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Stadt brüskiert FC! Wehrle schimpft: „Habe Redebedarf!“

Es hätte ein großer Schritt in Richtung Ausbau am Geißbockheim werden können. Doch die Stadt Köln hat den 1. FC Köln einmal mehr brüskiert. Der Stadtentwicklungs-Ausschuss vertagte am Donnerstag die Aussprache. Der Effzeh kocht.

Köln – Es sollte die große Aussprache mit allen Fraktionen werden. Endlich sollte im zuständigen Ausschuss über die Ausbau-Pläne des 1. FC Köln am Geißbockheim geredet werden. Alexander Wehrle kam genauso ins Rathaus wie rund 80 Protestler, die vor der Sitzung mit Plakaten gegen den Ausbau demonstrierten.

Wir sind irritiert und maßlos enttäuscht

Um 15 Uhr begann die Sitzung. Doch ehe sie richtig begonnen hatte, war sie schon wieder vorbei. Die Grünen beantragten eine Vertagung des Themas, weil der vor einer Woche von Oberbürgermeisterin Henriette Reker vorgestellte Vorschlag nicht fristgerecht eingereicht worden sei. Der Ausschuss stimmte dem Antrag zu – Thema erledigt. Aussprache? Fehlanzeige!

Henriette Reker neben Alexander Wehrle.

Henriette Reker neben Alexander Wehrle. (Foto: GBK)

Alexander Wehrle konnte hinterher seine Wut über die Kölner Politik nicht hinter dem Berg halten. „Wir sind irritiert und maßlos enttäuscht“, schimpfte der Effzeh-Geschäftsführer. Es sei sehr verwunderlich, dass OB Reker einen Vorschlag extra für diese Sitzung vorlege, die Aussprache dann aber wegen eines angeblichen Formfehlers erneut verschoben werde. „Das macht uns sehr nachdenklich. Wir haben Redebedarf.“

Folgt nun die Aussprache am 15. Dezember?

Dabei hatte man beim FC genauso wie bei den Gegnern darauf gehofft, dass endlich Bewegung in das Thema kommen würde. Die Parteien hätten im Rahmen der Aussprache die Karten auf den Tisch legen müssen. Von der CDU über die SPD bis zu den Grünen – die führenden Kölner Politiker hätten sich erklären müssen, zum Vorschlag von Oberbürgermeisterin Reker, zum Vorschlag des Effzeh und zu weiteren Vorschlägen, die ebenfalls auf dem Tisch liegen. Doch stattdessen kniff die Kölner Politik und schob das Thema vor sich hin. Am 15. Dezember soll die Aussprache stattfinden – wenn es den Parteien dann genehm sein sollte…



  1. Magnus

    Nicht „die Kölner Politik“, nicht „die Parteien“ sondern ausschließlich die Grünen und ihre OB. Bitte Ross und Reiter nennen – spart euch bitte solche populistischen Sprüche und Verallgemeinerungen!

    • Klio

      Ross und Reiter wurden doch genannt: Rekers (verspätet eingereichter?) Vorschlag und der Antrag der Grünen. Aber auch: „Der Ausschuss stimmte dem Antrag zu“. Insofern kann ich nicht nachvollziehen, dass es „ausschließlich die Grünen und ihre OB“ gewesen sein sollten. Im Ausschuss, der die Steilvorlage evtl. gerne angenommen hat, sind alle Parteien vertreten; die Grünen stellen ein Fünftel im Rat (und ergo auch in den Ausschüssen). Auch mit der OB zusammen können nicht sie ausschließlich irgendetwas bewegen.

      Dass man den FC hier so auflaufen lässt, ist das Letzte. Hier sehe ich schon charakteristische Züge der althergebrachten „Kölner Politik“, die je nachdem, mit wem man es zu tun hat, zwischen Gutsherrenmanier und Hinterzimmerklüngelei schwankt.

