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Verpasste Chance: Frontzeck hat sich vergaloppiert!

Es ist die Aufgabe und gehört zum guten Ton für einen Trainer, seine Spieler in Schutz zu nehmen. Das hat Michael Frontzeck am Sonntag nach dem 1:0-Sieg von Hannover 96 beim 1. FC Köln versucht. Leider hat er sich dabei völlig vergaloppiert und fragwürdige Ansichten zutage gefördert. Die verpasste Chance zum Fairplay. Ein Kommentar.

Köln – Es ist immer wieder verwunderlich, wie wenig Weitsicht – und Größe – mancher Sportler im Moment des Sieges walten lässt. Roger Schmidt beispielsweise wäre letzte Saison nach dem 5:1 von Bayer Leverkusen über den FC kein Zacken aus der Krone gebrochen, hätte er sich hingestellt und zugegeben, dass Bernd Leno hätte vom Platz fliegen und Anthony Ujah und Köln ein zweiter Elfmeter zugesprochen werden müssen. Aber nein, Herr Schmidt ließ den Herrn Schmidt raushängen und wunderte sich hinterher, warum er auf Ablehnung und Unverständnis stieß.

Ich habe es noch nicht gesehen

So dürfte es am Montag wohl auch Michael Frontzeck gehen. Der 96-Trainer hatte am Sonntag die Chance verpasst, durch eine einfache Äußerung des Verständnisses und des Eingeständnisses das RheinEnergieStadion nicht nur als Sieger, sondern auch als fairer Sportsmann erhobenen Hauptes zu verlassen. Er zollte dem Gegner zwar Lob für dessen Leistung und gestand einen „glücklichen Sieg“ ein. Was er dann aber zum Hand-Tor von Leon Andreasen sagte, spottete jeder Beschreibung.

„Ich habe es noch nicht gesehen“, erklärte Frontzeck eine halbe Stunde nach Ende der Partie auf der Pressekonferenz. In einer Zeit, in der Betreuer um die Verantwortlichen herum schwirren, mit Smartphones bewaffnet, auf denen jede Szene sofort abspielbar ist. In einem Medienbereich, wo Dutzende Fernseher hängen, Monitore stehen und die Szene immer und immer wieder wiederholt wurde. In einem Umfeld, in dem Pressesprecher noch vor dem ersten Interview die strittigsten Szenen mit Trainern und Spielern vorbesprechen. In dieser Welt wollte Frontzeck eine halbe Stunde nach Spielende noch immer nicht gewusst haben, dass es sich um ein aktives und absichtliches Handspiel gehandelt hatte.

Weiterlesen: Wie Frontzeck sich mit einem Maradona-Vergleich im Ton vergreift

14 Kommentare
  1. ossi
    ossi says:

    Was irgendwie in der ganzen Betrachtungsweise zu kurz gekommen ist, war die fiese Rolle von Frontzeck.
    Der Spieler Andreasen fühlte sich überhaupt nicht wohl in seiner Haut. Deshalb ist er ja auch sofort zu ihm gelaufen.
    Frontzeck hat m. M. 100% die Anweisung gegeben nicht zum Schiri zu gehen und
    um die Annullierung des Treffers zu bitten. Die eigentlich „arme Sau“ ist der Andreasen, der sich Frontzek unterwerfen mußte. Vereinsdiktat/Trainerdiktat !!!!
    Frontzeck hat doch nach dem Spiel glatt behauptet, er hat mit Andreasen direkt im Anschluß nicht über das Hand-Tor gesprochen.
    „Wenn Lügen lange Beine machen würde, könnte der kniend den Mond küssen“.
    Von den 4 Männern in gelb will ich gar nicht mehr sprechen, sonst bekomme ich Stress-Pickel. Die Arroganz der Schidsrichter sprach Bände.
    Ich wäre an Stögers Stelle wahrscheinlich schlimm ausgerastet. Was hat dieser Mann für ein Nervenkostüm? Aber wie es da drin aussieht, na ja, man kann es ahnen.
    In München wünsche ich mir nur ein gutes Spiel, mehr nicht. Aber es gibt ja ein Lied; “Wunder gibt es immer wieder…….”
    In diesem Sinne, noch einen stressfreien Tag

