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Modeste macht Extraschicht: Schmid redet Stürmer stark

Noch eine halbe Stunde nach dem Training am Dienstagvormittag blieb Anthony Modeste auf dem Trainingsplatz. Der Stürmer des 1. FC Köln legte eine Extraschicht ein, trainierte Torschüsse. Einfache Übungen: Pass, Pass, Torschuss. Immer wieder. Zusammen mit Bard Finne und Manfred Schmid wollte sich der 27-Jährige wieder Selbstvertrauen holen. Danach gab es ein intensives Gespräch mit dem Co-Trainer.

Köln – Sie standen noch Minuten zusammen, gingen gemeinsam in Richtung Kabine zurück, blieben wieder stehen, diskutierten. Meist redete Schmid, gestikulierte, klopfte Modeste auf die Schulter, zeigte auf Positionen des Spielfelds, deutete zum strahlend blauen Himmel. Der Assistent von Peter Stöger nahm sich des Franzosen an, zeigte ihm auf, was die Verantwortlichen vom ihm erwarten – und warum alles eigentlich halb so wild ist.

Ich habe kein Mitleid mit ihm

„Er hat gefragt, ob er noch Abschlüsse machen kann, um sich Sicherheit zu holen. Dafür bin ich da“, sagte Schmid anschließend. „Man kann es vergleichen mit einem Tennisspieler, der immer wieder den gleichen Schlag probiert oder mit einem Golfspieler, der immer wieder den gleichen Schläger nimmt. Man muss sich Sicherheit holen.“

Anthony Modeste trainierte am Montag mit Manfred Schmid nach dem Training separat. (Foto: GBK)

Schmid und Modeste im Gespräch.

Das tat Schmid mit Modeste. Auch Finne war dabei, der ohnehin oft Zusatzeinheiten schiebt, um sich näher an die Mannschaft zu kämpfen. Im Fokus aber stand der Franzose, auch hinterher im Gespräch. „Ich habe ihm mitgegeben, dass ich kein Mitleid mit ihm habe“, sagte Schmid. Kein Mitleid? „Er ist kein armer, trauriger Mensch“, führte Stögers Vertrauensperson aus. „Tony ist ein toller Mensch, hat ein tolles Leben, eine tolle Familie, jeder im Verein hat ihn gern. Das habe ich ihm vermittelt.“

Er soll wieder mehr Spaß haben

Ein Mutmacher für die kommenden Wochen, ein Starkreden für die letzten beiden Spiele gegen Bremen und Dortmund, ein Fokussieren auf das Wichtige, damit solche Spiele wie zuletzt gegen Darmstadt und Augsburg bald wieder der Vergangenheit angehören.

„Ich wünsche mir, dass er wieder mehr Spaß hat, wieder mehr lacht. Und wenn er alles dafür tut, wird er auch wieder seine Tore machen“, zeigte sich Schmid sicher. „Er hat die Unterstützung von uns allen. Wenn er sein Denken wieder ändern kann, wird er wieder treffen. Die Qualität hat er ganz einfach.“

Bei den ausharrenden Fans hatte der Franzose dann auch sein Lachen wiedergefunden. Er scherzte mit einem kleinen Kind, machte Fotos, gab Autogramme. So wollen ihn die FC-Fans bald auch wieder im Stadion sehen. Am liebsten schon am Samstag in Bremen.

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