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Vergebene Chance: „Was soll Leo dem Tony schon tun?“

Es hätte das 2:1 für den 1. FC Köln beim HSV bedeuten können. Es wurde die vergebene Großchance des Spiels. Anthony Modeste vergab sie, Leonardo Bittencourt konnte es dagegen nicht fassen. Er hätte gerne sein erstes Tor für die Geissböcke erzielt. Am Ende blieb ihm der Ärger – und das Wissen, dass alle Proteste ohnehin umsonst gewesen wären.

Hamburg/Köln – Es lief die 62. Spielminute am Sonntag im Volksparkstadion, als der 1. FC Köln hätte wieder in Führung gehen können, ja, müssen. Tony Modeste hatte sich den Ball vor dem Strafraum des HSV erkämpft, zog in diesen ein und hatte vor sich nur noch Torhüter Rene Adler. Mitgelaufen in der Mitte war Bittencourt, der fest mit einem Abspiel seines Mitspielers rechnete. Doch Modeste, von Djourou noch bedrängt, versuchte es selbst. Mit Links zog er ab, der Ball ging weit vorbei. Chance vertan, das Spiel endete 1:1.

Tony weiß, er hätte abspielen müssen

„Tony weiß selbst am besten, dass er hätte abspielen müssen“, sagte Bittencourt hinterher. „Das wäre das 2:1 gewesen – und mein erstes Tor für den FC.“ Der Flügelflitzer hatte sich in der Szene lautstark bei Modeste beschwert. „Das sind die Emotionen im Moment“, erklärte er, wollte den Augenblick nicht zu hoch hängen. Schließlich hat Modeste in den vergangenen Monaten viele wichtige Tore für den 1. FC Köln erzielt. Ärgerlich war die Szene dennoch für alle Beteiligten.

Tony Modeste und Leo Bittencourt gemeinsam auf dem Bus des 1. FC Köln am Rosenmontagszug. (Foto: GBK)

Tony Modeste und Leo Bittencourt gemeinsam auf dem Bus des 1. FC Köln am Rosenmontagszug. (Foto: GBK)

In der Vorwoche war der Egoismus des 27-Jährigen noch gut gegangen. Modeste hatte in Wolfsburg den ebenfalls gut postierten Simon Zoller ignoriert und sehenswert zum Ausgleich getroffen. Dieses Glück hatte er in Hamburg nicht. „Spieler müssen Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen“, zeigte Peter Stöger hinterher Verständnis für seinen Angreifer. „Am liebsten wäre mir, die Spieler würden immer richtig entscheiden. Aber mir sind Spieler lieber, die Entscheidungen treffen, anstatt die Verantwortung weiterzuschieben.“

Tony muss Leo wahrscheinlich festhalten

Sorgen um einen Streit im Team wegen der Szene machte sich Stöger nicht. „Was soll der Leo dem Tony schon tun?“, lachte Stöger. „Kurz mal fluchen und dann ist es das schon.“ Und mit Bezug auf den windigen Rosenmontagszug, den beide schließlich gemeinsam lachend auf dem Bus des 1. FC Köln verbrachten, sagte der FC-Coach: „Ich gehe davon aus, dass sich Tony und Leo gut verstehen werden. Tony muss den Leo wahrscheinlich festhalten, damit der nicht wegfliegt.“

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