  2. Elke L.
    Elke L. says:

    Das Statement vom Peter finde ich gut, das zeigt sich halt welcher Trainer Charakter und welcher nicht. Über die Schiri Leistungen (auch wenn sie es schwer haben) braucht man nicht viel mehr zu sagen, gestern der Spieltag und dessen Ergebnisse zeigt eindeutig wo die Schwächen sind. Vielleicht sollte der DFB mal überlegen zusätzlich 2 Schiris einzusetzen (zumindest in der 1. Bundesliga), die direkt neben dem Tor stehen, um in Zukunft nicht solche schweren Fehler zu machen. – Habe gestern Abend gelesen, dass der Schiri an der Seitenlinie, der den Bayern einen Elfer gegeben hatte gegen Augsburg, in die 3. Liga degradiert wurde. Mal schauen was i.S. Dankert passiert.

  3. BROSTEWITZ
    BROSTEWITZ says:

    ….hallo ossi, kann dir nur beipflichten, der größte übeltäter ist für mich der frontzeck – was für ein unfairer “ sportsmann “ und leider ist es in dieser welt so – morgen spricht keiner mehr darüber und das unrecht hat trotz aller vorliegenden beweise wieder mal gewonnen …zum spiel: nur bei allem bemühen unserer truppe MUSS einfach ein tor fallen, das kann man der mannschaft vorwerfen, und jetzt wird es natürlich durch diese vollkommen unnötige niederlage sehr eng und wir werden beim nächsten spieltag wohl abstürzen in der tabelle, denn alles andere als eine niederlage gegen den fcb ……

    • Peter
      Peter says:

      Nicht sagen das wir gegen Bayern verlieren. Wir haben es ja schon einige male Bewisen das wir die schlagen können. Das einzige was schlecht ist mit den Bayern ist das die sich hinlegen wen jemand zu nahe kommt und den Ball nimmt. Dann schreien die nach ihrer Mamma und sind am Heulen wie kleine Kinder. Bayern ist ein Verein mit Feigen Spieler ( nicht alle aber die meisten ).

  4. ossi
    ossi says:

    @Brosewitz,
    ich sehe eigentlich gar nicht so schwarz, was die Tabellensituation nach dem FCB Spiel betrifft.
    Gegen die TSG haben wir allemal Chancen einen 3er einzufahren und gegen die „Pillen“ ist auch was zu holen. So toll spielen die im Moment auch nicht.
    Ich bin fest davon überzeugt, daß „wir“ am Ende der Hinserie einen guten Mittelplatz erreichen werden.
    Ob meine Nerven dann auch noch so halbwegs in Ordnung sind, sei mal dahin gestellt;-)
    Also Kopf hoch und optimistisch bleiben !!!!
    Gruß
    ossi

  5. Schlaubi
    Schlaubi says:

    Mann kann im Abstiegskampf nicht verlangen, dass Vereine auf Tore verzichten! Da es ein sehr offensichtliches Handspiel war ist es Aufgabe der 4! Schiris das zu sehen. Andreasen hätte es zugegeben wenn H96 nicht so weit unten stehen würde, das hat man ihm angesehen. Er hat sich den Interessen vom Verein untergeordnet und lässt nun den shitstorm über sich ergehen.
    Der Effzeh sollte sich lieber damit beschäftigen wie man selber kleverer mit so einem Rückstand umgeht. Die einzigen, die versucht haben die Emotionen aus dem Stadion und der Fehlentscheidung zu nutzen waren Modeste und Horn.
    Ein kleveres Team versucht in Situationen zu kommen, wo ein Elfer, Freistöße oder ne gelb/rote Karte fällig sind. Der Schiri steht ja schließlich auch unter Druck. Das muss nicht unfair ablaufen. Man sollte nur die Emotionen nutzen, die von 40.000 Heimfans angeboten werden.
    Aber da kann sich das junge Team von Stöger ja noch weiterentwickeln