      • Magnus

        Ich denke, wir können unterstellen, das Reker und ihre Mitarbeitenden die Geschäftsordnung des Rats und der BVen kennen. Spätestens am 10.
        Arbeitstag vor der Sitzung müssen Anträge eingereicht werden. Die Regelung ist klar. Wenn also ein Bezirksvertreter auf diesen Punkt hinweist, bleibt den anderen doch gar nichts anderes übrig als dem zu folgen. Zufall, dass eine Grüne die Fristeneinrede gegen den Vorschlag der grünen OB geltend macht? Wohl kaum…

  2. Nick

    Köln schafft es immer wieder, sich beim noch so kleinen Bauprojekt zu blamieren…nicht mal 3 Fußballplätze bekommt man gebaut…wenns dann doch endlich mal im Grüngürtel losgeht, buddeln wir wahrscheinlich beim ersten Spatenstich ein altes römisches Gewölbe aus und dann kommen die Archäologen, fällen 20 Bäume und legen das alles frei…“Win-Win“ für alle! Wahrscheinlich stürzt dann bei den Ausgrabungen noch halb das Franz-Kremer-Stadion ein…kann es anders kommen in dieser Welt-Bau-Stadt??? Junge…junge…die schaffens nicht mal drüber zu Reden…Irgendein Super-Grüner sitzt jetzt zu Hause mit der Familie am Essenstisch und erzählt was er heute tolles geleistet hat…Kannst Du stolz drauf sein…

  3. Kaycee

    Die Damen und Herren Politiker kriegen das am Ende auch noch hin, dass der Effzeh die Reißleine zieht und gar nicht mehr anders kann, als wegzuziehen. Und dann ist das Wehklagen groß, wenn plötzlich auffällt, dass die Steuern, die er immer gezahlt hat, wegbrechen, und sich statt dessen der Stadtkämmerer von Hürth oder Frechen lachend die Hände reibt.
    Das dürfte dann die teuerste Hundek***wiese der Welt sein…

  4. Pitter

    Das deutsche BANANA-Prinzip gilt eben auch in Köln: Build Absolutely Nothing Anywhere Near Anybody

    Es könnte ja theoretisch sein, dass durch den Bau von ein paar Fußballplätzen eventuell irgendeine besonders schützenswerte Mückenart sich eine andere Wiese zum paaren suchen müsste. Dann lieber gar nichts bauen. Ist ja auch sowieso günstiger…

  5. hapeen

    Es wird allerhöchste Zeit, Ausweichpäne zu realisieren.
    Dabei sollte man groß denken, das heisst, gleich einen Platz suchen wo man auch ein 70.00 Mann Stadion bauen kann.
    Die Fans würden das mittlerweile sogar verstehen, nach dem Theater was hier läuft.
    Und die vom FC geplante Lösung ist ja weiss Gott keine große, ein richtig modernes Trainingszentrum sieht ja nochmals anders aus.
    Also, Pläne machen sind auch für den FC erlaubt.
    Nicht nur für die Gegner des Ausbaus.

  6. udo schmidt

    Da schimpfen alle über die Politikverdrossenheit der Menschen und wundern sich daß überall die Populisten wie Pilze aus dem Boden schießen,aber ändern will von den amtierenden Herren und Frauen Politikern niemand was.
    Formfehler ….Daß ich nicht lache.Da reisen diverse Funktions- und Verantwortungsträger extra an um eine wichtige Angelegenheit zu diskutieren und anschließend in praktisches Handeln umzusetzen und was passiert. Ein FORMFEHLER. Wahrscheinlich ein Komma an der falschen Stelle oder das Papier nicht umweltverträglich..
    Ja habt ihr denn nichts besseres zu tun??
    Herr Wehrle ,Sie machen einen tollen Job.Lassen Sie sich von diesen angeblichen Politikern nicht unterkriegen und ziehen Sie das Ding durch.Es stehen mehr Menschen hinter Ihnen als Sie glauben.

  7. Verdruss

    Die sogenannte OB möchte doch keine Wähler verlieren. Ich bin auch dafür hier die Reisleine zu ziehen. Ich glaube das viele andere Städte dem FC einen super Standort liefern könnten.
    Wo sind eigentlich die über 89.000 Mitglieder? Wenn die mal ein Kundgebung auf die Beine stellen würden sähe doch die OB das ,daß Herz in Kölle schlägt.
    Schenkt doch der OB eine Pappnase die sie aber solange tragen muss bis sie in Kölle nicht mehr erwünscht ist.

