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Folklore hilft nicht weiter

Der Schlüssel: je mehr, desto mehr

Die Bundesliga ist Teil eines Wirtschaftszweiges, in dem es einzig und alleine darum geht, Geld zu verdienen. Spieler, Trainer, Funktionäre, Sponsoren, Berater, Medien. Jeder will einen Teil des Kuchens abhaben. Und je größer der Kuchen, desto erfolgreicher das Produkt – auf und neben dem Rasen. Der Kuchen wird aber nur dann größer, wenn das Produkt in der Vermarktung attraktiver wird. Und der Schlüssel dazu ist nun mal: je mehr, desto mehr.

Je mehr Anstoßzeiten, desto mehr TV-Übertragungen, desto mehr TV-Geld für die Liga, desto mehr Geld für die Klubs, desto mehr Geld für die Trainer, Spieler, und so weiter. Verweigert sich die Bundesliga diesem Prozess, kehren künftig nicht mehr nur die Wimmers, Joselus und Okazakis dieser Welt Deutschland den Rücken, sondern auch die Superstars der Liga, die schon jetzt – außer beim FC Bayern – überall in England mehr verdienen könnten als in Deutschland.

Die Bundesliga braucht einen entzerrten Spielplan mit mehr Anstoßzeiten. Wollen die deutschen Klubs international wettbewerbsfähig bleiben, will die Bundesliga attraktiv für Weltstars bleiben, dann ist der nächste TV-Vertrag ein entscheidendes Kriterium dafür. Das mag unromantisch sein – aber gerade auch für aufstrebende Klubs wie den 1. FC Köln ein unumgänglicher Schritt.

Diskutiert mit! Wie denkt Ihr über die Pläne der DFL, mehr Anstoßzeiten einzuführen?

4 Kommentare
  1. Jonas Rath says:

    Nur das Köln nur einen Bruchteil dieser gestiegenen TV-Einnahmen sehen wird. Anders als in England werden sie nämlich in Deutschland sehr unterschiedlich verteilt. D.h. der größte Profiteur von den neuen Anstoßzeiten wird wieder mal der FC Bayern sein. Das wird die ungleichheit in der Liga weiter fördern und die Bundesliga, gerade in der Spitze noch langweiliger machen, als sie längst schon ist.
    Ich fände es nicht schlimm, wenn die deutsche Liga nicht so Konkurrenzfähig ist. Der Preis den der Fan dafür zahlt ist finde ich zu hoch. Wer fährt denn schon Montags Abends zu auswärtsspielen. Jemand der seit Jahren oder Jahrzehnten Fan ist und zu jedem Auswärtsspiel gefahren ist, wird ausgegrenzt. Man hat lieber die Leute vor dem Fernseher sitzen. Das bringt mehr Geld, aber keine Stimmung im Stadion.

  2. Daniel says:

    Das kann nur einer schreiben der nicht ins Stadion geht, geh mal nach England die grenzen ihre eigenen Leute aus zu Gunsten der ach so tollen Vermarktung. Kann gerne Kontakt zu einem Engländer herstellen der FC Fan ist, sein Heimatverein ist Sunderland. Der geht lieber in Deutschland Fußball gucken als in England. Mir ist bewusst das Fußball ein Geschäft ist aber alles hat seinen Grenzen, trotzdem sind wir ja Weltmeister geworden. Die Länder die sich vermarkten verkaufen ihre eigene N11 und auch Kultur, weiß nicht ob das der Weg ist. Nur damit ein paar Asiaten mehr sich die BuLi anschauen… Italien genau so, war live bei Inter im Stadion, keine Stimmung, wie auch bei 20:45 an einem Sonntag!!! Finde ja nett das die DFL den deutschen Fußball in die Welt tragen will, dabei sollte der Fan Zuhause aber an erster Stelle stehen!! Wenn Montags kommen sollte, dann aber bitte mit Auflagen wie eine Kilometerbegrenzung so 300 km zwischen den Vereinen aber wahrscheinlich bin ich zu romantisch dafür veranlagt. Sehe ich mich in ein paar Jahren schon beim Bonner SC auf der Tribüne…

  3. Joe says:

    Es gibt durchaus vernünftige Argumente gegen die Spielplanerweiterung (siehe u.a. http://effzeh.com/saegen-am-eigenen-ast) . Diese pauschal als Folklore abzutun zeugt nur davon, dass man sich damit nicht auseinandergesetzt hat. Man kann durchaus der im Artikel beschriebenen Meinung sein, aber sie als alternativlos zu postulieren greift zu kurz.
    Ich will nicht nochmal alles darlegen, aber bspw. die völlig unterschiedliche Pay-TV-Kultur lässt doch am einfachen Erfolg dieser Strategie zweifeln.

  4. tommsen says:

    Nur aufgrund von ein paar weniger Spielen am Sonntagmittag oder Montagabend verdient die DFL doch nicht signifikant mehr Geld. Das ist Augenwischerei. In England wird nur derart viel Kohle generiert, weil es auf dem Pay-TV Markt mehrere Wettbewerber gibt, die sich gegenseitig überbieten. Solange in Deutschland Sky Monopolist in diesem Segment ist, wird der Abstand zur Premier League nicht geringer. Auch nicht wenn es demnächst 9 verschiedene Anstosszeiten geben sollte. Die einzige Frage die sich stellt ist, will die DFL mit der Ankündigung den Spieltag weiter aufzusplitten erreichen, dass sich in der Tat neue Pay-TV Anbieter für den (schwierigen) deutschen Markt interessieren…!?

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