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Doppelpacker: "Tut uns gut"

Sie sollen die neuen Torjäger beim 1. FC Köln werden: Anthony Modeste und Philipp Hosiner. Die beiden Neuzugänge im Effzeh-Angriff hatten am Donnerstag beim Test gegen die Burgenland-Auswahl (11:2) ihren ersten Auftritt. Besonders der Ex-Hoffenheimer Modeste imponierte bereits mit seiner Strafraum-Präsenz. Ein vorsichtiger Ausblick auf den neuen Geissböcke-Angriff.

Bad Tatzmannsdorf – In Minute 13 segelte eine von Jonas Hector perfekt getretene Ecke an den Rand des Fünfmeterraumes. Dort schraubte sich Modeste hoch, stand weit über seinen Gegenspielern in der Luft und köpfte das Leder wuchtig in die Maschen. Eine Viertelstunde später lupfte Simon Zoller von der Torauslinie den Ball in den Rücken der Abwehr, wo sich Modeste am langen Pfosten erneut empor schraubte und die Flanke sehenswert mit dem Kopf verwertete.

Man hat gesehen, dass er das verkörpert

Zwei Tore, die Hoffnung machen: Der Gegner, eine Auswahl aus österreichischen Drittliga-Spielern, war zwar wahrlich kein Gradmesser für die Leistungsfähigkeit des Effzeh. Kopfballstärke lässt sich aber auch singulär bewerten. Und die demonstrierte der 27-Jährige eindrucksvoll. Kein Wunder, dass Trainer Peter Stöger hinterher mit einem Lächeln erklärte: „Er ist jemand, der Durchschlagskraft hat im Sechzehner, der körperliche Präsenz hat, Kopfballspiel – das war unser Anforderungsprofil. Das waren zwar jetzt keine Bundesliga-Gegner, aber man hat schon gesehen, dass er das verkörpert.“

Ähnliches gilt für Philipp Hosiner. Der Österreicher wurde nicht wegen seines Kopfballspiels geholt, sondern wegen seines Torriechers, wegen seines Instinkts, im Strafraum das zu tun, was ein Stürmer tun muss: im richtigen Moment am richtigen Ort sein. So wie zweimal in der zweiten Halbzeit, als er jeweils am langen Pfosten den Ball nur noch über die Linie drücken musste. So wie in der 75. Minute, als er sehenswert mit der Sohle auf Marcel Hartel ablegte, der hinter ihm in Schussposition gelaufen war und auf Hosiner-Vorlage traf. So wie kurz vor Schluss, als er uneigennützig Bard Finne den Schlusspunkt zum 11:2 servierte.

Osako hat noch Entwicklungsstufen in sich

Selbstvertrauen tanken, das machten Modeste und Hosiner – und das machte auch Simon Zoller. Erst seine sehenswerte Vorlage für Modeste, dann ein trockener Schuss unter die Latte aus 14 Metern zum 5:1. Auch Zoller trug sich in die Torschützenliste ein. Womit vier der fünf Stürmer im Kader des Effzeh gleich im ersten Test trafen. „Jedes positive Erlebnis, das Spieler haben, tut uns gut“, sagte Stöger anschließend. „Und bei Stürmern ist das noch einmal extremer.“

Dass Yuya Osako als einziger Angreifer nicht traf, fiel nicht so sehr ins Gewicht. Der Japaner hatte sich schon vorher ein Extra-Lob von Sportchef Jörg Schmadtke abgeholt. „Er ist ein Neuner, Neuneinhalber und Zehner. Und außen könnte er auch noch spielen, da bin ich mir sicher. Warum? Weil er einfach ein guter Stürmer ist“, hatte Schmadtke im Interview mit dem GEISSBLOG.KOELN gesagt. „Yuya hat sicher noch weitere Entwicklungsstufen in sich.“ Wenn er die zündet und für die anderen Stürmer der erste Test ein Versprechen für die Zukunft war, dann dürfte der Effzeh offensiv trotz des Abgangs von Anthony Ujah deutlich an Qualität gewonnen haben.

 

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