,

Folklore hilft nicht weiter


Der Spielplan der Bundesliga wird sich verändern. Dieser Prozess ist unaufhaltsam – und richtig. Das Wochenende in Fußball-Deutschland braucht mehr Anstoßzeiten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Und gerade diejenigen, die am liebsten alle Spiele samstags um 15.30 Uhr sehen wollen, wären die ersten, die schreien, wenn die Bundesliga international keine Rolle mehr spielt.

Die Deutsche Fußball-Liga diskutiert über neue Anstoßzeiten: am Sonntagmittag und Montagabend. Zunächst einmal nicht, um sie Woche für Woche einzuführen, sondern nur in insgesamt zehn Ausnahmefällen pro Saison, um Klubs zu entlasten, die unter der Woche Deutschland in Europa vertreten. Dass alleine diese Überlegung schon zu einem Aufschrei in der Fanszene geführt hat, zeigt, wie sehr sich manch Anhänger in der Folklore der Bundesliga verloren hat.

Ehrlicher Fußball vom Volk fürs Volk?

Fußball als zu schützendes Kulturgut für die Allgemeinheit, als Welterbe, das nicht verändert werden darf – so betrachten einige das Spiel mit dem runden Leder. Sie haben Recht. Zumindest dann, wenn sie die Welt des Kommerz verlassen. Der Amateurfußball ist noch heute der Ort, an dem alte Konventionen, Rituale und Instinkte gepflegt werden, die seit Generationen weitergegeben werden. Ehrlicher Fußball vom Volk fürs Volk – hier gibt es noch die Vereinsheime, in denen der Fußball in seiner Urform zuhause ist.

Doch diese Welt hat in den durchorchestrierten Ligen an der Spitze Europas keine Überlebenschancen mehr. Bundesliga, Champions League, Europa League, EM, WM – von der DFL über die UEFA bis zur FIFA haben die Verbände Hochglanzprodukte erstellt, die in einer anderen Galaxie zuhause sind als der bodenständige Amateurfußball. Milliardengeschäfte, in denen Vereinsmeierei und Kleinbürgertum untergehen.

Warum auch der 1. FC Köln als Bundesligist die neuen Anstoßzeiten braucht – auf Seite 2!

0 Kommentare

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar