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"Halbherziger Alibi-Fußball": Diskussion muss aufhören!

Das 1:1 gegen Werder Bremen war ein wichtiger Schritt für den 1. FC Köln. Ein Stolpertor für die Seele, eine Aufholjagd, die belohnt wurde, ein Punktgewinn für eine respektable Hinrunde. Die Art und Weise, wie die erste Halbzeit und die letzten Wochen verlaufen sind, dürfen deswegen aber nicht in Vergessenheit geraten. Sie müssen Warnung sein für die Rückrunde. Ein Kommentar.

Bremen/Köln – Es kam nicht überraschend und es kam völlig zurecht: die deutliche Kritik von Trainer Peter Stöger an seiner Mannschaft. „Wir haben eine ganz schlechte halbe Stunde gespielt. Das war halbherzig. Und das geht eben nicht. Wenn wir mehrere Spieler haben, die nicht bereit sind Fehler zu machen, spielen wir Alibi-Fußball. Und Alibi-Fußball geht bei uns nicht. Dann haben wir keine Berechtigung, Punkte mitzunehmen.“

Psychologische Vorgeschichte

Halbherziger Alibi-Fußball, das saß! Stögers Mannschaft hatte in Hälfte zwei zwar eine Reaktion gezeigt, trotz Rückstandes mit Vertrauen in die eigene Stärke gespielt. Und das, obwohl, wie Stöger es nannte, die „psychologische Vorgeschichte“ im Hinterkopf der Spieler spukte. Doch die erste Hälfte muss aufgearbeitet werden.

Der 1. FC Köln verliert gegen Hannover 96 mit 0:1. (Foto: MV)

Mit dem Handtor von Hannover fing alles an. (Foto: MV)

Köln verschenkte wieder einmal eine Chance, sich zu befreien. Wie schon gegen Hannover, Hoffenheim und Augsburg gelang es nicht, einen Gegner aus dem Tabellenkeller von Beginn an unter Druck zu setzen, zu zeigen, wer weniger zu verlieren hatte. Diese Ängstlichkeit kostete erneut Punkte. Und hätte Anthony Ujah den Elfmeter verwandelt, Köln wäre nicht mehr zurückgekommen.

Haben uns davon leiten lassen

Auch am Samstag wurde wieder offensichtlich: Die Kölner verlieren sich in den letzten Wochen in Nebensächlichkeiten. Die Schiedsrichter-Diskussionen waren verständlich, die Fehlentscheidungen ärgerlich und ergebnisrelevant. Dennoch haben diese eben jene Alibis geliefert, die Stöger kritisierte. „Wir haben uns davon leiten lassen. Die Diskussionen haben uns nicht gut getan“, gestand er im „Doppelpass“ am Sonntag ein und fügte an: „Ich weiß für mich persönlich, dass ich in Bremen von Spielbeginn weg nicht bereit war, mit dem Vierten Offiziellen zu reden, obwohl der mir noch gar nichts getan hatte.“

Wenn schon Stöger dieses Gefühl hatte, dürfte klar sein, wie sich einige Spieler gefühlt haben, als der erste Pfiff von Schiedsrichter Guido Winkmann passierte. Dieses Gefühl muss schleunigst aus den Köpfen raus. Eine alte Regel besagt: Wenn du besser bist als der Gegner und deine Chancen nutzt, ist es egal, wie der Schiedsrichter pfeift. Die Kölner müssen in der Winterpause ihr mentales Problem mit den Referees ad acta legen. Egal, wie die Männer in Schwarz entscheiden – die Männer in Rot und Weiß müssen sich darauf konzentrieren, was sie beeinflussen können: Fußball spielen.

Wie seht Ihr die Aussagen von Peter Stöger? Stimmt Ihr dem Kommentar zu? Denkt Ihr anders? Diskutiert mit!

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