        • puschel

          …danke klappskalli, du sprichst mir aus dem herzen, nur, köln ist doch nur ein klitzekleines beispiel von dieser “ politik “ in diesem staat wo bürger beschimpft werden und die “ eliten “ sich nicht um die belange des volkes kümmern ! DENKE ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT …..

  8. Ralf Böddingmeier

    Ach die Grünen…..von einer Partei, deren Ratsmitglieder behaupten, das öffentliche Saufen auf Kölschen Straßen, sei eine Kulturleistung, das Wegbier genannt wird, kann man wohl kaum eine andere Politik erwarten, als jetzt bei den Umbauplänen des FC gezeigt und Frau Reker, die die Politikkultur dieser Stadt verändern wollte, zeigt deutlich, das sie nichts anderes ist und nichts anderes sein wird, als ein Spielball diverser Kungelrunden.

  9. Frank

    Ohne Worte diese Posse der Politik!!
    Trump, Brexit, die Afd merkt ihr in den Rathäusern nicht was überall passiert ? Wir, die Menschen die „Wähler oder die Nichtwähler“ und FC Fans können das langsam nicht mehr verstehen was ihr da veranstaltet!!

    Weiter so, die Gräben werden größer ……….

  10. R.S.

    Die sogenannte OB wollte doch schon vor der Wahl alle möglichen Wähler gewinnen!
    Wer hat sie denn gezwungen, allen (FC inklusive) alles zu versprechen?

    Bei den Wischwaschi OB-Kandidaten ohne Profil hat man eh die Wahl zwischen Pest und Cholera gehabt. Wunderts einem wirklich, dass es jetzt weiter so geht?
    Ja, Politik ist verhandeln!
    … Aber kluge Politik ist nicht Aussitzen oder Salami-Taktik. Ein Spiel auf Zeit, mit vorgetäuschten Kompromissen (die keine sind) und vorgeschobenen Begründungen ist sie auch nicht!

    Übrigens, wir sind erst nur 83,5 Tausend groß! … Es würde aber auch reichen, denke ich :-P

  11. Pitter

    Ich muss vielen Vorrednern hier absolut zustimmen.
    Bei dem ganzen Theater muss man inzwischen wirklich damit rechnen, dass die Stadt Köln sich noch sehr lange querstellen wird. Und wenn es schon wegen ein paar neuer Fußballplätze einen solchen Aufstand gibt, kann man sich ja ausmalen, wie es dann erst aussehen muss, wenn das Stadion vergrößert oder gar ein neues gebaut werden soll.
    Vielleicht sollte der FC einfach mal Gespräche z.B. mit der Stadt Frechen (oder auch Hürth) führen, ob der FC dort ein neues Trainingszentrum und mittelfristig ein neues Stadion bauen könnte.
    Vermutlich wird der Aufschrei unter den Kölner „Politikern“ groß sein, wenn sie dann realisieren, dass hierdurch a) jährlich mehrere Millionen Euro an Steuern, Stadionmiete und Parkplatzgebühren wegfallen würden und b) es ihnen viele Wähler übel nehmen werden, wenn sie den FC aus der Stadt vertreiben.
    Spätestens dann dürften sie sich wieder kompromissbereiter zeigen. Und wenn nicht… Naja, dann wäre es tatsächlich sehr schade, wenn der FC wirklich umziehen würde. Aber wenn man langfristig auch nur die Chance haben will, den Abstand zu den großen Clubs zu verringern, dürfte vermutlich kaum etwas anderes übrig bleiben.

  12. Klappskalli

    Das ist der Dank, dafür das der FC sich vor der Wahl eingesetzt hat, daß die Leute überhaupt wählen gehen. ohne diesen Einsatz wäre die Wahlbeteiligung noch geringer gewesen. Und dann Danke für nichts. So schnell wird und der Politik vergessen.


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