  6. Elke L.
    Elke L. says:

    nun ja Schlaubi, natürlich hast du Recht, aber in der Praxis sieht das manchmal doch anders aus: natürlich war da ein Break im Spiel, wenn du innerlich so aufgewühlt bist, dann stecken vor allem junge Leute das nicht so einfach weg….es beschäftigt einen dann innerlich

  7. Toni
    Toni says:

    Das Tor war gestern der absolute KO für uns. Man hat gemerkt das ein schwacher Gegner auf einmal motiviert war. Bis zur Halbzeit hat man vom FC keine klare Linie mehr gespurt.
    Eine Sache zu Andreasen und dem Gladbacher an der Linie. Bei dem Interview nach dem Spiel hat Andreasen direkt gesagt es ging um taktische Dinge die direkt nach dem Tor mit dem Trainer besprochen wurden. Das kam aber so aus der Pistole geschossen das es klar war, dass er das so sagen musste.

    Wozu haben wir 20 Kameras auf den Strafraum gerichtet damit wir sie bei so einer Situation nicht nutzen?!? Der Videobeweis würde mehr Fairness bringen und solche Ereignisse würden nicht mehr ein Spiel oder eine Saison Entscheiden.

  8. Ouly
    Ouly says:

    Wenn man von Lächerlichkeit spricht, sollte man diesen weinerlichen Artikel als Musterbeispiel nennen. Der Autor weint ernsthaft einem nicht gegebenen Elfmeter bei einem 1:5 (!) gegen Leverkusen nach? Und wo um Himmels Willen schauen die Und wo vor allem gibt es den moralischen Aufschrei angesichts eines mit Rot zu ahndenden Nachtretens von Modeste?

    Diese ganze Scheindiskussion ist sowas von bekloppt. Natürlich tun Fehlentscheidungen weh und ärgern den Sportsgeist. Abhilfe könnten hier technische Hilfsmittel schaffen – zum Schutz der Spieler, aber vielleicht ja auch auf Kosten der Dynamik des Spiels!?! Letztendlich wird hier ein Spieler den „Aufrechten“ zum Fraß vorgeworfen – immerhin hat Andreasen die Eier gehabt, sich der Meute zu stellen (das sollte man ihm anrechnen).

    Meint der Autor wirklich ernsthaft, dass die Kölner Spieler und Verantwortlichen in einer vergleichbaren Situation sich diametral entgegengesetzt verhalten hätten? Ich bin gespannt, wie gewisse FC-Fans (nicht unbedingt als zimperlich bekannt) auf ein Eingeständnis eines eigenen Spielers reagiert hätten, wären dadurch Punkte flöten gegangen… ach ja, es war ja letztlich nur ein Punkt. Ohne diese Fehlentscheidung des Schiedsrichters wäre ja für den Gastgeber ein grandioser 0:0-Sieg rausgesprungen. ;)

  9. Hänneschen
    Hänneschen says:

    Die kruden Gedankengänge des Michael Frontzeck und sein Ausgangshinweis, dass er die Szene nicht gesehen habe, lassen wohl nur zwei Rückschlüsse zu: entweder Herr Frontzeck hat im Oberstübchen nur einen Restlichtverstärker ODER aber er glaubt, genau dies sei bei allen Teilnehmern der Pressekonferenz und folglich den Empfängern seiner Botschaft der Fall. Wir werden es vielleicht noch erleben, manchmal kommen Einsicht und Läuterung spät. Bis hierher ein ganz schwaches Bild seiner Person und des Vereins Hannover 96.

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