El Mala skandiert: Schwäbe geht mit „Riesenkompliment“ in wegweisendes Jahr

Kapitän Marvin Schwäbe treibt den 1. FC Köln an. (Foto: Bucco)
Kapitän Marvin Schwäbe treibt den 1. FC Köln an. (Foto: Bucco)

Marvin Schwäbe ist mit einem Ausrufezeichen in eine für ihn persönlich wegweisende Saison gestartet. Zum Auftakt seines – Stand jetzt – letzten Vertragsjahres beim 1. FC Köln erhielt der Kapitän viel Lob von Sportchef Thomas Kessler.

Wer am Samstag vor den Toren des RheinEnergieStadions unterwegs war, das Spiel des 1. FC Köln gegen die TSG Hoffenheim aber nicht sah, muss in der 57. Minute geglaubt haben, dass den Geißböcken gerade ein Tor gelungen ist. Derart laut war der Jubelsturm über Müngersdorf – ausgelöst jedoch nicht durch ein Tor, sondern durch einen verhinderten Treffer. Marvin Schwäbe hatte den nicht schlecht getretenen Elfmeter von Max Moerstedt stark pariert.

Der 20-Jährige war sicher nicht Hoffenheims Top-Schütze, war kurz zuvor erst eingewechselt worden. Doch Schwäbe wusste Bescheid und tauchte voller Überzeugung nach links unten ab. „Wir haben die Elfmeter im Vorfeld analysiert, waren auf ein paar Schützen mehr vorbereitet“, berichtete der FC-Kapitän im Anschluss und stellte fest: „Das ist heute perfekt aufgegangen.“

Kessler: „Wie ein geschossenes Tor“

Die Reaktion auf den Rängen war ein Vorgeschmack auf die spätere Ekstase durch Thijs Dallingas Doppelpack. „Der Elfmeter war eine Initialzündung für das Stadion. Das ist wie ein geschossenes Tor“, sagte Thomas Kessler, der in seinem Fazit vor den Torschützen El Mala und Dallinga zunächst Schwäbe lobte: „Wir hatten heute einen super Torwart. Man muss Marvin ein Riesenkompliment machen. Nicht nur wegen des gehaltenen Elfmeters, sondern insgesamt hat er die eine oder andere Situation entschärft, die sehr brenzlig war.“

So siegte Schwäbe beispielsweise auch im zweiten Eins-gegen-Eins-Duell mit TSG-Stürmer Moerstedt, direkt nach dem von Jahmai Simpson-Pusey verursachten Strafstoß. Der Nachmittag des 31-Jährigen stand quasi stellvertretend für den der gesamten Mannschaft. Schließlich hatte Schwäbe in der ersten Halbzeit ein Gegentor kassiert, das nicht unhaltbar aussah.

„Beim 0:1 war der Schuss nicht wirklich präzise und hart, aber es standen gefühlt zehn Leute davor“, berichtete der Routinier. „Deswegen habe ich das nicht so einfach gesehen – sehr schade.“ Umso stärker war jedoch sein Auftritt in der zweiten Halbzeit.

Mitspieler und Fans feiern Schwäbe

Schwäbe setzte zum Auftakt einer für ihn persönlich wegweisenden Saison direkt ein Ausrufezeichen. Stand jetzt läuft sein Vertrag zum Saisonende aus. Dem Vernehmen nach soll sich das Arbeitspapier ab einer bestimmten Anzahl an Spielen verlängern – doch der Torhüter macht kein Geheimnis daraus, wie wohl er sich beim FC fühlt und würde Gespräche über einen längerfristigen Vertrag gewiss begrüßen.

Die Fans hat der Kapitän zweifellos auf seiner Seite. Am Samstag wurde Schwäbe nicht nur nach seinem gehaltenen Elfmeter von der Südkurve mit Sprechchören bedacht, sondern auch nach Abpfiff. Für die breite Masse mag Dallinga der Matchwinner gewesen sein – für die Südkurve war es Schwäbe.

Nach der Ehrenrunde durchs Stadion und der gemeinsamen Feierei vor den Ultras trat der Keeper gemeinsam mit seinen Kindern noch einmal vor die Südkurve, die ihn weiterhin lautstark besang. Doch nicht nur die FC-Fans bejubelten die Leistung ihres Schlussmanns. Auch Said El Mala, der gerade auf dem Weg zu den TV-Interviews war, klatschte in die Hände und skandierte: „Marvin Schwäbe!“ Gleiches galt für Linton Maina, der mit einigen Mitspielern gerade noch Läufe absolvierte. Es war ein Gänsehaut-Moment für Schwäbe.

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