Nach Verletzungsschock: Müssen die FC-Frauen noch mal nachlegen?

Britta Carlson und ihr Team nach dem Heimsieg gegen Hoffenheim. (Foto: IMAGO / Gabor Baumgarten)
Britta Carlson und ihr Team nach dem Heimsieg gegen Hoffenheim. (Foto: IMAGO / Gabor Baumgarten)

Werden die Frauen des 1. FC Köln kurzfristig noch auf dem Transfermarkt aktiv? Gleich drei Langzeitverletzte dünnen den Kader von Britta Carlson kurz nach dem Saisonstart aus – darunter auch Top-Transfer Kathy Hendrich.

Nach den wohl langfristigen Ausfällen von Saedis Heidarsdottir, Elise Stenevik und Kathy Hendrich stellt sich bei den Frauen des 1. FC Köln zwangsläufig die Frage nach Nachverpflichtungen in der Abwehrreihe. Cheftrainerin Britta Carlson nimmt nach dem ersten 1:0-Heimsieg der Saison gegen die TSG Hoffenheim jedoch vorerst Wind aus den Segeln. Wenn dann, muss es aber auch schnell gehen, denn das Transferfenster schließt bekanntlich am kommenden Dienstag, den 1. September.

„Wir haben jetzt keinen Bedarf, da nachzulegen“, stellte die Trainerin auf die Frage nach möglichen Reaktionen auf dem Transfermarkt klar. Trotz der drei prominenten Ausfälle der Neuzugänge sieht Carlson ihre Mannschaft gut aufgestellt: „Ich finde, wir haben einen sehr, sehr guten Kader.“

Drei Start-Spielerinnen vom Auftakt fallen lange aus

Das ist nach dem Heimsieg gegen Hoffenheim am Freitag natürlich auch zu begründen, da Carlson bereits auf drei Positionen in der Startelf rotieren musste im Vergleich zur Formation beim Auftakt in Frankfurt (0:2). Und trotzdem wurden es im Endeffekt die ersten drei Punkte der Saison, das spricht für die Qualität der Kaderbreite.

Während bei Hendrich eine bereits beim Transfer bekannte „Problematik am Fuß“ wieder aufgebrochen ist, macht Stenevik die Syndesmose Probleme, bei Heidarsdottir ist es ein knöcherner Ausriss eines Bandes. Bei allen drei sei „mit einer längeren Ausfallzeit“ zu rechnen, sagte Carlson – und sorgt sich dennoch nicht um ihren Kader.

Ausschlaggebend dafür sei auch die eigene Nachwuchsarbeit. Mehrere Spielerinnen aus dem Perspektivkader trainieren bereits regelmäßig mit der ersten Mannschaft und stehen im Ernstfall bereit. Dazu zählen die österreichische U-Nationalspielerin Alina Kerschbaumer, Carlotta Imping, Lina Szaraz und Jil Schäfer, die neben ihren Einsätzen im Kader der Profis auch für die U20 auflaufen. Julia Schiffarth, ebenfalls Teil dieser Gruppe, fällt aktuell muskulär bedingt aus. „Ich vertraue den Spielerinnen, die wir jetzt hier haben“, so Carlson über mögliche Aufstiegsoptionen innerhalb des Vereins.

Kaderbreite zahlt sich gegen Hoffenheim aus

Die U20 selbst steht dabei allerdings aktuell unter eigenem Druck: Nach drei Spieltagen in der 2. Bundesliga wartet das Team als Aufsteiger noch auf den ersten Punkt und braucht dringend Ergebnisse, um die Liga zu halten. Ein Umstand, der die Doppelbelastung der Nachwuchsspielerinnen zusätzlich erschwert. Trotzdem steht die erste Mannschaft natürlich an vorderster Stelle und ist für jede junge Spielerin eine Chance, sich in der Bundesliga zu beweisen.

Auch taktisch sieht sich Carlson für den Ausfall mehrerer Stammspielerinnen gewappnet. Der FC sei in der Lage, bei Bedarf auf andere Systeme umzustellen, zudem könnten einige Spielerinnen auf verschiedenen Positionen aushelfen. Schon die Vorbereitung habe gezeigt, dass viel rotiert und mit unterschiedlichen Systemen trainiert wurde. Der Sieg gegen Hoffenheim habe das bestätigt, so Carlson – die Mannschaft habe die Ausfälle ohne größere Probleme aufgefangen.

Dabei zeigte sich auch, dass Spielerinnen, die schon vorher im Kader standen, sich zurück in der Startelf melden können: Vanessa Leimenstoll etwa sprang für Heidarsdottir ein und zeigte eine starke Leistung. Entsprechend fällt Carlsons Fazit aus: „Der Kader ist groß genug.“

Werden noch Spielerinnen verkauft oder verliehen?

Während sie bei Zugängen abwinkt, hält sich Carlson bei möglichen Abgängen alles offen. Konkret geplant sei nichts, sollte sich aber kurzfristig etwas ergeben, könnte es schnell gehen: „Wenn das passiert, dann kann das sicherlich sehr kurzfristig sein.“ Bei der einen oder anderen Spielerin sei man grundsätzlich bereit zuzuhören und sich Gedanken zu machen, etwa über eine Leihe.

Aktuell, so Carlson, spreche die Situation im Kader eher dagegen, ausgeschlossen sei es aber nicht: „Vielleicht ist es noch mal die eine oder andere, wo man das Gespräch sucht, aber das wäre dann sehr kurzfristig.“ Innerhalb von Deutschland wäre das Szenario aber auch nur noch bis zum kommenden Dienstag möglich.




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