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Trotz Patzer: Lob für Kessler in einer schwierigen Situation

Sein erstes Pflichtspiel der Saison hätte kaum anspruchsvoller sein können. Thomas Kessler stand am Samstag beim 2:2 gegen Borussia Dortmund erstmals in 2015/16 zwischen den Pfosten beim 1. FC Köln. Bei beiden Gegentoren sah der 30-Jährige unglücklich aus, zwischenzeitlich konnte er seine Klasse zeigen. An seiner Rolle wird sich in der kommenden Saison aber wohl nichts ändern.

Köln/Dortmund – Keine Spielpraxis, kaum Einsatzminuten in den Testspielen, alleine das tägliche Training musste in den letzten Monaten ausreichen, um für den BVB bereit zu sein. Gegen Marco Reus, Pierre-Emerick Aubameyang und Co. stand Kessler 90 Minuten unter Strom, die knapp 75 Prozent Ballbesitz der Dortmunder ließen ihm nur selten Zeit zum Durchatmen.

Habe den Anspruch, den Ball zu halten

Schon nach elf Minuten aber musste Kessler erstmals hinter sich greifen. Gonzalo Castro war aus 22 Metern frei zum Schuss gekommen, der Mittelfeldspieler erwischte Kessler eiskalt und schlenzte das Leder ins kurze Eck. Nicht unhaltbar, aber die Fehler lagen bei Pawel Olkowski, Dominic Maroh und Matthias Lehmann, die den Angriff und den Schuss nicht hatten unterbinden können. Beim späteren 2:2-Ausgleich durch Marco Reus wollte Kessler dann aber selbst keine Ausreden mehr gelten lassen. „Bei aller Freude darüber, dass ich heute gespielt habe, muss ich den Ball halten. Das ist schade für Mannschaft, weil ich den Anspruch habe, auch einen Ball zu halten, wenn vor mir viel Verkehr ist.“ Reus hatte einen Freistoß aus 18 Metern ins Torwarteck gezogen und Kessler so überrascht.

Matthias Lehmann wollte dagegen nicht so hart mit Kessler ins Gericht gehen. „Ich weiß nicht, ob man den Freistoß halten kann“, sagte der Kapitän, der seinen Keeper vielmehr lobte: „Kompliment an Kess, das war heute nicht einfach für ihn.“ Und auch Trainer Peter Stöger zog den Hut vor Kessler, der zwischenzeitlich mehrfach klasse gehalten hatte und den FC in Hälfte eins gegen Aubameyang und Ramos im Spiel gehalten hatte. „Kess hat das heute gut gemacht. Der Freistoß sieht unglücklich aus. Aber für ihn war das heute sicherlich die schwierigste Ausgangsposition. Er hat gar keine Spielpraxis, auf dem Level schon gar nicht. Und in diesem Stadion spielst du auch nicht alle Tage. Aber was wichtig war, dass er sehr ruhig gewirkt hat. Er war nicht aufgeregt, ich finde, es war gelungen.“

An Kesslers Status wird sich wohl nichts ändern

Für Kessler war es überhaupt erst sein 33. Bundesliga-Spiel. In der Vorsaison hatte er am 33. Spieltag beim 0:2 in Mainz für Timo Horn im Kasten gestanden. Horn saß dieses Mal nur auf der Bank. Dessen Verbleib in Köln wird nach seiner Äußerung auf Facebook vor dem Spiel in Dortmund wahrscheinlicher. (Hier lest Ihr mehr dazu) Für Kessler würde aber auch ein Weggang Horns nichts an seinem Status der Nummer zwei ändern. Beim Effzeh hat man sich festgelegt, dass im Falle eines Horn-Abgangs eine neue Nummer eins verpflichtet werden solle. Dennoch dürfte es Kessler gut getan haben, am Ende der Saison noch einmal Bundesliga-Luft geschnuppert zu haben. „Das ist wichtig für das Gefühl, mit dem er in die Sommerpause geht“, glaubte auch Peter Stöger.

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