nur einem Konkurrenten
„Maik musste kurzfristig aushelfen. Ich habe mich für ihn gefreut, dass er den Assist bekommen hat und Nilas das Tor. Auch er war heute nicht eingeplant“, sagte Wagner. „Viele der Jungs haben Vollgas gegeben, daher haben sie sich die Minuten auch verdient.“ Dazu zählten auch die Außenverteidiger Fürst und Friemel, die jeweils eine Halbzeit Spielzeit bekamen, Fürst sogar in der Startelf, weil Sebastian Sebulonsen fehlte. Irmiev kam immerhin noch für die letzten zehn Minuten in die Partie, Kristal spielte 90 Minuten am Freitag.
Tatsächlich werden es alle sechs schwer haben, in der Bundesliga zeitnah zu Einsatzzeiten zu kommen. Einzig Friemel hat aktuell hinter Gideon Mensah auf der Linksverteidiger-Position keinen weiteren Konkurrenten. Fürst und Kristal scheinen derzeit am nächsten dran, der offensivstarke Außenverteidiger und der zentrale Mittelfeldspieler machen ihre Sache seit Wochen auffallend gut. Afri Akumu hat links El Mala und Heskey vor der Nase, Yacobi diverse andere erfahrene FC-Angreifer.
Wagner entscheidet jede Woche neu
Und dennoch: Das Sextett hat Zug in den Konkurrenzkampf gebracht, nicht zuletzt, weil kaum jemand damit gerechnet hatte, dass alle sechs Nachwuchsspieler auch nach vier Wochen noch in der Profi-Vorbereitung mit dabei sein würden. Wagner wird auch zur nächsten Woche wieder neu entscheiden müssen, welche Talente dabei bleiben und welche zurück zur U21 müssen. Doch klar ist: Kein Youngster kann sich etwas vorwerfen – und die Erfahrung der letzten Wochen kann ihnen ohnehin niemand nehmen.







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