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"Das würde dem FC ein großes Stück Identität nehmen"

Dafür gibt es ja auch immerhin acht gebürtige Kölner im Team.
Das war ja nicht immer so. Das hat sich in den letzten Jahren entwickelt. Für die Fans hat das was, wenn sie wissen: Ach, guck mal, aus welchen Veedeln die Jungs kommen! Das ist eine ganz andere Verbundenheit.

Gibt es die Veedel-Sticheleien auch untereinander in der Kabine?
Aber klar, da kommt schon der eine oder andere Spruch. Marco Höger und ich sind ja in der gleichen Ecke aufgewachsen. Wir sind in der Überzahl. Und Marcel Hartel kommt aus Chorweiler, den zählen wir fast noch zu uns. (lacht)

Wir brauchen mehr Plätze und eine bessere Infrastruktur

Ist der Effzeh seinen Fans näher als andere Klubs?
Ich glaube, wenn man auch mal in andere Länder guckt, ist der Fußball in Deutschland schon noch nahe an den Fans. In England wird fast gar nicht mehr öffentlich trainiert. Hier in Köln gibt es eigentlich immer vier Einheiten, die offen sind. Wenn wir an taktischen Dingen arbeiten, macht es Sinn, nicht-öffentlich trainieren. Dafür haben die Fans aber Verständnis, weil sie auch wollen, dass wir gewinnen.

Marcel Risse im Duell mit Lukas Klünter. (Foto: GBK)

Marcel Risse im Duell mit Lukas Klünter. (Foto: GBK)

Wie nehmen Sie in diesem Bezug die politische Diskussion um den Standort Geißbockheim wahr?
Ich werde zwar nicht direkt von den Leuten auf der Straße angesprochen, aber natürlich bekomme ich es mit. Wenn wir hier professionellen Sport weiter betreiben wollen, dann brauchen wir hier mehr Plätze und eine bessere Infrastruktur. Die Fans wünschen sich, dass der FC erfolgreicher wird und in Europa mitspielt. Aber dann brauchen wir die Möglichkeiten, uns als Spieler und Verein weiterzuentwickeln. Und natürlich auch, um die vielen Jungen und Mädchen in unserem NLZ auszubilden und zu fördern. Für unsere Talente müssten die Bedingungen wirklich verbessert werden.

Damit ginge auch Tradition verloren

Es gibt Stimmen, die sagen: Dann soll der FC doch umziehen!
Aber das Geißbockheim gehört doch zum FC. Es wäre sehr schade, wenn wir umziehen müssten. Das würde dem FC ein großes Stück Identität nehmen. Damit ginge auch Tradition verloren. Ich weiß es noch aus meiner Jugend: Für mich war es immer etwas Besonderes, einen Profi zu sehen oder ihm beim Training zuschauen zu können. Ich fände es enorm schade, wenn sich das ändern würde, weil wir Profis umziehen müssten. Wir sind die Vorbilder für die Kinder und Jugendlichen. Da wäre es sehr schade, wenn sie uns nur im Fernsehen sehen würden.

Weiterlesen: „Es wäre falsch zu sagen: Den FC werde ich nie mehr verlassen“

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