Risse Darmstadt

Marcel Risse: Rückschritt durch Rückversetzung?

Die Suche nach den Gründen für die Torkrise beim 1. FC Köln läuft auf Hochtouren. Seit dem unglückseligen 0:1 gegen Hannover 96 hat der Effzeh in sechs von sieben Spielen nicht mehr getroffen, in keiner der Partien aus dem Spiel heraus. Eine Parallele zu dieser Entwicklung ist die Rückversetzung Marcel Risses aus dem rechten Mittelfeld in die Viererkette. Braucht der Effzeh den 25-Jährigen jetzt wieder offensiv?

Köln – In der Saison 2014/15 war Marcel Risse noch der zweitbeste Torschütze des 1. FC Köln. Fünf Treffer erzielte der Mann mit dem starken rechten Fuß. In dieser Spielzeit wartet Risse noch auf den Durchbruch. Gegen Darmstadt verfehlte ein Schuss das Tor nur knapp. Doch aktuell ist Risses Aufgabe weniger das Toreschießen. Der Rechtsaußen agiert in der Viererkette, die letzten sechs Spiele lief er als Rechtsverteidiger auf.

Risse fehlt als Gegenpart zu Bittencourt

Das erste Mal in dieser Saison hatte Peter Stöger diese Option gegen den FC Ingolstadt gezogen. Mit Erfolg: Risse beackerte mit viel Offensivdrang pausenlos die rechte Seite, bereitete das 1:0 durch Anthony Modeste mit einer Flanke vor und konnte sich darauf verlassen, dass hinten nicht allzu viel anbrannte. Drei Spiele später bekam er erneut den Vorzug vor Pawel Olkowski, allerdings nicht wegen seines Offensivtempos, sondern wegen seiner Geschwindigkeitsvorteile gegenüber dem Polen, um gegen Douglas Costa vom FC Bayern zu verteidigen.

Danach sollte eigentlich wieder Olkowski hinten rechts ran – doch der Pole verletzte sich beim Aufwärmen in Bremen und fiel fortan mit einem Muskelfaserriss aus. Risse blieb hinten rechts – und Köln verlernte das Toreschießen. Die Torkrise alleine an Risses Rückversetzung festzumachen, würde zu kurz greifen. Doch dessen Flankenläufe fehlten dem FC in den Folgewochen. Weder Yuya Osako noch Simon Zoller haben die Qualität, ähnlich genaue und scharfe Flanken zu schlagen wie Risse. Den Kölnern fehlt seit Wochen auf rechts ein Gegenpart zu Leonardo Bittencourt auf links, der die Stürmer im Zentrum mit punktgenauen Hereingaben versorgt.

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  1. SR

    Der Artikel bringt es beinahe auf den Punkt. Neben den Vorteilen Risses gegenüber anderen Rechtsaußen, ist es auch so, dass Olkowski erheblich Vorteile gegenüber Risse als Rechtsverteidiger hat und der gesamten Mannschaft Fähigkeiten hinzufügt, die ohne Olkowski fehlen: sehr gute technische Fähigkeiten in der Ballverarbeitung, Dribbling und vor allem gutes Kurzpasspiel zur flachen Kombination an/in den Strafraum (all dies kann Risse auch, aber er zeigt es nur als rechter MF, als RV spielt er viel zu häufig lange Bälle über die gegnerische Abwehr).
    Wer die Punkte pro Olkowski nicht teilt, schaue sich bitte seine Vorarbeit zum 0:2 auf Schalke an!

  2. Nick

    Ich würde den Marcel viel lieber mal auf links vorne sehen…der soll lieber mal mit dem starken rechten aufs Tor schießen anstatt zu Flanken, ala Robben oder Lahm… das er Schießen kann, hat gerade die Aufstiegssaison gezeigt… da hat der Junge einfach mal öfter drauf gehalten… mit Erfolg…oder wenigstens im Spiel mal mit Leo öfters die Seiten tauschen… das stellt die gegnerische Defensive auch vor mehr Schwierigkeiten… Sörensen soll mal rechts hinten spielen, das kitzelt den Orlowski dann auch genug…


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