Die Fan-Anleihe in den Händen von Alexander Wehrle und Werner Spinner. (Foto: GBK)

Frisches Geld: "Starten jetzt keine Transferoffensive"

Als Alexander Wehrle und Präsident Werner Spinner die neue Fan-Anleihe am Freitag präsentierten, stellten beide den Unterschied zwischen dem neuen und dem alten Wertpapier heraus. In der Saison 2011/12 hatte der Effzeh eine Finanzierungslücke zu füllen, was durch eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem damaligen Vermarkter IMG geschah. Nach dem Abstieg in die Zweite Liga musste der Klub erneut tricksen, verkaufte Christian Clemens an den FC Schalke 04 und zog Teile der Transfereinnahmen vor, um eine erneute Liquiditätslücke zu schließen. Kurzum: Ohne diese Finanztricks hätte der FC vor der Zahlungsunfähigkeit gestanden.

Dann kam die Anleihe. „Damals haben uns 5700 Menschen in einer desaströsen Situation geholfen”, ließ Wehrle keinen Zweifel daran, dass das Geld jener Fans, die die Anleihe im Jahr 2012 zeichneten, überlebenswichtig war. Gleichzeitig war diese Finanzspritze, wie Spinner betonte, “die Basis für den Umschwung”, der darauf folgte. Denn dank der Anleihe, die ursprünglich nur zehn Millionen Euro betragen sollte und später auf 12,5 Mio. Euro erhöht wurde, konnte der Effzeh die finanzielle Grundlage dafür legen, dass der Klub in der Saison 2013/14 den Aufstieg in die Bundesliga realisieren konnte.

‚Schuldenfrei in der Zweiten Liga‘ wäre eine schlimme Schlagzeile

Nun befindet sich der Effzeh in einer anderen Situation. Dank seriöser Arbeit in den vergangenen Jahren hat der Klub nicht nur die Finanz-Intensivstation, sondern mittlerweile sogar das Krankenhaus verlassen, wie Wehrle erklärte. Nichts desto trotz sei eine neue Anleihe nötig, auch, wenn man grundsätzlich die 12,5 Mio. Euro im Sommer 2017 zurückzahlen könnte. Zumindest theoretisch. “Warum wir nicht alles sofort zurückzahlen? Weil das unsere Handlungsfähigkeit enorm schwächen würde und wir beispielsweise keine Transfers tätigen könnten.”

Die neue Anleihe soll also einerseits keine neuen Millionen-Transfers ermöglichen. Andererseits sollen die in den nächsten Monaten eingesammelten 15,5 Mio. Euro garantieren, dass der Effzeh wettbewerbsfähig bleibt. “Der Lizenzspieler-Etat muss so gestaltet sein, dass wir das übergeordnete Ziel Klassenerhalt immer erreichen können”, betonte Spinner. Und Wehrle ergänzte: “‚Schuldenfrei in der Zweiten Liga‘ wäre eine schlimme Schlagzeile.” Heißt: Schuldenabbau ja, aber nicht um jeden Preis. Schuldenmachen aber ebenso ja, nur eben nicht wie früher, als die FC-Kader sich nicht selbst finanzieren konnten.

Bei uns gibt es keinen Spieleretat auf Pump!

Sieben Millionen Euro hat der 1. FC Köln in den vergangenen zwei Jahren an Verbindlichkeiten abgebaut. Trotzdem konnte der Effzeh dabei Millionen-Transfers wie die von Anthony Modeste, Sehrou Guirassy oder Leonardo Bittencourt stemmen und überdies die Verträge diverser Leistungsträger langfristig verlängern. Ein Kurs, den Wehrle auch dank der neuen Anleihe beibehalten möchte. “Bei uns gibt es keinen Spieleretat auf Pump”, versprach der Finanz-Boss. “Unser Grundsatz bleibt: keine negativen Ergebnisse!” Auch deswegen nimmt Köln nun neue Schulden auf, um alte zurückzuzahlen.


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