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Kölner Schicksal: Ohne Klauseln keine Transfers!


Der 1. FC Köln kämpft um Anthony Modeste. Oder haben sich die Geissböcke insgeheim schon damit abgefunden, dass der Franzose nicht zu halten ist? Klar ist: Dass der 28-Jährige überhaupt einen Weggang ernsthaft in Betracht zieht, liegt auch an der Ausstiegsklausel in seinem Vertrag. Doch ohne einen solchen Paragraphen wäre der Top-Stürmer gar nicht erst nach Köln gekommen. Ein Kommentar.

Köln – Borussia Dortmund will ohne sie auskommen. Verträge des BVB mit Spielern sollen künftig keine Ausstiegsklauseln mehr beinhalten. Dass dies selbst für einen Klub wie Dortmund nur schwer durchsetzbar ist, zeigen diverse Beispiele der letzten Jahre. Denn: Ausstiegsklauseln sind das Schicksal jener Klubs, deren Träume nicht in den Himmel wachsen.

Mittlerweile die Regel: Ohne Klausel kein Transfer!

Auch der 1. FC Köln muss das nun wieder erkennen. Anthony Ujah ging nach Bremen, Dominique Heintz wurde seine Klausel gerade erst abgekauft, bei Timo Horn gelang dies nicht, aber zumindest wurde sie mittels einer Vertragsverlängerung (und Gehaltserhöhung) nach oben korrigiert. Der Effzeh gehört zu jenen Klubs, die manche Spieler schlichtweg nicht verpflichten könnten, ohne ihren Stars ein Schlupfloch im Vertrag zu bieten, um frühzeitig den Klub wieder verlassen zu können.

Der 1. FC Köln gewinnt in Hannover mit 2:0. (Foto: CM)

Yannick Gerhardt ist schon weg – geht nun auch Anthony Modeste? (Foto: CM)

Nichts anderes sind Ausstiegssklauseln – und sie sind mittlerweile die Regel. Fühlt sich ein Spieler eigentlich zu Höherem berufen, lässt er sich einen solche Passus in seinen Kontrakt schreiben. Bekommt er ihn nicht, wechselt er gar nicht erst zu diesem Klub. Schon gar nicht ein Stürmer der Marke Anthony Modeste, der aus Hoffenheim zu einem Klub wechselte, der gerade erst ein Jahr wieder in der Bundesliga spielte. Nach einem Jahr mit 15 Toren rufen nun größere Klubs – oder zumindest solche, die dem 28-Jährigen den Vertrag seines Lebens versprechen. Wem eine Verdoppelung oder gar Verdreifachung seines Gehalts geboten wird, dem sollte man nicht böse sein, dass er einen Wechsel in Betracht zieht.

Woran sich Schmadtke nun messen lassen muss

Und der Effzeh? Der zahlte vor einem Jahr 4,5 Millionen Euro, nicht wissend, ob Modeste wirklich einschlagen würde. Dennoch erscheint nach dieser Saison die fixe Ablöse von sieben Millionen Euro viel zu gering. In Sachen Ausstiegsklauseln muss sich der Effzeh also noch entwickeln. Es ist zu hoffen, dass nach zwei Jahren Bundesliga diese Klauseln mit dem Klub mitwachsen. Nur verschwinden werden sie nicht. Entscheidend ist, dass die scheidenden Spieler ersetzt und die Transfereinnahmen sinnvoll genutzt werden. Daran wird sich Jörg Schmadtke letztlich messen lassen müssen. Und wer ihn kennt, weiß, dass genau das für ihn den Reiz seines Jobs ausmacht.


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