Der 1. FC Köln hat auf zwei wichtigen Positionen durch Verletzungen Engpässe. Mehrere Talente könnten nun helfen, sind jedoch verliehen. Warum die Transfers dennoch richtig waren.
Drei Mittelstürmer und zwei Innenverteidiger: Die Ausfallliste des 1. FC Köln liest sich recht einseitig. Thijs Dallinga, Ragnar Ache und Imad Rondic sind dem FC in den letzten Wochen in der Sturmspitze weggebrochen, dazu Rav van den Berg und Joel Schmied (zusammen mit Timo Hübers) in der Innenverteidigung. Alles andere als optimal für die Kader-Balance bei den Geißböcken.
Alternativen sind rar gesät. In der Defensive muss Trainer René Wagner nun zunächst mit Luka Lochoshvili und Jahmai Simpson-Pusey auskommen, Rechtsverteidiger Sebastian Sebulonsen ist die einzig verbliebene Alternative. Im Sturm gab es diese zuletzt überhaupt nicht, weil weder Marius Bülter noch die restlichen Angreifer echte Stoßstürmer sind. Immerhin ist Ache wieder im Training.
Kessler: „Wir sondieren den Markt“
Ein Blick auf den erweiterten Kader macht im ersten Moment etwas betroffen. Schließlich verlieh der FC im Sommer mit Julian Pauli und Elias Bakatukanda zwei vielversprechenden Innenverteidiger-Talente, weil sie beim FC kaum Chancen auf Spielzeit gehabt hätten. Zudem gingen Youssoupha Niang und Jaka Cuber Potocnik sowie Fynn Schenten auf Leihbasis in unsere Ligen.
Nun, in dieser Ausnahmesituation, hätte der FC sie alle gut gebrauchen können, um sich zu beweisen. Stattdessen schauen die Kaderplaner um Sportchef Thomas Kessler auf das Winter-Transferfenster, um externe Verstärkungen hinzuzuholen. „Wir sondieren den Markt“, bestätigte Kessler am vergangenen Wochenende.
Pauli und Niang sind Stammspieler
Dennoch waren die Leihgeschäfte der Talente im Sommer wohl allesamt richtig. Pauli erlebte eine schwere Vorbereitung und hätte beim FC erst einmal nur auf der Tribüne gesessen, während er jetzt bei Odense BK in Dänemarks Superliga Stammspieler ist. Bakatukanda hat eine schwere Rückrunde in Österreich hinter sich und kommt auch jetzt in Osnabrück noch nicht zum Zuge, was im Fall eines Verbleibs in Köln nicht anders gewesen wäre.
Im Angriff hat sich derweil Niang beim FC St. Pauli einen Stammplatz erkämpft (vier Startelf-Einsätze in Folge) und wird von dieser Spielzeit langfristig deutlich mehr profitieren als davon, dass er in Köln hinter Ache und Dallinga eigentlich nur die Nummer drei im Angriff gewesen wäre und kaum Chancen auf regelmäßige Einsätze hatte. Und weder Schenten noch Potocnik sind aktuell annähernd auf Bundesliga-Niveau, sodass sie dem FC jetzt kaum hätten helfen können, selbst wenn sie geblieben wären.
Leihen richtig: Das hätte niemandem geholfen
Der FC hat sich für den Weg entschieden, Talenten über Leihgeschäfte Spielpraxis zu verschaffen. Im Fall von Pauli und Niang gelingt das derzeit perfekt, während Schenten und Potocnik über Joker-Einsätze auf mehr hoffen müssen und Bakatukanda insgesamt noch Nachholbedarf hat. Nicht jede Leihe geht auf, nicht jedes Talent startet anschließend durch. Doch sie im Kader zu behalten, um auf großes Verletzungspech reagieren zu können, dadurch aber ihre jungen Karrieren zu gefährden, hätte niemandem geholfen.







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